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Die tausend Tode des Roy Hodgson

"Ich bin jedes Mal tausend Tode gestorben, wenn sie nur die Mittellinie überquert haben", gestand Englands Trainer Roy Hodgson nach dem Zittersieg gegen Polen und der geglückten WM-Qualifikation.

Irgendwo ganz unten befindet sich Wayne Rooney, Torschütze zum 1:0 gegen Polen
Irgendwo ganz unten befindet sich Wayne Rooney, Torschütze zum 1:0 gegen Polen ©Getty Images

Die Miene von Roy Hodgson bei der Pressekonferenz im Wembley Stadion nach der geglückten WM-Qualifikation sprach Bände. Pure Erleichterung und stille Freude wechselten einander nahtlos ab.

Hinzu kam noch der Stolz, dank des mühsamen 2:0-Sieges gegen Polen nächstes Jahr in Brasilien im Konzert der Großen mitspielen zu dürfen.

Bis zur 88. Minute mussten die Engländer allerdings zittern, da die Polen nach der Führung von Wayne Rooney vehement auf den Ausgleich drängten, der für das Team von Hodgson die ungeliebte Play-off-Teilnahme im November bedeutet hätte. Erst dann traf Kapitän Steven Gerrard zum 2:0 und den 85 186 Zuschauern fiel ein kollektiver Stein vom Herzen.

Hodgson, der keines der zehn Qualifikationsspiele verloren hat, erklärte nach dem Spiel trocken: "Job done" und fuhr fort. "Wir standen zu Beginn der zweiten Hälfte mächtig unter Druck, haben uns aber sehr gut unserer Haut erwehrt. Unser Fußball in der ersten Hälfte war streckenweise spektakulär, ein 1:0 zur Pause war dafür eine sehr magere Ausbeute."

"Bei einem 1:0 kann man sich nie beruhigt zurücklehnen, vor allem, wenn der Gegner Klassefußballer wie [Jakub] Błaszczykowski und [Robert] Lewandowski in seinen Reihen hat. Für eine Mannschaft, die nichts mehr erreichen kann, haben sie mit viel Herzblut gespielt. Wir haben es aber geschafft und unseren Job erledigt, darüber sind wir sehr glücklich. Jetzt freuen wir uns alle auf Brasilien."

Das Lob des englischen Nationaltrainers für die Polen war durchaus gerechtfertigt, denn das Team von Waldemar Fornalik setzte den Briten ganz schön zu. Um so größer war anschließend die Erleichterung im englischen Lager. "Im Moment fahren meine Emotionen mit mir Karussell", gestand Hodgson. "Ich bin jedes Mal tausend Tode gestorben, wenn sie nur die Mittellinie überquert haben."

Für Hodgson wird es in Brasilien die zweite WM-Endrunde als Trainer sein, 1994 führte der heute 66-Jährige die Schweiz zur Weltmeisterschaft in die USA. Gefragt, wie er den heutigen Erfolg einordne, antwortete er: "Es ist einer der wichtigsten Siege in meiner Karriere, aber ich muss ein bisschen vorsichtig sein, schließlich möchte ich meine anderen Erfolge nicht kleinreden."

"Mit der Schweiz '94 eine WM und '96 eine Europameisterschaft zu erreichen, nachdem dies 30 Jahre lang nicht geglückt war, ist schon ein toller Erfolg. Aber ich bin nun mal Engländer und deshalb wird jeder verstehen, dass es für mich noch ein bisschen mehr bedeutet, es mit meiner eigenen Nationalmannschaft geschafft zu haben."