Erobert Spanien nun auch die EURO 2016

Spanien ist zwar langsam in die Qualifikation gestartet, aber nun sind sie bei der EM dabei. Graham Hunter ist der Meinung, dass jetzt sogar der dritte Titel in Folge möglich ist.

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Etliche große Nationen haben sich noch nicht qualifiziert für die UEFA EURO 2016, aber Spanien ist seit dem Freitag dabei, sodass nun das Unternehmen eines dritten Titels in Folge angegangen werden kann. Etwas, das noch nie erreicht wurde.

Nach einer enttäuschenden FIFA-WM 2014 und einem unrunden Start in die Qualifikation, in der es eine schockierende Niederlage im zweiten Spiel der Gruppe C gegen die Slowakei gab, war vor einem Jahr die Skepsis groß. Würde sich der Europameister noch einmal fangen können?

Als Spanien vor sieben Jahren den EM-Titel gewann, wurde Santi Cazorla als letzter Spieler in den Kader berufen, und der Verteidiger von Villarreal stand in fünf Spielen auf dem Platz - kam jeweils von der Bank aus. Am Ende gehörte er zu jenen Akteuren, die lächelnd den Pokal und die Siegermedaille in Empfang nehmen durften.

Nun ist er eine bestimmende Figur im zentralen Mittelfeld, beim 4:0 am Freitag in Logrono gegen Luxemburg traf er zweimal - ein Sieg, der die Qualifikation bedeutete.

Vieles hat in den letzten Jahren geändert. Ist Spanien noch immer eine so kraftvolle, erfahrene und begabte Mannschaft wie zu den Zeiten, als Xavi Hernández, Fernando Torres, David Villa, Xabi Alonso und Carles Puyol in ihren Reihen spielten? Wahrscheinlich nicht. Vicente del Bosque sagte am Freitag zu UEFA.com, dass die Qualifikation "ein komplizierter Prozess gegen schwierige Mannschaften war".

Aber es gibt auch Positives. Weder Villa noch Torres sind offiziell zurückgetreten, und auch wenn Spanien in Frankreich ohne die beiden Stürmer, die es auf insgesamt 97 Tore in der Nationalmannschaft bringen, antritt, verfügt das Team noch über genügend Durchschlagskraft. Denn immerhin haben während der Qualifikation zwölf verschiedene Spieler getroffen.

Obwohl Del Bosque auf Xavi und Xabi Alonso verzichten muss, kann er noch immer auf acht Spieler zurückgreifen, die im Finale der UEFA EURO 2012 gegen Italien in der Startelf standen. Die meisten seiner Schützlinge haben viele Pokale gewonnen, und sie sind höchst motiviert. Denn nach dem enttäuschenden Abschneiden in Brasilien haben sie etwas gutzumachen.

Und nicht zu vergessen, dass Del Bosque sich beim U21-Kader bedienen kann, der zuletzt den Titel holte. Es warten Spieler wie Juan Mata, Javi Martínez, David de Gea, Marc Bartra, Thiago Alcántera, Álvaro Morata und Isco. Und so würde es auch nicht wundern, wenn Spanien auf den Tag genau in neun Monaten das Finale der UEFA EURO 2016 bestreiten würde. Ausgeschlossen ist bei dieser Mannschaft gar nichts.

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