Toletti überragend bei Frankreichs Triumph

Frankreich fuhr zur Endrunde 2013 als Geheimfavorit, denn der Kern des Teams bestand aus Spielerinnen, die die U17-WM gewonnen hatten. Sie hatten nun einen Trainer, der neu war im Frauenfußball.

France celebrate
©Sportsfile

Bei der UEFA-U19-Europameisterschaft für Frauen 2012 standen eher Spielerinnen im Vordergrund, von denen man noch nicht so viel gehört hatte, denn es waren viele Neulinge dabei. Erst als Wales 2013 sein erstes bedeutendes UEFA-Turnier ausrichtete, waren die großen Namen wieder vertreten.

Für Wales war es die erste Teilnahme an diesem Turnier, ansonsten wimmelte es von Favoriten. Darunter der vierfache Europameister Deutschland, der die Endrunde zuvor sensationell verpasst hatte. Dabei auch Titelverteidiger Schweden, England, Sieger von 2009, der dreifache Finalist Norwegen, die wieder aufstrebenden Dänemark und Finnland, und nicht zuletzt Frankreich.

Les Bleuettes galten als die Geheimfavoriten, die nun bereit schienen, auf der großen Bühne zu glänzen. Trainer Gilles Eyquem hatte gerade ganz neuen Boden betreten, denn noch vor zwölf Monaten hatte er noch nie ein Mädchenteam betreut. Das Korsett der Mannschaft bestand aus sieben Spielerinnen, die im Jahr zuvor die FIFA-U17-WM für Frauen gewonnen hatten. 

Doch zunächst bestimmte Deutschland die Schlagzeilen. Das Team von Maren Meinert zerlegte in der Gruppenphase Norwegen mit 5:0, wobei die 17-jährige Pauline Bremer drei ihrer sechs Turniertore erzielte, mit denen sie am Ende Torschützenkönigin wurde. Als die Norwegerinnen dann auch noch mit 0:1 gegen Finnland verloren, war das Aus besiegelt.

Finnland, das nach siebenjähriger Abwesenheit wieder dabei war, ging ins letzte Spiel mit guten Chancen hinein, das Halbfinale zu erreichen. Nachdem sie zum Auftakt in der Gruppe B gegen Titelverteidiger Schweden ein 1:1 geholt hatten, brauchten sie gegen Deutschland jetzt nur noch einen Punkt. Dessen Weiterkommen stand nach dem 2:0 gegen Schweden bereits fest. Das Team von Marianne Miettinen enttäuschte nicht und trotzte dem DFB-Team ein 1:1 ab, während Schweden gleichzeitig gegen Norwegen mit 0:5 unter die Räder kam.

England und Frankreich setzten sich in der Gruppe A durch. Wales kassierte beim 0:3 gegen Frankreich die dritte Niederlage, was Les Bleuettes zu reichen schien, um Gruppensieger zu werden, aber England schoss gegen Dänemark in den letzten fünf Minuten noch zwei Tore und ging an Frankreich vorbei. Das Team von Mo Marley bekam es im Halbfinale mit Finnland zu tun und ging damit dem offenbar schweren Deutschland aus dem Wege. Problemlos gewannen sie mit 4:0 und standen im Endspiel.

Das zuvor ausgetragene Halbfinale war etwas enger. Eyquem bewies zur Halbzeit bei Wechseln ein gutes Händchen, denn Kadidiatou Diani schoss beide Tore. Bremer sorgte in der Nachspielzeit zwar per Elfmeter für den Anschluss, aber das sollte nicht mehr reichen für Deutschland. Die Freude der Französinnen wurde nur überschattet von der Roten Karte für Kapitänin Griedge M'Bock Bathy, die damit im Finale fehlte.

Für das Endspiel nahm Eyquem vier Wechsel in seiner Startelf vor, was sich auszahlen sollte. Nach insgesamt 185 torlosen Minuten zwischen beiden Teams - die Gruppenphase mitgerechnet - war es Sandie Toletti, die mit einem abgefälschten Kopfball das 1:0 erzielte. Fünf Minuten später traf Aminata Diallo, sodass Frankreich zum dritten Mal Europameister wurde.