Die Endrundenteilnehmer der Frauen-EURO: Topf 1

Neben Gastgeber Niederlande und Titelverteidiger Deutschland komplettieren Frankreich und England den Topf der topgesetzten Teams für die Auslosung der EURO, wir stellen diese vier Mannschaften vor.

Die Niederlande sind der Gastgeber der UEFA Women's EURO 2017
Die Niederlande sind der Gastgeber der UEFA Women's EURO 2017 ©KNVB

Neben Gastgeber Niederlande und Titelverteidiger Deutschland komplettieren Frankreich und England den Topf der topgesetzten Teams für die Auslosung der UEFA Women's EURO am Dienstag, wir stellen diese vier Mannschaften vor.

  • Die vier Töpfe (Livestream von der Auslosung um 17:30 Uhr MEZ in Rotterdam)

Topf 1: Niederlande (Gastgeber, in Gruppe A platziert), Deutschland (Titelverteidiger), Frankreich, England
Topf 2:
Norwegen, Schweden, Spanien, Schweiz
Topf 3:
Italien, Island, Schottland, Dänemark
Topf 4:
Österreich, Belgien, Russland, Portugal

  • Topf 1 Profile
©KNVB

Niederlande (Gastgeber)
2013: Gruppenphase
Bestes EURO-Abschneiden: Halbfinale (2009)
Qualifiziert als: Gastgeber
Trainer: Arjan van der Laan
Aufgepasst auf: Vivianne Miedema (Sturm, Bayern München)

Rückspiegel: Ursprünglich eine eher defensiv ausgerichtete Mannschaft, die unter Vera Pauw beim EURO-Debüt gleich das Halbfinale erreichte, hat sich das Team der Niederlande unter Trainer Roger Reijners - und in den letzten zwölf Monaten unter van der Laan - auch offensiv enorm weiter entwickelt und debütierte 2015 bei der FIFA-WM, wo man im Achtelfinale nur knapp dem späteren Finalisten Japan unterlag.

Da man als Gastgeber automatisch für die EURO qualifiziert war, testeten die Niederländerinnen eifrig und durchaus erfolgreich: einem 7:0-Sieg in Schottland folgte ein ehrenvolles 2:4 in Deutschland, dem elften Spiel des Jahres 2016 und die Partien gegen Belgien und England stehen noch aus. Nach dem Rücktritt von Stürmerin Manon Melis liegt die Last der Verantwortung noch mehr auf den Schultern von Miedema, die seit dem Gewinn der U19-EURO der Frauen im Jahr 2014 immer besser in Schuss kommt.

©Getty Images

Deutschland (Titelverteidiger)
2013:
Sieger
Bestes EURO-Abschneiden: Sieger (1989, 1991, 1995, 1997, 2001, 2005, 2009, 2013)
Qualifiziert als: Sieger der Gruppe 5, S8 U0 N0 Tore: 35:0 Punkte: 24
Trainerin: Steffi Jones
Aufgepasst auf: Anja Mittag (Sturm, Wolfsburg)

Rückspiegel: Seit über 20 Jahren ist das DFB-Team nun amtierender Europameister, in dieser Zeit saßen ganze vier Trainer/Innen auf der deutschen Bank: der verstorbene Gero Bisanz, Tina Theune, Silvia Neid und, seit Neids Rücktritt nach dem Gewinn von Olympia-Gold im August, Steffi Jones.

Die ehemalige Nationalspielerin muss nach den Rücktritten solcher Stars wie Nadine Angerer, Saskia Bartusiak, Nadine Keßler und Célia Šašić eine junge Mannschaft aufbauen, doch die letzten Ergebnisse - acht Siege in Folge - lassen den Schluss zu, dass der DFB auf diesem Weg schon weit gekommen ist.

©Getty Images

Frankreich
2013: Viertelfinale
Bestes EURO-Abschneiden: Viertelfinale (2009, 2013)
Qualifiziert als: Sieger der Gruppe 3, S8 U0 N0 Tore: 27:0 Punkte: 24
Trainer: Olivier Echouafni
Aufgepasst auf: Camille Abily (Mittelfeld, Lyon)

Rückspiegel: Was das Talent ihrer Spielerinnen angeht, müsste Frankreichs Equipe eigentlich seit Jahren mit der deutschen Mannschaft um die Vorherrschaft in Europa kämpfen, doch in der Realität gab es bei den letzten drei großen Endrunden jeweils drei Mal knappe Niederlagen im Viertelfinale. Die Dominanz von Lyon in der UEFA Women's Champions League, mit einem nahezu identischen Kader, unterstreicht das nur.

Nach dem Abschied von Philippe Bergeroo soll nun Olivier Echouafni die Geschicke der Französinnen leiten. Gelingt es ihm, die chronische Tor-Flaute seiner Mannschaft zu beenden, könnte Frankreich der schärfste Rivale des DFB-Teams werden.

©Getty Images

England
2013: Gruppenphase
Bestes EURO-Abschneiden: Finalist (1984. 2009)
Qualifiziert als: Sieger der Gruppe 7, S7 U1 N0 Tore: 32:1 Punkte: 22
Trainer: Mark Sampson
Aufgepasst auf: Steph Houghton (Abwehr, Manchester City)

Rückspiegel: Unter der langjährigen Trainerin Hope Powell entwickelten sich Englands Frauen zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten der europäischen Topnationen, und unter ihrem Nachfolger Mark Sampson gab es mit dem 3. Platz bei der WM 2015 auch eine erste Belohnung. Bei diesem Sieg gegen Deutschland zeigte England wahrscheinlich seine beste Leistung, und dank der wachsenden Professionalität in der heimischen Liga hat der junge Waliser Sampson mittlerweile eine deutlich größere Auswahl an Talenten als seine Vorgänger.

Mit routinierten Spielerinnen wie Alex Scott, Casey Stoney, Jill Scott, Fara Williams und Karen Carney, die alle schon über 100 Länderspiele absolviert haben, und jungen Talenten wie Demi Stokes und Nikita Parris könnte England bei der EURO die Rolle als Hecht im Karpfenteich übernehmen.