Deutschland triumphiert erneut

Nach vier Jahren Wartezeit hatte Deutschland 2006 wieder die U19-EM für Frauen gewonnen, zwölf Monate später wurde der Titel in Island erfolgreich verteidigt.

Nach vier Jahren Wartezeit hatte Deutschland 2006 wieder die UEFA-U19-Europameisterschaft für Frauen gewonnen. Zwölf Monate später wurde der Titel in Island erfolgreich verteidigt.

Im Halbfinale gegen Frankreich - im Jahr zuvor Gegner im Finale, damals gewann Deutschland souverän mit 3:0 - lagen die Deutschen 24 Minuten vor dem Ende mit 2:0 in Führung, doch Marie-Laure Delie und Chloé Mazaloubeaud brachten die Französinnen noch in die Verlängerung. Dort trafen Susanne Hartel und Isabel Kerschowski zum 4:2-Sieg für den Titelverteidiger.

England zog durch einen 3:0-Sieg gegen Norwegen ins Finale ein, nach den Toren von Ellen White (2) und Elizabeth Edwards. Im Endspiel stand es nach 90 Minuten noch 0:0, doch in der zweiten Halbzeit der Verlängerung waren die Deutschen wieder zur Stelle. Nathalie Bock markierte das 1:0, ehe Monique Kerschowski - die wie ihre Zwillingsschwester Isabel auch schon im Finale 2006 getroffen hatte - den Schlusspunkt setzte.

Gastgeber Island nahm zum ersten Mal an einer Endrunde teil, genauso wie Polen. Die Polinnen hatten sich in der zweiten Qualifikationsrunde in einer harten Gruppe mit Russland (dem Sieger von 2005), Wales und Finnland durchgesetzt. Norwegen landete in der Qualifikation aufgrund der Tordifferenz hinter Dänemark, trotzdem durften die Skandinavierinnen als bester Gruppenzweiter zur Endrunde fahren. Die Gastgeber hatten es zum Auftakt der Gruppe A mit Norwegen zu tun und kassierten eine deutliche 0:5-Niederlage. Monique Kerschowski bescherte Deutschland mit ihrem Treffer in der 19. Minute einen 1:0-Sieg gegen Dänemark, anschließend konnte der Titelverteidiger auch gegen Norwegen mit 2:0 gewinnen.

Damit war Deutschland der Gruppensieg bereits einen Spieltag vor Schluss nicht mehr zu nehmen, denn die Däninnen konnten ihre zweite Partie mit 2:1 gegen Island gewinnen. Somit waren die Gastgeber ausgeschieden, bei der 2:4-Niederlage gegen Deutschland verabschiedeten sie sich jedoch erhobenen Hauptes aus dem Turnier. Norwegen hätte gegen Dänemark bereits ein Unentschieden für den Einzug ins Halbfinale genügt, mit einem 2:1-Sieg wurden schließlich alle Zweifel ausgeräumt. Den Siegtreffer erzielte Isabell Herlovsen in der Nachspielzeit.

In der Gruppe B herrschte vom ersten Spieltag an große Spannung. England kam durch Fern Whelan erst in letzter Sekunde zum 1:1-Ausgleich gegen Polen, während Amandine Henry den 1:0-Sieg von Frankreich gegen Spanien perfekt machte. Die Spanierinnen konnten ihre zweite Partie mit 2:0 gegen Polen gewinnen, während England einen 3:1-Erfolg über Frankreich feierte. Drei Tage später machte Danielle Buet in der 20. Minute den 1:0-Siegtreffer für England gegen Spanien. Frankreich zog nach dem 4:0-Erfolg über Polen als Tabellenzweiter hinter England ins Halbfinale ein.

Sowohl Frankreich, Gastgeber der Endrunde 2008, als auch England zogen in der anschließenden K.-o.-Phase gegen Deutschland den Kürzeren. Trotzdem waren alle vier Halbfinalisten für die FIFA-U20-Weltmeisterschaft für Frauen 2008 in Chile qualifiziert. White, Delie und die Isländerin Fanndis Fridriksdóttir waren die besten Torjägerinnen bei diesem Turnier, sie konnten jeweils dreimal treffen. Die Fairplay-Wertung gewannen Norwegen und Frankreich.