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Mittag zu Wolfsburg: Die Rekordbrecher

Veröffentlicht: Dienstag, 30. August 2016, 15.30MEZ
Die Toptorschützin des Europapokals, Anja Mittag, wechselte von Paris Saint-Germain nach Wolfsburg und ist nur noch einen Treffer von ihrem 50. entfernt - doch Marta ist ihr auf den Fersen.
von Paul Saffer
Mittag zu Wolfsburg: Die Rekordbrecher
Anja Mittag wechselte von Paris nach Wolfsburg ©Getty Images

Fotos

  • Nikita Parris (Manchester City)
  • Izzy Christiansen (Manchester City)
  • Manchester City celebrate
  • Tereza Szewieczková (Slavia Praha)
 
Veröffentlicht: Dienstag, 30. August 2016, 15.30MEZ

Mittag zu Wolfsburg: Die Rekordbrecher

Die Toptorschützin des Europapokals, Anja Mittag, wechselte von Paris Saint-Germain nach Wolfsburg und ist nur noch einen Treffer von ihrem 50. entfernt - doch Marta ist ihr auf den Fersen.

Anja Mittag, die beste Torschützin in der Geschichte der UEFA-Frauenklubwettbewerbe, wird nach ihrem Wechsel nach Wolfsburg, wo sie einen Zweijahresvertrag unterschrieb, jetzt ihr 50. Tor schießen wollen.

Die 31-jährige, die gerade mit Deutschland bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille gewann, zählt schon 49 Tore in der UEFA Women's Champions League und dem Vorgänger UEFA-Frauenpokal. Sie gewann den Titel mit ihrem ersten Klub Turbine Potsdam zwei Mal und spielte auch für das schwedische Team Rosengård bevor sie ein Jahr in Paris verbrachte.

Bei Wolfsburg wird die Stürmerin jetzt in die Fußstapfen ihrer ehemaligen Teamkollegin aus Potsdam und der Nationalmannschaft, Conny Pohlers, treten, die ihre Karriere bei den Wölfinnen beendete. Mit dem Klub aus Niedersachsen gewann sie die Endspiele 2013 und 2014 und gab erst letzte Saison ihren Titel als Toptorschützen des Wettbewerbs an Mittag ab.

Währenddessen liegt Mittags ehemalige Rosengård-Mitspielerin Marta nur drei Tore hinter ihr und wird in der kommenden Saison mit der Nummer vier der Liste, Lotta Schelin, in Malmö zusammen spielen.

UEFA.com blickt auf die Toptorschützinnen seit dem Start des UEFA-Frauenpokals 2001 und dessen Neuauflage acht Jahre später zurück.

©Getty Images

Conny Pohlers: bis letztes Jahr Toptorschützin

1 Anja Mittag (Turbine Potsdam/Rosengård/Paris Saint-Germain/Wolfsburg) 49*
Mittag traf 2005 im Endspiel gegen Djurgården für Potsdam und war auch an Turbines Sieg 2010 beteiligt, bevor es sie nach Schweden zog. Vor einem Jahr wechselte sie nach Paris und erzielte dort ihr 49. Tor gegen Örebro. Als frischgebackene Goldmedaillengewinnerin ging sie nach Wolfsburg, wo sie sich jetzt auf die Jagd nach dem 50. Treffer machen wird. Sie hat in keiner ihrer bisher neun Europapokalsaisons weniger als drei Tore erzielt.

2 Conny Pohlers (Turbine Potsdam/FFC Frankfurt/Wolfsburg) 48
Pohlers erzielte 2004/05 beim Sieg Potsdams gleich 14 Tore, ein Rekord, der nur von Margrét Lára Vidarsdóttir 2008/09 und Frankfurts Célia Šašić 2014/15 eingestellt wurde. Nach dem Wechsel nach Frankfurt gelangen Pohlers im Endspiel 2008 drei Treffer. Außerdem durfte sie sich über zwei weitere Titel mit Wolfsburg in ihren letzten beiden aktiven Spielzeiten 2012/13 und 2013/14 freuen. Vier Siege im Europapokal gelangen außer ihr nur noch Viola Odebrecht. Zudem brauchte sie für ihre 48 Tore nur 45 Einsätze, zehn weniger als Mittag.

