
Im Zusammenhang mit der UEFA-U17-Europameisterschaft für Frauen haben 200 Kinder die Chance erhalten, bei zwei eigens arrangierten Trainingseinheiten ihre Fähigkeiten zu zeigen.
Jungen und Mädchen zwischen fünf und 14 Jahren aus Sommerfußballcamps, Jugendvereinen und Mädchenklubs in den Schweizer Kantonen Vaud, Genf und Fribourg, nahmen vor den Halbfinals am Donnerstag im Stade Colovray, das sich direkt neben dem UEFA-Hauptquartie in Nyon befindet, daran teil. Die Einheiten wurden gemeinsam von der UEFA und den Fußballverbänden in Vaud (ACVF) und Genf (ACGF) organisiert.
Die Trainingseinheiten, an denen je etwa hundert Kinder teilnahmen, beinhalteten acht verschiedene Übungsstationen auf dem ganzen Platz. Die Kinder hatten Gelegenheit, sich mit verschiedenen Aspekten des Fußballspiels auseinanderzusetzen, wobei durchwegs der Spaß im Vordergrund stand.
Bei diesen Stationen wurde Fußballtennis gespielt, gepasst, geschossen, auf Kleinfeldern geübt, jongliert und die Koordination getestet. Jedes Kind verbrachte an jeder Station zehn Minuten, ehe es zur nächsten ging. Dieser Tag wurde durch die Tatsache zu etwas besonderem gemacht, dass an diesen Einheiten die Schweizer Nationalspielerinnen Jennifer Oehrli, Rahel Graf, Marie-Andrea Egli und Noémie Beney teilnahmen.
"Ich fand die Übungen exzellent, die Kinder sind glücklich, hier zu sein, und sie nehmen mit Begeisterung teil", sagte die 26-jährige Mittelfeldspielerin Beney, die bereits mehr als 40 Länderspiele bestritten hat. "Auch für die Nationalspielerinnen ist es wichtig, bei einem Ereignis wie diesen präsent zu sein, weil das eine Gelegenheit ist zu zeigen, dass der Schweizer Frauenfußball existiert." Die Spielerinnen blieben anschließend, um sich die Halbfinalspiele anzusehen.
"Die Kinder sind automatisch aufmerksamer, wenn sie mit einem Nationalspieler trainieren. Sobald sie das Nationaltrikot sehen, ist es etwas Wichtiges für sie. Sie hören zu und wollen lernen. Als ich jünger war, hatten Mädchen nicht die Möglichkeit, an solchen Einheiten teilzunehmen. Entweder, man trainierte mit den Jungs oder es passierte gar nichts. Ich habe mit meinen Brüdern im Garten gespielt."
Interessierter Beobachter war Nestor Subiat, ein bekannter Nationalstürmer aus den 90er-Jahren, der nun Fußballcamps für Kinder betreibt. Er selbt brachte auch eine Gruppe von Kindern nach Nyon. "Es ist eine großartige Idee der UEFA, diese Trainingseinheiten zu veranstalten", sagte Subiat, der auf eine tolle Karriere in der Schweiz und Frankreich zurückblicken kann. 1994 spielte er zudem bei der FIFA-WM. "Es geht nicht nur um Technik, es sind andere Botschaften, die verbreitet werden, so etwa wie Kameraderie und die Idee, dass das Fußballspielen Freude machen soll."
"Es gibt gewisse Regeln, die man lernen muss, um Tore zu erzielen. Die Kinder haben die ganze Zeit zugehört, und sie haben sehr schnell gelernt, wie man die Dinge angeht. Man sieht sie am Ende der Woche und sie tun, worum du sie gebeten hast. Sie entwickeln sich so schnell."
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