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Prinz eilt von Rekord zu Rekord

Birgit Prinz hat in drei von vier EM-Endspielen getroffen und erzählt uefa.com, dass trotzdem jeder Sieg "etwas besonderes" ist.

Von Paul Saffer

Der vierte Europameistertitel in Folge ist eine unglaubliche Leistung, denn keine Mannschaft konnte die UEFA-Europameisterschaft bislang öfter als dreimal gewinnen, geschweige denn hintereinander.

Deutscher Erfolg
Am Sonntag holte Deutschland erneut die UEFA-Europameisterschaft für Frauen, einen Titel, den das Team 1995 gewonnen und 1997 und 2001 erfolgreich verteidigt hatte. Zwei Spielerinnen waren bei allen Titelgewinnen dabei - Sandra Minnert und Birgit Prinz. Doch letztere betont, dass die vierte Goldmedaille noch lange nicht ihre letzte sein soll.

Prinz unverzichtbar
Nach einer Stunde führte Deutschland im Endspiel gegen Norwegen knapp mit 2:1. In diesem Moment schlug die große Stunde von Prinz, die bis dahin kaum zu sehen war. Mit einem Weitschuss ließ sie der norwegischen Torhüterin Bente Nordby keine Chance und sorgte so für die Entscheidung.

Dauerbrenner
Es war nicht nur ihr drittes Tor in England - obwohl sie aufgrund einer Verletzung im ersten Spiel pausierte -, Prinz hatte damit auch zum dritten Mal in einem EM-Endspiel getroffen. Bereits 1995, damals als 17-Jährige, und 1997 war sie erfolgreich.

Hungrig nach mehr
Doch obwohl die zweifache FIFA-Weltfußballerin des Jahres schon viele Trophäen gesammelt hat, darunter auch den Triumph bei der FIFA-WM für Frauen, zwei Olympische Medaillen und unzählige Vereinstitel mit dem 1. FFC Frankfurt, scheint sie jeden Erfolg wie den ersten zu genießen.

Immer noch was besonderes
"Es ist jedes Mal etwas ganz besonderes", sagte sie gegenüber uefa.com. "Wenn ein Sieg nichts Besonderes mehr ist, dann musst du mit dem Fußball aufhören." Da Prinz schon so viele Erfolge feiern konnte, spürte sie auch den Triumph von Blackburn schon im Vorfeld.

"Sehr optimistisch"
"Ich war sehr optimistisch", sagte sie. "Ich habe mich selbst sehr gut gefühlt und ich wusste, dass die ganze Mannschaft sehr stark war. Ich war nach dem Gegentreffer etwas besorgt, doch nach der Halbzeit haben wir besser gespielt und nach meinem 3:1 wusste ich, dass wir gewinnen würden."

Verletzungssorgen
Obwohl sie nach England fuhr, um einen weiteren Rekord zu brechen - in einem Vorbereitungsspiel hatte sie ihr 83. Tor für Deutschland erzielt und damit die alte Bestmarke von Heidi Moor egalisiert - lief zunächst nicht alles nach Wunsch. Aufgrund einer Muskelzerrung, die sie sich beim Frankfurter Pokalsieg im Mai zugezogen hatte, flog sie angeschlagen auf die Insel.

Wieder da
So verpasste sie Deutschlands Auftaktsieg gegen Norwegen, doch nur drei Tage später trug sie sich nach 14 Treffern in der Qualifikation auch gegen Italien in die Torschützenliste ein und führte den Titelverteidiger so zu einem klaren 4:0-Erfolg.

Lücke gefüllt
Prinz traf auch nach einem fantastischen Solo beim 4:1-Halbfinalsieg gegen Finnland und sagte anschließend: "Es war für mich ein wenig enttäuschend, verletzt zum Turnier zu fahren. Doch die Mannschaft hat sich gut präsentiert und das erste Spiel auch ohne mich gewonnen. So war alles kein Problem."

Lob der Trainerin
Trainerin Tina Theune-Meyer sagte über Prinz: "Birgit ist eine der talentiertesten Stürmerinnen überhaupt." Am Sonntag saß Theune-Meyer zum letzten Mal auf der Bank und die Spielführerin widmete den Finalerfolg ihrer scheidenden Trainerin. "Wir wollten unbedingt für sie gewinnen", sagte Prinz. "Das ist das beste Abschiedsgeschenk, das man einem Trainer machen kann, und so war es umso wichtiger, das Spiel zu gewinnen."

Goldstück
Theune-Meyers Nachfolgerin Silvia Neid ist glücklich, ein Goldstück wie Prinz in der Mannschaft zu haben, wenn sie versuchen muss, Deutschlands unglaubliche Erfolgsserie fortzusetzen. Und mit nur 27 Jahren hat auch Prinz noch viel Zeit, ihre Medaillensammlung zu erweitern.

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