Schweiz will für WM-Traum kämpfen
Freitag, 18. September 2009
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Die Schweizer Nationaltrainerin Béatrice von Siebenthal gab sich vor dem Auftakt in die Qualifikation zur FIFA-Frauen-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland im Gespräch mit uefa.com vorsichtig optimistisch.
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Mit einem Heimspiel gegen die Republik Irland startet die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft am Samstag, 17.00 Uhr, in Wohlen in die Qualifikation zur FIFA-Frauen-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland. Nur vier Tage später empfängt man schon den nächsten harten Brocken, EM-Teilnehmer Russland. uefa.com unterhielt sich mit Trainerin Béatrice von Siebenthal über die Ziele für die WM-Qualifikation, die Entwicklung des Frauenfußballs in der Schweiz und die gerade zu Ende gegangene UEFA WOMEN'S EURO 2009™ in Finnland.
uefa.com: Wie groß ist die Chance, sich für die FIFA-Frauen-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland zu qualifizieren?
Béatrice von Siebenthal: Wir wissen, dass es zwei Qualifikationsgegner gibt, Russland und Irland, die vor uns klassiert sind und es für uns unglaublich schwierig werden wird. Wir setzen uns trotzdem sehr hohe Ziele und wir wollen um diesen ersten Gruppenplatz kämpfen. Wenn wir mutig und ohne Angst auftreten, können wir etwas erreichen, denn wir haben Qualitäten in unserem Team. Meine Aufgabe wird sein, den Spielerinnen ein wenig den Druck zu nehmen, den sie sich selber auferlegen.
uefa.com: Sind denn gleich die beiden ersten Partien Schlüsselspiele?
Von Siebenthal: Es wird auf jeden Fall ein spannender Auftakt. Wenn wir vier Punkte aus den ersten beiden Spielen holen, bin ich zufrieden, sechs Punkte wären ein Traum. Aber wir müssen von Spiel zu Spiel denken.
uefa.com: Würde eine erfolgreiche WM-Qualifikation den Frauenfußball in der Schweiz auf ein neues Niveau hieven?
Von Siebenthal: Das wäre sicherlich hilfreich. Es war bereits wichtig, dass unsere U19 bei der EM in Weißrussland im Juli das Halbfinale erreicht und sich somit für die U20-WM qualifiziert hat. Solche Erfolge sind ganz wichtig für den Schweizer Frauenfußball, weil es zeigt, dass gute Arbeit geleistet wird. Beim Nachwuchs können wir uns auch international vergleichen, die A-Nationalmannschaft hat es da immer noch schwierig, mit den besten Nationen mitzuhalten.
uefa.com: Es spielen aber immer mehr Schweizer Fußballerinnen im Ausland. Das muss doch positiv für die Nationalmannschaft sein?
Von Siebenthal: Das ist eine schöne Entwicklung, es sind jetzt insgesamt acht Nationalspielerinnen im Ausland tätig, auch das spricht für die Qualität der Nachwuchsarbeit, denn sie sind ja alle noch jung. Für die Spielerinnen ist dieser Schritt eine neue Herausforderung, sie verlassen das familiäre Umfeld und müssen sich durchsetzen. Das hilft der Nationalmannschaft, denn diese Spielerinnen haben hohe Ziele und bringen diese Einstellung zu uns mit.
uefa.com: Auch in die nationale Liga kommt langsam Bewegung.
Von Siebenthal: Diese Entwicklung ist wichtig, denn sie hat Signalwirkung. Es macht einen Unterschied nach außen, wenn die Spielerinnen von Young Boys, dem FC Basel oder dem Grasshopper Club kommen, das verleiht ein anderes Gewicht. Dank der Zusammenarbeit und Fusionen funktioniert es jetzt auch besser, dass die Nationalspielerinnen mit den Jungs trainieren können, da es jetzt Spielerinnen aus dem eigenen Verein sind.
uefa.com: Sie waren als Mitglied der Technischen Studiengruppe der UEFA bei der EM in Finnland. Welche Eindrücke und Erkenntnisse haben Sie gewonnen?
Von Siebenthal: Vor allem, dass wir in der Schweiz noch sehr viel Arbeit vor uns haben. Das technische Niveau des Turniers war sehr gut, genauso wie die Passqualität der Top-Teams. Es gibt viel mehr schnelle Spielerinnen als früher und auch die Qualität der Flanken hat sich verbessert. Hinzu kommt die physische Ausgeglichenheit der Mannschaften. Das sind Tendenzen, die wir auch unseren Spielerinnen kommunizieren. Wir sagen ihnen, woran wir arbeiten müssen, wenn wir einmal dort hin wollen. Da müssen wir ganz schön Gas geben.