Frankreich war nicht zu stoppen

Die Endrunde der UEFA-19-Europameisterschaft für Frauen war ein Schritt ins Ungewisse, denn noch nie fand zuvor in Mazedonien ein UEFA-Turnier statt. Dieses jedoch wurde zum vollen Erfolg.

In den letzten Jahren hatte sich bei diesem Turnier immer sehr schnell der Favorit herauskristallisiert, doch 2010 war alles weit ausgeglichener. So mussten zwei Mannschaften vorzeitig die Heimreise antreten, obwohl sie ungeschlagen geblieben waren. Auf der anderen Seite waren es ein paar schwere Abwehrfehler, die letztlich im Finale entscheidend waren.

Als erstmals in der EJR Mazedonien ein UEFA-Turnier stattfand, sagte Italien-Trainer Corrado Corradini, dass der Mangel an skandinavischen Teams zeige, dass der "Frauenfußball sich Richtung Süden" wende. Diese These erwies sich denn doch als unbegründet, denn der dreifache Europameister Deutschland, Titelverteidiger England, Frankreich und die Niederlande überstanden die Gruppenphase und erreichten das Halbfinale. Das Eröffnungsspiel in der National Arena sahen übrigens 8 000 Fans, soviel wie noch nie in der Geschichte dieses Wettbewerbs.

Spanien hatte die Chance, die "südlichen Fahnen" hochzuhalten, doch als es darauf ankam, gab es gegen die Niederlande eine Niederlage. Frankreich - die Mannschaft von Jean-Michel Degrange - hatte das Auftaktspiel gegen Jong Orange mit 0:2 verloren, aber seitdem ging es nur noch bergauf. Sie hatten etwas Glück, dass sie das Halbfinale gegen Deutschland im Elfmeterschießen gewannen und ins Endspiel gegen England einzogen. Dort lagen sie gegen den Titelverteidiger Mitte der ersten Halbzeit durch den Treffer von Jessica Holbrook zunächst verdient hinten.

Doch nur Minuten später sorgte Rose Lavaud, deren Einsatz erst eine Stunde vor der Partie offiziell feststand - für den Ausgleich, als sie einen Abwehrfehler von Lucia Bronze ausnutzte. Zehn Minuten nach der Pause war es Pauline Crammer, die von einer schwachen Parade von Rebecca Spencer profitierte und für die Führung sorgte. Diese hielt bis zum Ende und so gewannen Les Bleuettes ihren zweiten Titel.

England hatte zum dritten Mal in vier Jahren das Endspiel erreicht und damit unterstrichen, dass sie sich in dieser Altersklasse endgültig in der absoluten Elite etabliert haben. Die Jong Oranje hätten auch durchaus weiter kommen können, dennoch war eine extreme Leistungssteigerung zu erkennen, denn von den sechs vorherigen Endrundenspielen hatten sie fünf verloren. Auch Schottland durfte zufrieden sein, den erstmals überhaupt wurde bei einer Endrunde ein Punkt gewonnen. Viel Lehrgeld musste Mazedonien zahlen, denn sie kassierten in ihren drei Spielen 19 Gegentreffer. Gleichzeitig war ihr einziger Treffer das Tor des Turniers, als Starspielerin Natasa Andonova gegen Frankreich aus 40 Metern traf.