Lyon erster französischer Titelträger

In der Neuauflage des Endspiels von 2010 feierte Olympique Lyonnais durch ein 2:0 gegen Titelverteidiger 1. FFC Turbine Potsdam den Triumph und holte den Pokal damit erstmals nach Frankreich.

Lyon nach Triumph gegen Potsdam erlöst

Beim Finale der UEFA Women's Champions League in London standen dieselben Teams auf dem Platz, wie bereits zwölf Monate zuvor. Doch diesmal feierten nach Abpfiff die Spielerinnen von Olympique Lyonnais, nachdem sie den 1. FFC Turbine Potsdam bezwungen hatten und als erste französische Mannschaft den Pokal in die Höhe strecken durften.

Bereits vor dem Turnier waren Lyon, Potsdam und der FCR 2001 Duisburg - Gewinner des UEFA-Frauenpokals 2009 - die favorisierten Mannschaften. Wie auch im letzten Jahr trafen die beiden deutschen Teams im Halbfinale aufeinander. Potsdam hatte zu diesem Zeitpunkt beeindruckende Gesamtsiege zu verbuchen: Ein 15:0 gegen den finnischen Debütanten Åland United, ein 16:0 gegen SV Neulengbach aus Österreich und schließlich ein 9:2-Erfolg gegen Lyons französischen Rivalen FCF Juvisy Essonne standen auf der Habenseite.

2010 benötigte Potsdam ein Elfmeterschießen um sich gegen Duisburg durchzusetzen, diesmal reichte auswärts ein 2:2-Unentschieden, ehe Yuki Nagasato mit ihrem Treffer im Rückspiel für die Entscheidung sorgte. Es gab jedoch einen kleinen Trost für Duisburg, Inka Grings wurde mit 13 Treffern beste Torjägerin. Die vielleicht größte Überraschung gab es in der Qualifikationsrunde, als sich der zweimalige Titelträger Umeå IK mit 1:4 gegen Apollon Limassol LFC geschlagen geben musste.

Lyon selbst warf mit AZ Alkmaar und WFC Rossiyanka zwei starke Kontrahenten aus dem Turnier, jeweils souverän mit 10:1 und 11:1 im Gesamtergebnis. Im Viertelfinale trafen sie mit Zvezda-2005 erneut auf eine russische Mannschaft. Lyon war dominant, erreichte aber nur dank eines Treffers von Lara Dickenmann beim zweiten Spiel im Stade de Gerland die nächste Runde. Erstmals strömten über 20 000 Zuschauer in ein Halbfinale, als Lyon dort im Hinspiel auf Arsenal LFC traf. Zwei frühe Tore von Lotta Schelin sorgten für einen 2:0-Erfolg, beim Rückspiel hieß es am Ende 3:2 für die Franzosen.

Obwohl es am Finaltag schwere Regenschauer gab, verfolgten ganze 14 303 Zuschauer das Endspiel in Fulham FCs Craven Cottage. Potsdam musste auf die verletzte Nagasato verzichten, hatte zu Beginn mit der starken Offensive um Anja Mittag, Fatmire Bajramaj und Isabel Kerschowski aber mehr vom Spiel. Aber allmählich übernahm Lyon die Kontrolle, Lotta Schelin sorgte in der Spitze für Gefahr und Élodie Thomis machte viel Wirbel über die rechte Seite. Dort entstand auch der erste Treffer nach 27 Minuten.

Die Ecke von Sonia Bompastor wurde von Amandine Henry auf Schelin weitergeleitet. Ihr Schussversuch wurde von Anna Felicitas Sarholz - der Finalheldin 2010 - geblockt, doch Wendie Renard verwertete den Nachschuss. Potsdam hatte früh in der zweiten Hälfte die besten Möglichkeiten, als Kerschowski und Mittag aus kurzer Distanz scheiterten. Doch Lyon war der physischen Herausforderung gewachsen und hatte zugleich hochkarätige Einwechselspieler. Fünf Minuten vor dem Ende sorgten diese für den entscheidenden Treffer: Dickenmann vollendete sehenswert eine Flanke von Eugénie Le Sommer.

Lyons Trainer Patrice Lair, der das Team nach dem Finale im letzten Jahr übernommen hatte, war begeistert von seiner Mannschaft. Er sagte, dass es sein Ziel war, der Mannschaft diesen Titel zu schenken. Die Verpflichtungen von Bompastor, Camille Abily und Le Sommer habe Lyon noch stärker als 2010 gemacht. "Emotional ist das ein großartiger Moment, ich denke das Beste als Trainer. Ich habe die komplette Saison mit dieser großartigen Mannschaft sehr genossen."