Lyon holt gegen Wolfsburg den dritten Titel

Lyon gewann die UEFA Women's Champions League 2015/16 zum dritten Mal, doch was eigentlich nach einem relativ leichten Finalsieg gegen Wolfsburg aussah, wurde doch noch richtig spannend.

(Olympique Lyonnais)
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Lyon gewann die UEFA Women's Champions League zum dritten Mal, doch das eigentlich relativ einfach aussehende Endspiel gegen Wolfsburg wurde doch noch richtig spannend.

2013 beendete Wolfsburg Lyons zwei Jahre an der Spitze Europas, aber Ada Hegerbergs frühes Tor in Reggio Emilia schien zu reichen, um das Ergebnis der letzten Endspielbegegnung umzudrehen. Doch zwei Minuten vor Schluss machte Alex Popp den Ausgleich und Wolfsburg führte sogar im Elfmeterschießen, bevor der Pokal nach Frankreich zurückkehrte.

Eine Rekordzahl von 56 Klubs aus 47 Ländern startete in den Wettbewerb, inklusive drei aus Deutschland, da Frankfurt, Titelträger von 2015, in der Liga hinter Bayern und Wolfsburg geblieben war. Luxemburg stellte zum ersten Mal seit 2011/12 ein Team, während Chelsea, Atlético Madrid und Ferencváros ihre Debüts gaben.

Ferencváros schied wie KÍ Klaksvík, Meister der Färöer Inseln und das einzige Team, das in allen 15 Spielzeiten dabei war, schon in der Qualifikationsrunde gegen Twente aus. Die Holländerinnen schafften daraufhin eine der größten Überraschungen der Saison: Sie schlugen die Bayern nach Auswärtstoren.

Twente scheiterte im Achtelfinale an Barcelona, das gerade erst zum Profiklub geworden war, während Wolfsburg Chelsea rausschmiss und Anja Mittag für ihren neuen Klub Paris Saint-Germain gegen KIF Örebro traf und somit auf 49 Europapokaltore kommt, eines mehr als Conny Pohlers' alter Rekord. Slavia Prag erreichte zum ersten Mal das Viertelfinale, verlor jedoch im ersten Frauenspiel im neuen Stade de Lyon mit 1:9 gegen OL. 

Frankfurt musste sowohl im Achtelfinale gegen LSK Kvinner als auch im Viertelfinale gegen Rosengård ins Elfmeterschießen, um weiterzukommen. Doch im Halbfinale gegen Wolfsburg reichte das Glück alleine nicht mehr aus: Eine 0:4-Niederlage konnten sie im Rückspiel mit dem 1:0-Sieg nicht wieder gutmachen.

Das andere Halbfinale fand ebenfalls zwischen zwei Teams aus dem gleichen Land statt: Lyon revanchierte sich bei Paris für die Achtelfinalniederlage von 2014/15 mit einem 7:0-Heimsieg vor 22 050 Fans – Rekord für ein Frauenfußballspiel in Frankreich. Lyon gewann das Rückspiel mit 1:0 und machte so die Wiederholung des Endspiels von 2013 und sechste Finalbegegnung zwischen einem deutschen und einem französischen Team in sieben Jahren perfekt.

Vor mehr als 15 000 Fans im Stadion von Sassuolo brachte Hegerberg Lyon in der 12. Minute mit ihrem 13. Treffer des laufenden Wettbewerbs in Führung, nur einer weniger als der Rekord für Tore in einer Saison. Lyon blieb dominant, konnte jedoch trotz geballter Offensivkraft und insgesamt mehr als 150 Treffern in dieser Saison kein zweites Tor schießen – stattdessen machte Popp zwei Minuten vor Schluss per Kopf den Ausgleich.

Erst zum zweiten Mal ging es im Endspiel ins Elfmeterschießen. Lyon verlor das letzte 2010 gegen Turbine Potsdam und geriet in Rückstand, nachdem Almuth Schult Hegerbergs Schuss parierte. Doch Lyons Sarah Bouhaddi hielt sowohl gegen Nilla Fischer als auch Élise Bussaglia (die wie Lara Dickenmann im Sommer 2015 von Lyon nach Wolfsburg gewechselt war). Saki Kumagai verwandelte den entscheidenden Elfmeter eiskalt, so wie sie es schon im WM-Finale 2011 für Japan getan hatte.

Kumagai wurde vom Technischen Team der UEFA als Spielerin des Spiels ausgezeichnet, in dessen Kader der Saison von 18 Spielerinnen zehn aus Lyon kommen. Über die Abschiede von Louisa Nécib, Amandine Henry und Lotta Schelin, die alle ihre Anteile in den neun Europapokal-Spielzeiten von Lyon hatten, sagte Kumagai: "Vor dem Spiel haben wir gesprochen, dass wir gewinnen werden – für uns, aber vor allem für sie."