Schnappschuss: Deutschlands Sieg gegen England bei der EURO '96

Da Deutschland am Dienstag im Halbfinale auf England trifft, blicken wir auf die EURO '96 zurück, als U21-Trainer Stefan Kuntz im Halbfinale in Wembley gegen den Gastgeber traf.

©Getty Images

Stefan Kuntz ist kein Name, den englische Fans gerne hören. Der heutige deutsche U21-Trainer erzielte bei der EURO '96 im Halbfinale in Wembley den Ausgleich gegen die Three Lions und verwandelte beim siegreichen Elfmeterschießen der DFB-Elf den vorletzten Elfmeter. Am Dienstag steht mal wieder ein Duell der beiden Nationen an, im Halbfinale der U21-EURO in Tychy.

1. Stuart Pearce
Vier Tage vor dem Spiel gegen Deutschland sorgte der Linksverteidiger für einen der emotionalen Momente des Turniers, als er beim Viertelfinal-Triumph im Elfmeterschießen gegen Spanien seinen Elfmeter verwandeln konnte und ausgelassen jubelte – zudem vertrieb er die Dämonen seines verschossenen Elfmeters 1990 bei der Weltmeisterschaft im Halbfinale gegen Deutschland. Pearce, der 1996 seinen Elfmeter gegen Deutschland verwandelte, war zu diesem Zeitpunkt bereits 34 Jahre alt, spielte aber noch bis 1999 für England, als er gegen Polen sein 78. und letztes Länderspiel bestritt.

Nach seinem Karriereende trainierte er Manchester City und Nottingham Forest – wo er sich als Spieler einen Namen machte – sowie die englische U21. Er führte das Team bei der U21-EURO 2007 ins Halbfinale sowie zwei Jahre später ins Endspiel, das gegen Deutschland verloren ging.

2. Mehmet Scholl
Scholl ist eine Bayern-Legende und war ein absoluter Fanliebling. Der agile und kreative Mittelfeldspieler sowie Standardspezialist stand beim Endspiel 1996 gegen die Tschechische Republik in Wembley in der Startelf und wurde durch Oliver Bierhoff ersetzt, der zunächst den Ausgleich und dann das Golden Goal erzielte. Scholl, der immer für einen Spaß zu haben war, soll vorgehabt haben, bei der Pokalübergabe Queen Elizabeth II. zu küssen, wozu es jedoch nicht kam. "Ich bin ein großer Bewunderer von Ihnen", sagte er zu Ihrer Majestät!

Der heutige Fernsehexperte ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, wenn es bei seinen Analysen darum geht, die Schwächen der Mannschaften anzusprechen.

3. Stefan Kuntz
Der liebenswerte und offenherzige frühere Stürmer, der 25 Länderspiele für Deutschland bestritt, genießt es, wieder mit jungen Spielern zu arbeiten. Nachdem er viele Jahre nicht mehr trainiert hatte, ist es für ihn "eine Inspiration, mit den talentiertesten Nachwuchsspielern zu arbeiten". Trotz seiner Erfahrung verspürt er immer noch großen Druck und erklärte, dass er nach der 0:1-Pleite am Samstag gegen Italien erst nach mehreren Stunden und einem nächtlichen Spaziergang einschlafen konnte.

Kuntz hatte vor 21 Jahren darum gebeten, gegen England den fünften Elfmeter schießen zu dürfen. "Ich war sicher, dass England gar nicht so weit kommt. Als dann der fünfte Engländer getroffen hat, ist mir das Herz in die Hose gerutscht. Heute lache ich natürlich darüber, weil ich getroffen habe."

4. Steve McManaman
Der Flügelflitzer lieferte seine wahrscheinlich besten Leistungen für England bei diesem Turnier ab und hätte im Halbfinale beinahe den Siegtreffer vorbereitet, als Darren Anderton nach einer Flanke von McManaman nur den Pfosten traf. Nach neun Spielzeiten bei Liverpool wechselte er zu Real Madrid, wo er in seiner ersten Saison zum ersten Engländer avancierte, der den wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb (UEFA Champions League/Pokal der europäischen Meistervereine) mit einem ausländischen Klub gewinnen konnte. Zudem erzielte er im Endspiel 2000 gegen Valencia einen herrlichen Treffer.

Zwei Jahre später holte er erneut die UEFA Champions League, ehe er Spanien 2003 verließ und seine Karriere bei Manchester City beendete. Der redegewandte 45-Jährige, der während seiner Zeit in Liverpool für seinen Humor bekannt war, ist heute ein respektierter Fernsehexperte.

Oben