Babett Peter: Besonnen und bissig

Wenn DFB-Innenverteidigerin Babett Peter auf dem Platz steht, haben Deutschlands Gegner in der Regel nur wenig zu jubeln. Das soll gegen Italien so bleiben.

Deutschlands Abwehrchefin Babett Peter
Deutschlands Abwehrchefin Babett Peter ©Getty Images

23 Mal kam Peter für die DFB-Auswahl bei der UEFA Women's EURO (Endrunde und Qualifikation) in ihrer nun bereits elf Jahre andauernden Karriere in der Nationalmannschaft zum Einsatz. 21 Mal ging die deutsche Mannschaft dabei als Sieger vom Platz, die beiden anderen Partien endeten mit einem Remis. 17 Mal blieben Peter und ihre Teamkolleginnen dabei sogar ohne Gegentreffer.

"Das ist eine sehr interessante Statistik, das wusste ich gar nicht", so Peter gegenüber UEFA.com. "Ich bin ja hinten nicht alleine und es zeigt einfach, dass Deutschland über Jahre in Europa eine der führenden Mannschaften ist. Eine solche Bilanz ist schon Wahnsinn. Wir haben deswegen auch den EM-Titel sechs Mal in Folge gewonnen und wir arbeiten hart daran, dass es so weitergeht."

Auch zum Auftakt der UEFA Women's EURO 2017 gegen den vermeintlich stärksten Gruppengegner Schweden schaffte es die 29-Jährige wieder einmal mit ihrer besonnenen, aber dennoch bissigen Spielweise den Gegner erfolgreich am Toreschießen zu hindern. "Grundsätzlich sind wir dem Auftakt zufrieden. Wir haben kein Gegentor bekommen und es in der zweiten Halbzeit nur versäumt, uns zu belohnen. Aber wir können viel Positives aus diesem Spiel ziehen."

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Allein Tore zu verhindern, reicht einer Verteidigerin im modernen Fußball allerdings schon lange nicht mehr aus. "Das Anforderungsprofil gerade an Innenverteidigerinnen ist viel größer geworden, seit ich 2006 angefangen habe. Mittlerweile reicht es nicht mehr gut zu verteidigen, man muss sich auch um den Spielaufbau kümmern und das Spiel mitgestalten." Am Freitag geht es nun im zweiten Gruppenspiel gegen Italien.

Ein Sieg ist Pflicht, um das Tor zum Viertelfinale weit aufzustoßen. Die Italienerinnen erwiesen sich in der Vergangenheit schon häufig als unbequeme Gegner. Bei der UEFA Women's EURO 2013 gab es im Viertelfinale einen hart erkämpften 1:0-Sieg, vier Jahre zuvor beim Turnier in Finnland ebenfalls im Viertelfinale ein 2:1. Zudem stehen die Italienerinnen nach der etwas überraschenden Auftaktniederlage gegen Russland selbst unter Zugzwang.

"Ich habe schon das eine oder andere Mal gegen Italien gespielt. Sie sind immer ein unangenehmer Gegner. Sie werden sehr tief stehen und uns mit allen Mitteln das Leben schwer machen. Das wird für uns ein sehr schweres Spiel." Doch es sollte sich niemand wundern, wenn Peter ein weiteres Mal ohne Gegetreffer bleibt.