
Nachdem die letzten Testspiele gegen die Niederlande (5:0) und Italien (5:0) in Schützenfeste ausarteten, entpuppte sich Norwegen am Donnerstagabend vor 13 812 Zuschauern in Mainz im finalen Test vor der FIFA-Frauen-WM 2011 im eigenen Land als harter Brocken, ehe sich der amtierende Weltmeister durch späte, dann aber schnell aufeinanderfolgende Treffer von Simone Laudehr (79.) und Alexandra Popp (80., 82.) doch noch durchsetzte.
Die zur Weltspitze zählenden Skandinavierinnen erwarteten die deutsche Elf tief und gut organisiert, so dass sich die Truppe von Silvia Neid trotz deutlichen Vorteils bei Ballbesitz schwer dabei tat, echte Chancen herauszuspielen.
Erst gegen Ende der ersten 45 Minuten konnten die wieder von einer Sprunggelenksverletzung genesene Birgit Prinz und Inka Grings gute Abschlussgelegenheiten verzeichnen, während Norwegen im Spiel nach vorne quasi nicht stattfand. Deutschlands beste Chancen durch Kerstin Garefrekes wurde wenige Minuten vor dem Pausenpfiff durch Norwegens Schlussfrau zunichte gemacht.
In der Halbzeit wechselte Deutschland aus: Lira Bajramaj, Melanie Behringer und Alexandra Popp waren im Spiel und vor allem die Letztgenannte sollte noch entscheidend in Erscheinung treten. Zunächst aber war es Behringer, die sich mit einem guten Schuss gleich einmal in Szene setzte.
Norwegen intensivierte die eigenen Offensivbemühungen nun, während die WM-Gastgeberinnen sich mehrfach vergeblich mit Distanzschüssen gegen die immer noch unüberwindbare scheinende norwegische Defensive versuchten. Es musste schließlich ein Standard zur deutschen Führung her: Behringer brachte einen Eckball in den Strafraum, den Laudehr am langen Pfosten einköpfen konnte (79.). Dann schlug die Zeit von Popp: Innerhalb von nur zwei Minuten erzielte sie in ihrem zwölften Länderspiel ihre Tore acht und neun und empfahl sich damit stark für die kommenden Aufgaben.
"Heute haben die Spielerinnen viel richtig gemacht. Aber gegen Kanada warten wir hoffentlich nicht so lange auf das erste Tor wie heute. Jetzt haben wir ein paar Tage frei, dann bereiten wir uns intensiv auf Kanada vor", sagte Neid, die mit ihrem Team am 26. Juni in Berlin im Olympiastadion zum ersten WM-Spiel auf die Nordamerikanerinnen trifft.
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