Elfmeterschießen: Grauen ohne Ende

Heute vor zehn Jahren haben die Niederlande im längsten Elfmeterschießen in einem UEFA-Wettbewerb im Halbfinale der U21-EURO England besiegt. Wir blicken in die Rekordbücher.

Das epische Elfmeterschießen 2007 zwischen den Niederlanden und England
Das epische Elfmeterschießen 2007 zwischen den Niederlanden und England ©Getty Images

Heute vor zehn Jahren haben die Niederlande im längsten Elfmeterschießen in einem UEFA-Wettbewerb im Halbfinale der U21-EURO England besiegt. UEFA.com feiert Freud und Leid dieser dramatischen Art der Entscheidungsfindung.

Ursprung
• Die FIFA führte das Elfmeterschießen am 27. Juni 1970 auf Vorschlag des Israelischen Fußballverbandes (IFA) ein, dessen Präsident Michael Almog 1968 mit ansehen musste, wie sein Team bei den Olympischen Spielen im Viertelfinale per Los verloren hatte.

Der Anfang
• Das erste Elfmeterschießen in einem UEFA-Wettbewerb fand am 30. September 1970 statt, als Budapest Honvéd in der ersten Runde des Pokals der Pokalsieger mit 5:4 gegen Aberdeen triumphierte.

• Im November darauf setzte sich Everton in der zweiten Runde des Pokals der Landesmeister gegen Mönchengladbach mit 4:3 durch.

Endspiele
• Den wohl berühmtesten Elfmeter verwandelte der Tschechoslowake Antonín Panenka mit einem legendären Heber 1976 im Finale der UEFA-Europameisterschaft zum 5:3-Endstand gegen Deutschlands Sepp Maier. Es war das einzige Finale, das per Elfmeterschießen entschieden wurde.

Anton Ferdinand verschießt für England
Anton Ferdinand verschießt für England©Getty Images

Epische Dramen
• 2007 brauchte es im Halbfinale der UEFA-U21-Europameisterschaft zwischen den Niederlanden und England 32 Strafstöße, um einen Sieger zu finden, am Ende triumphierten die Niederländer mit 13:12. Es war das längste Elfmeterschießen in der Geschichte der UEFA-Wettbewerbe.

• Mit dabei an jenem Tag in Heerenveen waren auch zwei Herren, die im ersten Elfmeterschießen, das die A-Nationalmannschaft Englands bestritt und im Halbfinale der FIFA-WM 1990 gegen Deutschland verlor, verschossen. Stuart Pearce betreute die Mannschaft, Chris Waddle saß auf der Tribüne.

• Das längste Elfmeterschießen in der UEFA Champions League ereignete sich 1993/94, als Skonto aus Lettland in der Vorrunde mit 11:10 gegen den slowenischen Vertreter Olimpija Ljubljana gewann.

• Im türkischen Pokal wurden im Achtelfinale zwischen Galatasaray AŞ und Gençlerbirliği SK am 28. November 1996 32 Strafstöße in Folge verwandelt, erst im 17. Versuch scheiterte Galatasarays İlyas Kahraman und Gençlerbirliği durfte schließlich mit 17:16 triumphieren.

• Galatasara-Torhüter Hayrettin Demirbaş brachte zwar seinen eigenen Schuss im Tor unter, ließ aber alle 17 Schüsse in den Kasten. Hayrettins Kollege auf der anderen Seite, Kubilay Aydın, sagte danach zu ihm: "Das ist für uns beide eine Schande, aber wenigstens einer wurde gehalten."

• Einen Monat zuvor ging es in der fünften Runde des französischen Pokals zwischen Obernai und Wittelsheim ins Elfmeterschießen, als dieses nach jeweils 20 Schüssen beim Stande von 15: 15 abgebrochen werden, weil es immer dunkler wurde. Nach den Regeln kam dann die unterklassigere Mannschaft weiter, also Obernai. Dies zählt noch heute als das längste Elfmeterschießen in einem großen Wettbewerb in Europa mit insgesamt 40 Schüssen.

• Noch länger dauerte ein Elfmeterschießen im namibischen Pokal 2004/05. Beim 17:16 von KK Palace gegen Civics brauchten die Akteure 48 Schuss.

• Den Vogel schoss 2016 eine Partie in der fünften tschechischen Liga ab, als sich der SK Batov gegen den FC Fryšták nach 52 Schüssen mit 21:20 durchsetzte.

Der Quickie
• Das kürzeste Elfmeterschießen auf Top-Niveau gab es 1986 im Finale des Pokals der europäischen Meistervereine, als der FC Steaua București den FC Barcelona mit 2:0 besiegte, Steauas Keeper Helmut Duckadam parierte vier Schüsse der Spanier.