Schweiz mit dem Rücken zur Wand

Nach der Auftaktniederlage gegen Österreich geht es bei der UEFA Women's EURO für die Schweiz im zweiten Gruppenspiel gegen Island am Samstag in Doetinchem bereits um alles oder nichts.

Ramona Bachmann erlebte mit der Schweiz einen enttäuschenden Auftakt
Ramona Bachmann erlebte mit der Schweiz einen enttäuschenden Auftakt ©Getty Images

Die Aufarbeitung der überraschenden 0:1-Niederlage gegen Österreich fiel den Schweizer Spielerinnen nicht leicht. Zwei Tage nach der Niederlage saß Mittelfeldspielerin Martina Moser auf der Terrasse des Teamhotels in Arnheim und versuchte Antworten darauf zu finden, warum dem Team der Auftakt in die UEFA Women's EURO misslungen war.

"Unsere Rolle hat sich verändert", so Moser im Gespräch mit UEFA.com. "Vor zwei Jahren bei der WM konnten wir gegen Japan ganz unbeschwert ins Turnier starten, wo niemand etwas von uns erwartet hat. Jetzt ging es Österreich so, sie hatten nichts zu verlieren. Wir hatten etwas größeren Druck, wir wussten, dass wir in der Weltrangliste besser klassiert sind und das Spiel eigentlich gewinnen müssten."

Doch am Ende kam alles ganz anders: Nina Burger sorgte mit ihrem Treffer für einen 1:0-Sieg Österreich und die Schweiz verlor zu allem Überfluss auch noch Rahel Kiwic, eine ihrer wichtigen Abwehrstützen, durch eine Rote Karte. Und so ist das Spiel gegen Island für die Schweizerinnen bereits ein Alles-oder-Nichts-Spiel.

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"Jetzt heißt es: 'Gewinnen oder nach Hause fahren', das ist uns allen bewusst. Wir brauchen sechs Punkte in den nächsten zwei Spielen und wir werden alles dafür tun", so Topstürmerin Ramona Bachmann gegenüber UEFA.com.

Will die Schweiz noch die K.-o.-Runde erreichen, werden auch Bachmanns Tore vonnöten sein. Die 26-Jährige ist optimistisch, das Blatt noch wenden zu können. "Wir können auf die zweite Halbzeit aufbauen, in der wir uns trotz der Roten Karte wieder etwas gefunden haben."

Und sie erklärt weiter: "Nach der Roten Karte ist bei uns wohl etwas der Druck weggefallen, denn mit einem 0:1-Rückstand und einer Spielerin weniger auf dem Platz rechnet niemand mehr damit, dass wir das Spiel noch drehen. Das war eine Art Weckruf, aber leider hat es nicht mit einem Tor geklappt."

Mut macht den Schweizerinnen, dass sie in den Duellen mit Island in der näheren Vergangenheit immer die Oberhand behielten. "Wir haben die letzten zwei Spiele gegen sie deutlich gewonnen, aber das heißt natürlich nicht, dass wir das nächste Spiel auch gewinnen werden", so Bachmann.

"Island hat eine athletische Mannschaft, die von ihrer Zweikampfstärke und ihrem Glauben lebt." Den Beleg dafür erbrachten die Isländerinnen bei der knappen 0:1-Auftaktniederlage gegen Frankreich, als erst ein verwandelter Foulelfmeter der Französinnen einen Punktgewinn Islands zunichtemachte.

Bachmann meint: "Mit der Qualität, die wir haben, hoffen wir, ihre Schwächen kaltblütig ausnutzen zu können." Und auch Moser wirft die Flinte noch lange nicht ins Korn. "Wir haben jetzt einen klaren Plan, dass wir gegen Island vor allem in der Körpersprache, in Präsenz, Wille und Leidenschaft alle Sachen besser machen wollen. Wir wollen zeigen, dass wir auch anders können."