Österreich will einmalige Chance ergreifen

EM-Neuling und Außenseiter Österreich will im Halbfinale gegen Dänemark am Donnerstag in Breda einen historischen Finaleinzug perfekt machen.

Österreich will am Donnerstag die historische Finalteilnahme perfekt machen
Österreich will am Donnerstag die historische Finalteilnahme perfekt machen ©AFP/Getty Images

Österreichs Trainer Dominik Thalhammer kam in der Abschlusspressekonferenz vor dem Halbfinale gegen Dänemark am Donnerstag in Breda schnell auf den Punkt: "Wir werden dieses Spiel genießen, aber uns allen ist bewusst, dass wir in unserem Fußballleben so eine Chance wahrscheinlich nie wieder bekommen werden."

Denn auf dem Weg ins Finale gilt es nicht etwa ein namhaftes Team wie Deutschland oder Frankreich auszuschalten, die bereits vorzeitig die Heimreise antraten, sondern ein Team, gegen das Österreich vor nicht einmal vier Wochen ein Testspiel direkt vor Beginn der UEFA Women's EURO mit 4:2 in Wiener Neustadt gewann. "Wir haben großen Respekt, aber wir wissen, dass wir gegen diesen Gegner bestehen können", so Thalhammer. Doch ihm ist bewusst, dass sich seit dem 6. Juli beide Teams enorm weiterentwickelt haben: "Beide Teams wären in der Verfassung von damals nicht ins Semifinale gekommen."

Zudem werden die Österreicherinnen inzwischen von einer Welle der Euphorie und Sympathie durchs Turnier getragen. "So ein Turnier schreibt einfach oft ganz eigene Geschichten und das ist auch diesmal so. Mal sehen, was bei herauskommt", meint Österreichs Mittelfeldspielerin Sarah Zadrazil. Und Kapitänin Viki Schnaderbeck will das Spiel einfach nur genießen: "Die Vorfreude ist riesig." Sara Puntigam sieht in konzentrierter Abwehrarbeit den Schlüssel zum Erfolg: "Wir werden in der Abwehr ständig hellwach sein müssen, denn sie werden jeden Fehler ausnutzen. Pernille Harder und Nadia Nadim sind beide sehr torgefährlich und schnell."

Für die Österreicherinnen stand in den vergangenen Tagen nach dem kräftezehrenden Viertelfinale gegen Spanien vor allem Regeneration auf dem Programm. "Wir haben darauf geachtet, die Belastung zu dosieren", so Thalhammer. "Ich hoffe, dass wir es einfach richtig gemacht haben mit unseren regenerativen Maßnahmen, denn die Spielerinnen mussten nicht nur physisch, sondern auch psychisch regenerieren und neue Motivation schöpfen. Aber als ich in die Gesichter der Spielerinnen geschaut habe, habe ich unglaublichen Hunger und Gier nach mehr Erfolg gesehen." Nur einen Gegentreffer musste seine Elf im Turnierverlauf in vier Spielen bisher zulassen und die Hoffnung ist groß, mit einer laufstarken und kompakten Leistung auch den Däninnen den Zahn zu ziehen.

Doch nicht weniger optimistisch geht der Gegner in den Kampf um einen Platz im Finale. "Wir wissen, dass es gegen Österreich das schwierigste Spiel des bisherigen Turniers werden wird, weil sie nur wenige Chancen zulassen. Aber wir sind bereit und gut vorbereitet", so Dänemarks Trainer Nils Nielsen, dessen Team durch den 2:1-Erfolg gegen Deutschland im Viertelfinale frisches Selbstvertrauen getankt hat.

Noch schmerzhaft ist den Däninnen das Halbfinal-Aus gegen Norwegen bei der EM 2013 im Gedächtnis, diesmal wollen es die Spielerinnen besser machen. Topstürmerin Harder meint: "Uns reicht es nicht aus, gegen Deutschland gewonnen zu haben. Bei der letzten EM haben wir das Finale verpasst, aber diesmal wollen wir es unbedingt schaffen. Ich habe schon Magenkribbeln, wenn ich an dieses Spiel denke."

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