
Wie bei den A-Nationalmannschaften der Frauen ist auch bei den UEFA-U19-Europameisterschaften für Frauen Deutschland die Nation, die es zu schlagen gilt. Sie schafften in den Jahren 2000 bis 2002 einen Titel-Hattrick und wurden 2006 in der Schweiz und anschließend 2007 in Island zum vierten und fünften Mal Europameister. Eine außergewöhnliche Bilanz, denn kein anderes Land bis zum Triumph von Frankreich im Jahr 2010 konnte diesen Wettbewerb mehr als einmal gewinnen.
Deutschland kam beim ersten Turnier 1997/98, welches noch als U18-Turnier ausgetragen wurde, nicht über das Halbfinale hinaus, wo es am späteren Sieger Dänemark scheiterte. Auch in der kommenden Saison blieb die Trophäe in Skandinavien, genauer in Schweden, bevor die deutsche Elf einen Vorgeschmack auf das gab, was in den kommenden Jahren folgen sollte, als sie hintereinander gegen Spanien und Norwegen den Titel holte. Zur Saison 2001/02 wurde das Format dann auf U19 gewechselt, was Deutschland nicht davon abhielt, sich nach einem 3:1-Finalsieg gegen Frankreich im Finale in Helsingborg erneut den Titel zu sichern.
Damit war Frankreich schon zum zweiten Mal in einem Finale geschlagen worden, nachdem sie auch beim ersten Turnier unterlegen waren, aber beim dritten Mal – 2003 – machten sie es besser. Gastgeber Deutschland schied schon nach der Gruppenphase aus und öffnete den Französinnen dadurch den Weg zum Titelgewinn, der durch das 2:0 im Finale gegen Leipzig Realität wurde. Doch die Rückkehr der deutschen Mannschaft war beeindruckend. Im Folgejahr erzielten sie 23 Tore, unter anderem sieben beim 7:0-Sieg gegen Spanien im letzten Gruppenspiel. Aber im Finale sah alles ganz anders aus. Spanien besiegte die DFB-Elf völlig überraschend vor 2 600 Zuschauern mit 2:1 und sicherte sich den Titel.
Spanien verpasste im kommenden Jahr die Qualifikation für das Turnier in Ungarn 2005. Russland gewann das Finale nach Elfmeterschießen mit 6:5 gegen Frankreich, Elena Danilova war mit neun Toren der Star des Turniers. Danilova war auch 2005/06 die Führende in der Torjägerliste, nachdem sie sieben Mal in den K.-o.-Runden und 17 Mal insgesamt getroffen hatte. Hier verlor Russland mit 0:4 im Halbfinale gegen Deutschland, bevor die Mannschaft von Maren Meinert durch ein 3:0 im Finale gegen Frankreich den vierten Turniersieg feierte. Die Zwillingsschwestern Isabel und Monique Kerschowski trafen dabei beide in beiden Spielen. Die zwei waren auch 2007 in Island mit von der Partie und Monique erzielte den entscheidenden Treffer zum 2:0-Finalsieg nach Verlängerung gegen England, das erste Tor hatte Nathalie Bock besorgt.
In der darauffolgenden Saison verlor die deutsche Mannschaft im Halbfinale im Elfmeterschießen gegen Norwegen, die anschließend das Finale in Frankreich mit 0:1 gegen Italien verloren, als Alice Parisi in der 71. Minute einen Elfmeter verwandelte. 2008 sollte das Jahr von England werden. Das Team von Mo Marley war im Finale in Belarus zu stark für Schweden, doch zwölf Monate später wendete sich das Blatt, als Frankreich durch einen 2:1-Sieg gegen England zum zweiten Mal den Titel holte.
2011 setzte sich Deutschland in beeindruckender Manier wieder die Krone auf, gegen eine junge norwegische Mannschaft feierte die DFB-Auswahl einen 8:1-Rekordsieg. Doch im folgenden Jahr schaffte das DFB-Team nicht einmal die Qualifikation zur Endrunde und konnte seinen Titel so nicht verteidigen. Schuld daran war Schweden, das sich einige Wochen später auch den Titel durch ein 1:0 gegen Spanien holte. Malin Diaz sorgte mit ihrem goldenen Tor dafür, dass es bei zwölf Turnieren damit den siebten verschiedenen Sieger gab.
Sieger (Gastgeber)
2002: Deutschland (Schweden)
2003: Frankreich (Deutschland)
2004: Spanien (Finnland)
2005: Russland (Ungarn)
2006: Deutschland (Schweiz)
2007: Deutschland (Island)
2008: Italien (Frankreich)
2009: England (Belarus)
2010: Frankreich (EJRM)
2011: Deutschland (Italien)
2012: Schweden (Türkei)
2013: ??? (Wales)
2014: ??? (Norwegen)
2015: ??? (Israel)
2016: ??? (Slowakei)
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