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Geschichte der UEFA Women's Champions League

Bei seinem Treffen am 23. Mai 2000 in Paris entschied das UEFA-Exekutivkomitee, einen europäischen Vereinswettbewerb für Frauenteams zu schaffen. Dies war die Geburtsstunde des UEFA-Frauenpokals.
Geschichte der UEFA Women's Champions League
(1. FFC Frankfurt) ©Sportsfile
 

Geschichte der UEFA Women's Champions League

Bei seinem Treffen am 23. Mai 2000 in Paris entschied das UEFA-Exekutivkomitee, einen europäischen Vereinswettbewerb für Frauenteams zu schaffen. Dies war die Geburtsstunde des UEFA-Frauenpokals.

Bei seinem Treffen am 23. Mai 2000 in Paris entschied das UEFA-Exekutivkomitee, einen europäischen Vereinswettbewerb für Frauenteams zu schaffen. Dies war die Geburtsstunde des UEFA-Frauenpokals. Vor der neunten Ausgabe (2009/10) wurde der Wettbewerb durch eine Entscheidung im Dezember 2008 in UEFA Women's Champions League umbenannt.

Die Auslosung für den Wettbewerb 2001/02 wurde während der Endrunde der UEFA-Europameisterschaft für Frauen 2001 in Deutschland durchgeführt. 33 Teams gingen in das Rennen um den Pokal, am Ende erreichten Umeå IK aus Schweden und der 1. FFC Frankfurt das Finale, das am 23. Mai 2002 im Waldstadion stattfand. Frankfurt wurde durch einen 2:0-Erfolg der erste Sieger des UEFA-Frauenpokals.

In der Saison 2002/03 gingen 35 Vereine an den Start. Im Halbfinale kam Umeå gegen Frankfurt zu einer erfolgreichen Revanche. Nachdem beide Partien 1:1 ausgegangen waren, setzten sich die Schwedinnen mit 7:6 im Elfmeterschießen durch. Im anderen Halbfinale behielt Fortuna Hjørring aus Dänemark gegen Englands Arsenal LFC mit insgesamt 8:2 die Oberhand. Das Finale wurde zu einer einseitigen Angelegenheit, Umeå gewann das Hinspiel zu Hause mit 4:1 und siegte im Rückspiel mit 3:0.

40 Teams nahmen am Wettbewerb 2003/04 teil, und wieder dominierten die Teams aus Deutschland und Skandinavien. Umeå bezwang den dänischen Meister Brøndby IF insgesamt mit 4:2 und traf im Endspiel auf den Erzrivalen aus Frankfurt, der sich gegen Schwedens Malmö FF nach Hin- und Rückspiel mit 4:1 durchgesetzt hatte. Umeå sicherte sich zum zweiten Mal in Folge den Titel. Im Hinspiel gab es einen 3:0-Erfolg - für Frankfurt die erste Niederlage im Wettbewerb nach regulärer Spielzeit - das Rückspiel in Deutschland gewannen die Schwedinnen sogar mit 5:0.

In der Saison 2004/05 waren 43 Mannschaften dabei. Zum zweiten Mal in der Geschichte ging der Titel nach Deutschland. Der Sieger hieß aber nicht Frankfurt, sondern 1. FFC Turbine Potsdam. Im Endspiel setzte sich das Team insgesamt mit 5:1 gegen den schwedischen Meister Djurgården/Älvsjö durch.

In der Saison 2005/06 nahmen erneut 43 Vereine teil und obwohl Potsdam es ins Finale schaffte - nach einem Sieg gegen Djurgården/Älvsjö - war es schließlich Frankfurt, das die Trophäe nach dem 4:0 im Hinspiel mit einem 3:2 im Rückspiel vor der Rekordkulisse von 13 200 Zuschauern holte. Steffi Jones und Birgit Prinz trafen im Rückspiel - genauso wie vier Jahre zuvor gegen Umeå im Endspiel des Debütwettbewerbs.

Auch für die Saison 2006/07 blieben Format und Teilnehmerzahl unverändert, aber im Viertelfinale passierte das Undenkbare - beide deutschen Teilnehmer schieden aus. Frankfurt musste sich Kolbotn IL geschlagen geben, Brøndby besiegte Potsdam. Arsenal schalte jedoch Brøndby im Halbfinale aus und wurde der erste englische Finalist, Umeå zog zum vierten Mal ins Endspiel ein, mit einem komfortablen Triumph gegen Kolbotn. Arsenal gewann dann das Final-Hinspiel in Schweden mit 1:0 und hielt im Rückspiel ein torloses Remis, das dem Team den Titel bescherte.

