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Russland überrascht alle

Die Russen zeigten sich gegen einige sehr starke Gegner entschlossen und gewannen die UEFA-U17-Europameisterschaft in Luxemburg.
von Paul Saffer
Russland überrascht alle
Russia 2006 ©UEFA.com
SSI Err

Russland überrascht alle

Die Russen zeigten sich gegen einige sehr starke Gegner entschlossen und gewannen die UEFA-U17-Europameisterschaft in Luxemburg.

Russland hat sich vor der Teilnahme in Luxemburg im Mai noch nie für die Endrunde einer UEFA-U17-Europameisterschaft qualifiziert und sicherte sich gleich beim Debüt nach dem Zerfall der Sowjetunion den ersten Titel für eine Männer-Nationalmannschaft.

Auch für Gastgeber Luxemburg war die Teilnahme an der diesjährigen Endrunde eine Premiere. Dagegen konnte sich keine der Mannschaften qualifizieren, die 2005 die Endrunde erreichten, inklusive Titelverteidiger Türkei. Im Auftaktspiel gegen Spanien vor der Rekordkulisse von 3550 Zuschauern in Hesperange wurden die Gastgeber mit 1:7 vom Platz gefegt, wobei der 15-jährige Ersatzspieler Bojan Krkić einen Hattrick erzielte. Russland besiegte die talentierten Ungarn durch einen späten Kopfballtreffer des langen Verteidigers Sergey Morozov mit 1:0. Dann aber verloren die Russen gegen Spanien mit 0:3, ehe sie sich wieder davon erholten und Luxemburg mit 2:0 schlugen. Dieses Ergebnis reichte nach einem 4:0-Sieg Ungarns über die Gastgeber und einer 0:2-Niederlage der Magyaren gegen Spanien, um im Wettbewerb zu bleiben.

Deutschland hatte in der Qualifikation die besten Ergebnisse erzielt und begann in Gruppe B mit einem 4:0-Sieg gegen Belgien. Gleichzeitig besiegte Tschechien durch zwei Tore von Tomáš Necid Serbien und Montenegro mit 2:1 nach einem Halbzeitrückstand. Die Tschechen erkämpften sich anschließend ein 0:0 gegen Deutschland. Bei den Serben sorgte Darko Karadžićs mit seinem späten Ausgleich gegen Belgien noch einmal für Hoffnung. Gegen Deutschland mit dem Hattrick-Torschützen Manuel Fischer verloren sie aber deutlich mit 0:4. Ein 3:1-Sieg gegen Belgien sicherte den Tschechen den zweiten Platz, wobei Necid erneut zwei Mal traf und in der Torschützenliste mit Bojan und Fischer gleich zog.

Jedoch erhielt Necid auch die zweite Gelbe Karte und fehlte im Halbfinale gegen Spanien. Bojan stand schließlich in der Startelf, aber es war Necids Ersatz Tomáš Pekhart, der die Tschechen in der 31. Minute in Führung brachte. Der Spanier Roberto García schwächte seine Mannschaft durch eine Rote Karte und Jan Vošahlík sicherte den Tschechen nach knapp einer Stunde durch das 2:0 den Sieg. Für eine weitere Überraschung sorgte Russland mit einem 1:0-Sieg über Deutschland. Das Goldene Tor erzielte ausgerechnet der zuletzt formschwache und eingewechselte Aleksandr Prudnikov. In Spiel um Platz drei besiegte Spanien Deutschland im Elfmeterschießen, nachdem Bojan und Fischer nach ihren Einwechslungen getroffen hatten.

Das Finale im Josy Barthel-Stadion gewann erst nach Prudnikovs Tor kurz nach Wiederbeginn an Fahrt. Pekhart glich in der Nachspielzeit aus, aber Aleksandr Marenich schoss Russland in der Verlängerung mit 2:1 in Führung. Necid wiederum, der wegen einer leichten Krankheit zunächst nur auf der Bank saß, erzielte noch den Ausgleich für die Tschechen. Mit seinem fünften Turnier-Treffer zog er in der Torschützenliste wieder mit Bojan und Fischer gleich. Inklusive der Qualifikation war es sein 13 Tor. Somit kam es zum Elfmeterschießen, wo der russische Torwart Evgeni Pomazan durch eine beeindruckende Leistung die Schüsse von Petr Wojnar und Ersatzspieler Evgeni Korotaev hielt und den Sieg sicherte. Kapitän Vadim Gagloev erklärte daraufhin: "Es ist ein unglaubliches Gefühl, es ist fantastisch."

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