Sommer 2017: Zwei große Bühnen für DFB-Talente

Im Sommer 2017 kämpft ein erweitertes Teilnehmerfeld in Polen um die U21-Krone. Vor dem Turnier gibt es rund um die DFB-Auswahl eine Menge Fragezeichen.

Auf den DFB wartet ein reichhaltiges Sommer-Programm
Auf den DFB wartet ein reichhaltiges Sommer-Programm ©UEFA.com

Am 27. Juni 2015 endete der Traum von einem U21-EURO-Triumph für die deutsche Auswahl mit einer herben Klatsche im Halbfinale gegen Portugal. Etwa zwei Monate später startete das Team, welches später den Großteil der Olympia-Auswahl stellen sollte und in Brasilien Silber holte, eine beeindruckende Siegesserie.

13 Spiele in Folge wurden gewonnen, das Torverhältnis in diesem Zeitraum lag bei 41:11. Horst Hrubesch durfte auf eine erfolgreiche zweite Ära zurückblicken und übergab einen starken Kader an Stefan Kuntz, der mit fünf Siegen in seinen neuen Job startete, ehe es zum Jahresabschluss eine knappe Niederlage gegen Polen gab.

Es war ein kleiner Rückschlag nach einer bärenstarken Qualifikation, die im Ausblick auf die UEFA-U21-Europameisterschaft 2017 natürlich viel mehr Gewicht hat. Deutschland wird als einer der großen Favoriten zum Turnier in die Tschechische Republik reisen.

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Bis der Kader für die Endrunde steht, wird es im DFB noch einige Diskussionen geben. Konnte man bei den vergangenen Turnieren anhand der Spieler, die während der Qualifikation zum Kern gehörten, noch relativ gut das Aufgebot für die Endrunde vorhersagen, scheint im Sommer 2017 alles möglich.

Weil zeitlich zur U21-EURO der FIFA Konföderationen-Pokal in Russland steigt und Joachim Löw aufgrund der hohen Belastung zahlreiche Stammspieler schonen will, muss Stefan Kuntz wahrscheinlich auf mehrere seiner besten Akteure verzichten. Der Bundestrainer will verhindern, dass zu viele der potenziellen WM-Fahrer 2018 durch eine verkürzte Sommerpause "gehandicapt in die Saison gehen".

Auf die Erfahrung von Spielern wie Matthias Ginter und Emre Can, die in der Tschechischen Republik theoretisch ihre dritte (!) U21-Endrunde spielen könnten, wird Kuntz wohl verzichten müssen. Aber nicht nur defensiv wird man qualitative Abstriche machen, Offensivakteure wie Mitchell Weiser und Leroy Sané scheinen ebenfalls prädestiniert für eine vorzeitige Beförderung zur A-Nationalelf.  

Die Gruppen im Sommer
Die Gruppen im Sommer©Sportsfile

Im Klartext: Alles ist der FIFA-WM 2018 untergeordnet. Eine guten Confed-Cup und eine gelungene U21-EURO nimmt man gerne mit, doch beide Turniere sind letztendlich Bausteine der Strategie für eine erfolgreiche WM-Titelverteidigung in Russland. Ein Problem ist dies nicht, ganz im Gegenteil. Der DFB kann seinen zukünftigen Hoffnungsträgern zwei Bühnen bieten, um sich für höhere Aufgaben zu empfehlen.

Und an Talenten mangelt es ja wahrlich nicht. Jeder U23-Akteur weiß Bescheid, dass er mit einer guten Rückrunde im Verein beste Chancen hat, ins Turnier-Rampenlicht zu rücken. In gewisser Weise ist die Situation im Sommer 2017 nur auf den ersten Blick kompliziert, doch beim DFB wird man auch das Positive sehen.