Für die Saison 2007/08 meldeten 45 Vereine, Titelverteidiger Arsenal musste sich im Viertelfinale gegen den aufstrebenden Debütanten Olympique Lyonnais geschlagen geben. Gleich zwei Teams erreichten erstmals das Halbfinale, Lyon und ASD CF Bardolino Verona. Obwohl beide Mannschaften in den Rückspielen mehr als 12 000 Zuschauer ins Stadion lockten, setzten sich Umeå und Frankfurt durch, die somit bereits zum dritten Mal im Finale aufeinander trafen. Im Hinspiel traf Umeå durch Marta bereits nach zwölf Sekunden, doch Conny Pohlers, 2005 UEFA-Pokal-Siegerin mit Potsdam, sorgte mit ihrem Treffer für ein 1:1-Unentschieden. Ein Woche später verfolgte die Rekordzuschauerzahl von 27 640 Besuchern das Rückspiel im früheren Waldstadion. Pohlers traf zweimal früh in beiden Halbzeiten und ebnete den Weg zum 3:2-Sieg, einem 4:3-Gesamterfolg. Frankfurt ist somit die erste Mannschaft, die den Titel dreimal gewinnen konnte.

In der Saison 2008/09, der letzten, bevor die UEFA Women's Champions League den UEFA-Frauenpokal ablöste, erreichten zwei Neulinge das Finale. Im Viertelfinale warf der FCR 2001 Duisburg Titelverteidiger 1. FFC Frankfurt aus dem Wettbewerb, im Halbfinale setzte man sich dann gegen Olympique Lyonnais durch. Russlands Zvezda-2005, das Frankfurt in der zweiten Qualifikationsrunde bezwungen hatte, setzte sich gegen Brøndby und im Halbfinale gegen Umeå durch. Duisburg behielt dann die Trophäe in Deutschland, nach einem 6:0-Auswärtssieg in Perm und einem anschließenden 1:1 in der MSV Arena, in der 28 112 Zuschauer den Rekord von Frankfurt aus dem Jahr zuvor verbesserten.

Bei der Premiere der UEFA Women's Champions League in der Spielzeit 2009/10 gehörten die Vizemeister der acht bestplatzierten Verbände zu den 53 Teilnehmern, aber es waren zwei Meister, die in dem auf ein Spiel reduzierten Finale in Getafe die Klingen kreuzten: Potsdam und Olympique Lyonnais. Nach 120 Minuten waren keine Tore gefallen, und auch das Elfmeterschießen sollte in die Verlängerung gehen, ehe Potsdam sich schließlich 7:6 durchsetzte.

Die Saison 2010/11 unterstrich dann, dass die beiden Vorjahresfinalisten die stärksten Mannschaften Europas waren, denn erneut standen sie sich im Finale - diesmal im Londoner Craven Cottage - gegenüber. Lyon sorgte durch Treffer von Wendie Renard und Lara Dickenmann beim 2:0-Sieg über Turbine für die verdiente Revanche, die gleichbedeutend mit dem ersten Triumph einer französischen Mannschaft war.

2011/12 konnte Lyon seinen Vorjahrestriumph wiederholten, setzte sich im Halbfinale gegen Potsdam durch und schlug Frankfurt im Endspiel durch einen Elfmeter von Eugénie Le Sommer und ein Volleytor von Camille Abily vor der Rekordkulisse von 50 212 Zuschauern, die im Münchner Olympiastadion aufgestellt wurde, mit 2:0.

Lyon stand 2012/13 zum vierten Mal in Folge im Finale, verpasste an der Londoner Stamford Bridge jedoch den Hattrick. Martina Müller verwandelte in der 73. Minute einen Elfmeter zum 1:0-Sieg für den VfL Wolfsburg. Wie schon 2002 bei Frankfurt, 2005 bei Potsdan und 2009 bei Duisburg war es Wolfsburgs Debüt in Europa.

Wolfsburg erreichte auch das Endspiel 2013/14 in Lissabon, als Titelverteidiger ging es gegen den Debütanten Tyresö FF. Das schwedische Team führte zur Pause mit 2:0 und später 3:2, ehe sich Wolfsburg am Ende mit 4:3 durchsetzen konnte. Müller erzielte erneut den Siegtreffer.

2014/15 ging der Titel wieder nach Frankfurt. Paris Saint-Germain schaltete auf dem Weg zu seinem ersten Endspiel Lyon und Wolfsburg aus, verlor dann jedoch in Berlin nach Mandy Islackers Siegtreffer in der Nachspielzeit mit 1:2.

http://de.uefa.com/womenschampionsleague/history/index.html#geschichte+uefa+womens+champions+league