Deutschland kehrt eindrucksvoll an die Spitze zurück

Eine reife norwegische Mannschaft und Gastgeber Italien standen bei der UEFA-U19-Europameisterschaft der Frauen zeitweise im Rampenlicht. Doch am Ende strahlten die Deutschen.

Deutschland kehrt eindrucksvoll an die Spitze zurück

Eine reife norwegische Mannschaft und Gastgeber Italien standen bei der UEFA-U19-Europameisterschaft der Frauen zeitweise im Rampenlicht. Doch am Ende strahlten die Deutschen. Im Finale brillierten sie, nachdem sie bis dahin einige Probleme mit der Chancenverwertung hatten.

Auch wenn am Ende ein altbekannter Name auf der Siegergliste ganz oben stand, konnte man eine zunehmende Ausgeglichenheit des Wettbewerbs feststellen. Denn mit Frankreich und England waren die beiden vorherigen Titelträger gar nicht erst für die Endrunde in der Emilia-Romagna qualifiziert. Sie schieden gegen die Niederlande beziehungsweise Norwegen aus. In Gruppe B bekamen es die beiden Teams mit Spanien und Deutschland zu tun. Trotz der beeindruckend aufspielenden Italienerinnen, sah es immer so aus, als ob eine Mannschaft aus Gruppe B schließlich den Titel gewinnen würde.

Angeführt von Melissa Bjånesøy erreichte Norwegen das Endspiel mit einer Mannschaft, die so jung war, dass zehn Spielerinnen auch noch im kommenden Jahr in dieser Altersklasse spielberechtigt sind. Zwei von ihnen könnten sogar noch 2014 bei der U19 spielen. Die Stürmerin, die erst 15 Monate zuvor entdeckt wurde, traf in jedem Spiel und erzielte im Finale in Imola ihr siebtes Turniertor. Allerdings trafen die Deutschen allein im Endspiel acht Mal.

Es war die perfekte Antwort auf die Sorge von Trainerin Maren Meinert, dass die mangelnde Chancenverwertung ihre Mannschaft um den verdienten Lohn bringen würde. Eine Zeit lang musste Meinert befürchten, dass ihr Alptraum im Finale wahr werden könnte. Trotz einer überwältigenden Dominanz ihrer Mannschaft reichte es in der ersten Halbzeit lediglich zu einem Tor durch einen Flugkopfball von Luisa Wensing.

13 Tage zuvor, als beide Teams schon einmal aufeinandertrafen, sah es ähnlich aus. Auch damals gingen die deutschen Damen verschwenderisch mit ihren Chancen um, und Bjånesøy traf auf der anderen Seite. Am Ende stellte die DFB-Auswahl erst in der Nachspielzeit den 3:1-Sieg sicher. So lange wie damals brauchte sie aber im Endspiel nicht zu zittern. Schon kurz nach dem Seitenwechsel erhöhten die Deutschen auf 2:0, ehe die Torflut so richtig begann. Als Bjånesøy Mitte der zweiten Halbzeit ihren obligatorischen Treffer markierte, stand es schon 6:0 für Deutschland.

Das Spiel endete 8:1. Die Rekord-Pleite für sein Team empfand Norwegens Trainer Jarl Torske als "peinlich und demütigend". Es war bereits seine vierte Final-Niederlage als Jugendtrainer. Seine Mannschaft indes schämte sich nicht dafür, von einem solch dominierenden Team überrollt worden zu sein. Nach vier Jahren hatte das Warten der Deutschen auf den EM-Titel ein Ende.