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Eine Bühne für die Stars von morgen

Die heutige UEFA-U21-Europameisterschaft findet auf der ganzen Welt Beachtung, doch sie hat sich seit Januar 1967, als die UEFA ihre Idee den Nationalverbänden erstmals vorstellte, enorm entwickelt.
Eine Bühne für die Stars von morgen
Spanien jubelt über den Titelgewinn 2013 ©Sportsfile

Eine Bühne für die Stars von morgen

Die heutige UEFA-U21-Europameisterschaft findet auf der ganzen Welt Beachtung, doch sie hat sich seit Januar 1967, als die UEFA ihre Idee den Nationalverbänden erstmals vorstellte, enorm entwickelt.

Die UEFA-U21-Europameisterschaft hat ihre Wurzeln in den späten 1960er Jahren, doch es hat viele Entwicklungsstufen gedauert, um das heutige Niveau zu erreichen

Viele europäische Stars von morgen konnten frühzeitig unter Beweis stellen, welches Talent in ihnen steckt. Im Finale 2000 war es der Italiener Andrea Pirlo, der mit einem brillanten Freistoß den Siegtreffer erzielte; zwei Jahre später war Torhüter Petr Čech mit zwei gehaltenen Elfmetern im Finale der Matchwinner für Tschechien gegen Frankreich; bevor sie sich einen Namen in ihren Klubs und Nationalmannschaften machten, kamen die Nachwuchsstars in der U21 groß raus. Italien konnte bereits fünfmal den Titel holen und ist damit Rekordhalter, Spanien triumphierte 2013 zum vierten Mal.

Das Format hat sich über die Jahre verändert, doch der Sinn und Zweck des Wettbewerbs ist immer identisch geblieben: Dem Nachwuchs eine Bühne zu geben, sich für kommende Aufgaben zu empfehlen. Die Liste von späteren Superstars, die bereits in der U21 groß aufspielten, ist lang: Roberto Mancini, Zinédine Zidane, Rudi Völler, Davor Šuker, Luís Figo, Raúl González und Frank Lampard haben beispielsweise alle ihren Teil dazu beigetragen, dass die UEFA-U21-Europameisterschaft so attraktiv ist.

Die Ursprünge der heutigen Endrunde mit acht Mannschaften gehen zurück bis in die 1960er Jahre und der ersten EM für U23-Mannschaften. Im Januar 1967 wurde die Idee geboren, einen "Pokal für U23-Nationalmannschaften" zu etablieren. 17 Verbände nahmen teil, Bulgarien und die DDR mussten nach einer Auslosung das erste Spiel austragen. Am 7. Juni 1967 triumphierte Bulgarien in Stara Zagora mit 3:2 und gewann die erste U23-Europameisterschaft, die dem Format der heutigen Box-Weltmeisterschaften ähnelte. Der Champion musste also seinen Titel gegen verschiedene Herausforderer verteidigen. Nach vier erfolgreichen Titelverteidigungen wurden die Bulgaren dann von den Jugoslawen entthront.

1976 wurde die Altersgrenze auf U21 herabgesetzt, da die UEFA meinte, dass die Lücke zwischen U18 und U23 zu groß sei. In Sachen Modus gab es auch Änderungen: Nach Qualifikationsgruppen folgte vom Viertelfinale an eine K.-o.-Runde. Jugoslawien setzte die osteuropäische Dominanz fort und gewann das erste bereits erwähnte Finale in Mostar. In den folgenden Turnieren hinterließen jedoch die Italiener den besten Eindruck. Die Azzurrini holten fünf Mal den U21-Titel und fuhren 2006 als Titelverteidiger nach Portugal, nachdem man zwei Jahre zuvor das Finale vor 20.000 Zuschauern in Bochum mit 3:0 gegen Serbien und Montenegro gewonnen hatte.

Italien holte sich 1992 den ersten Titel und verteidigte ihn zwei Jahre später erfolgreich, als die Halbfinals sowie das Endspiel in Frankreich zum ersten Mal in einem Turnier ausgespielt wurden. Pierluigi Orlandini erzielte in der Verlängerung für Italien im Finale von Montpellier gegen Portugal den entscheidenden Treffer. 1998 in Rumänien, als Spanien den Triumphzug der Italiener stoppen konnte, wurde die Endrunde auf acht Mannschaften aufgestockt. Doch zwei Jahre später, als in der Endrunde die Gruppenphase eingeführt wurde, stand Italien wieder ganz oben. Das gegenwärtige Format wurde 2002 eingeführt, als die Tschechische Republik in der Schweiz gewann.

Seit 2007 wird das Turnier in ungeraden Jahren ausgetragen, um nicht mit der UEFA-Europameisterschaft und der FIFA-Weltneisterschaft zu kollidieren. Die Niederlande holten sich mit einem 4:1-Sieg gegen Serbien auf heimischem Boden den Titel. Zwei Jahre später war jedoch schon in der Qualifikation Endstation, denn die Schweiz warf das Team aus dem Wettbewerb. Und so holte Deutschland unter Trainer Horst Hrubesch mit einem 4:0-Rekordsieg gegen England in Malmö den Titel. 2011 durfte Spanien zum dritten Mal feiern, nach einem 2:0 gegen die Schweiz in Dänemark. Zwei Jahre später in Israel verteidigten die Iberer den Titel mit einem 4:2-Erfolg im Endspiel gegen Italien. Die Endrunde 2015 findet in der Tschechischen Republik statt.

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