Wie die Ukraine gegen Slowenien gewann

Dominanz auf den Flügel, bessere Individualisten, der Stadion-Faktor und zu tief stehende Slowenen: UEFA.com erklärt, wie der 2:0-Sieg der Ukraine im Play-off-Hinspiel zustande kam.

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Ukraine kontrolliert die Flügel
"Wir haben [1999] gegen ein Team mit Andriy Shevchenko und Serhiy Rebrov gewonnen", sagte Sloweniens Trainer Srečko Katanec vor dem Play-off-Hinspiel zur UEFA EURO 2016 am Samstag in der Ukraine. "Jetzt treffen wir auf ein Team mit Yevhen Konoplyanka und Andriy Yarmolenko."

Es ist kein Geheimnis, dass die große Stärke der Ukraine das Flügelspiel ist, doch Katanec' Slowenen konnten gegen das aggressive Pressing der Außenverteidiger Vyacheslav Shevchuk und Artem Fedetskiy nichts ausrichten. Das Duo stand Konoplyanka und Yarmolenko immer wieder unterstützend zur Seite.

So war es auch kein Wunder, dass beide Tore über die Flügel fielen. Beim 1:0 führte eine Hereingabe von Konoplyanka zu einem Fehler von Samir Handanovič, den Yarmolenko ausnutzte, und beim zweiten Treffer von Yevhen Seleznyov kam die Vorarbeit von Yarmolenko und Fedetskiy.

Ukraine hat die besseren Individualisten
Bis zum ersten Treffer machten es die Slowenen den Hausherren nicht einfach, doch in dieser 22. Minute ließ Yarmolenko seine Klasse aufblitzen, als er zwei Gegenspieler aussteigen ließ und schließlich mit seinem vermeintlich schwächeren rechten Fuß abschloss. Generell hatte man den Eindruck, dass die Ukrainer bei den Duellen Mann gegen Mann fast immer die Oberhand behielten.

©AFP/Getty Images

Zudem zeigte die Truppe von Mikhail Fomenko auch noch die besseren Kombinationen, lediglich die Chancenverwertung war nicht ideal. "Mit einem dritten Tor hätten wir für die Vorentscheidung sorgen können", meinte Denys Garmash. "Aber Handanovič hat sehr gut gespielt und alles gehalten, was er halten konnte."

Ukraine mit starkem Abwehrzentrum
Mit Milivoje Novakovič und Josip Iličić in der Sturmspitze versuchte es Slowenien oftmals mit weiten Bällen, doch damit hatten der 1,97 Meter große Yevhen Khacheridi und sein Partner Yaroslav Rakitskiy keine Probleme. Zwischendurch drohte Khacheridi die Gelb-Rote Karte, doch er blieb ruhig und überstand die ganzen 90 Minuten.

Slowenien stand zu tief
Die Gäste haben sich sehr weit zurückgezogen, um die Räume für Konoplyanka und Yarmolenko eng zu machen, doch dadurch mangelte es auch an Unterstützung für Novakovič und Iličić. Die Konter der Slowenen waren zu keinem Zeitpunkt so effektiv wie die ukrainischen Angriffe, sie brachten es in der Endabrechnung nur auf einen einzigen Torschuss.

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Die Aura der Arena Lwiw
Die Ukraine hat nun fünf Pflichtspiele in der Arena Lwiw absolviert und alle gewonnen, insgesamt ist man in 13 Partien in diesem Stadion ungeschlagen. Es herrschte eine fantastische Stimmung, die Fans trieben ihre Mannschaft mit Sprechchören und Gesängen lautstark nach vorne. Die Spieler ließen sich davon inspirieren, viele bedankten sich anschließend für die großartige Unterstützung.

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