3 Marta (Umeå/Tyresö/Rosengård) 46*
Während Mittag weiterzieht, bleibt Marta Rosengård treu und will 2016/17 erneut den Europapokal gewinnen. Die brasilianische Stürmerin war 18, als sie für Umeå erstmals in Europa spielte, sie traf in Hin- und Rückspiel des Halbfinales gegen Brøndby und schoss in den Endspielen bei den beiden Siegen gegen Frankfurt drei weitere Treffer. Das war überraschenderweise das bislang letzte Mal, dass Marta diesen Titel gewinnen konnte: 2007 und 2008 verlor sie mit Umeå das Endspiel, 2014 dann ebenso mit Tyresö. Für Rosengård gelangen ihr 2014/15 auf dem Weg ins Viertelfinale vier Tore, letzte Saison schoss sie weitere fünf, inklusive eines Dreierpacks gegen Verona im Viertelfinale.

4 Lotta Schelin (Lyon/Rosengård) 41*
Die schwedische Stürmerin Schelin hat zwar ebenso wenig wie Mittag, Marta und Nina Burger je die Krone der Torschützenkönigin in einer einzelnen Saison gewonnen, traf aber in den letzten acht Spielzeiten konstant für ihren Verein Lyon, der 2011, 2012 und 2016 den Titel gewann. Merkwürdigerweise hat Schelin in ihren drei Endspielen aber nie treffen können.

Nach dem Finaltriumph über Wolfsburg in der letzten Saison, wo sie im Elfmeterschießen traf, verabschiedete sie sich aus Lyon und kehrte nach Schweden zurück. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie Burger als Spielerin mit den meisten Toren für einen einzigen Verein in diesem Wettbewerb überholt. Im Halbfinale gegen Paris und Mittag schoss sie ihre Tore Nummer 40 und 41.

5 Nina Burger (Neulengbach) 40
Österreichs Nationalspielerin Burger schrieb 2014/15 ein wenig Geschichte, als sie als erste Spielerin 40 Europapokaltore für eine einzige Mannschaft erzielte. Sie kehrte aus den USA wieder nach Neulengbach zurück. Jetzt spielt sie bei Sand in der deutschen Frauen-Bundesliga.

©Sportsfile

Lange war Hanna Ljungberg die Nummer Eins

6 Hanna Ljungberg (Umeå) 39
Für lange Zeit war es Ljungberg, die den Rekord an Europapokaltoren für einen einzigen Verein hielt. Die schwedische Stürmerin führte ab 2002/03 sogar für ein Jahrzehnt die ewige Torjägerinnenliste an (damals, als Umeå seinen ersten Titel gewann, schoss sie zehn Tore) und wurde erst 2012/13 von Pohlers überholt. Hätte sie nicht im Juli 2009 verletzungsbedingt überraschend ihre Karriere beenden müssen, würde sie die Rangliste wohl immer noch anführen – sie erzielte im Schnitt genau ein Tor in jedem Europapokalspiel.

7 Inka Grings (Duisburg/Zürich) 38
Da Grings Duisburg lange Zeit nicht verlassen wollte, kam sie erst 2008/09 zu ihrem Europapokaldebüt und hielt am Ende auch gleich den Pokal in den Händen. Dazu trugen ihre zwölf Tore einen großen Teil bei, im Hinspiel des Finales gegen WFC Zvevda-2005 traf sie drei Mal. Grings erzielte weiter munter ihre Tore und wurde 2010/11 mit 13 Treffern die Torschützenkönigin in diesem Wettbewerb. Sie wechselte zu Zürich, wo ihr 2012/13 vier weitere Tore gelangen. Mittlerweile hat sie ihre aktive Karriere beendet und ist Trainerin in Duisburg. Ihre 38 Europapokaltore erzielte sie in lediglich 29 Spielen, insgesamt kommt sie auf über 500 Tore für ihre Vereine und die Nationalmannschaft.

Auf den Plätzen
8 Margrét Lára Vidarsdóttir (Valur Reykjavik, Turbine Potsdam) 34 [in 21 Spielen]
9 Kim Little (Hibernian, Arsenal) 32
10 Patrizia Panico (Lazio, Verona, ASD Torres) 31

*Aktueller Klub in der UEFA Women's Champions League 2015/16

Es wurden die Vereine genannt, für die die Spielerinnen im Europapokal aufliefen, auch wenn sie dabei kein Tor erzielten

Letzte Aktualisierung: 30.08.16 19.45MEZ

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