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2002: Wayne Rooney

Bei der U17-Europameisterschaft 2002 ging im Gladsaxe-Stadion in Søborg der Stern des Ausnahmetalents Wayne Ronney auf.

2002: Wayne Rooney

Bei der U17-Europameisterschaft 2002 ging im Gladsaxe-Stadion in Søborg der Stern des Ausnahmetalents Wayne Ronney auf.

In seiner noch jungen Karriere war Wayne Rooney schon öfter in den Medien vertreten, als die meisten Profis während ihrer ganzen Karriere. Dafür gibt es auch gute Gründe.

Rooney wurde schon früh zum Jahrhunderttalent hochgejubelt. George Best nannte ihn "den Besten, den man je gesehen hat", und Thierry Henry sagte, dass man seine Fähigkeiten "nicht kaufen kann und kein Trainer diese einem beibringen kann." Rooney zerbrach an den großen Vorschusslorbeeren aber nicht, sondern wurde zum Star von Manchester United FC und der englischen Nationalmannschaft. Aber schon vor seinem Debüt in der Premier League für Everton FC gegen Tottenham Hotspur FC im August 2002 und dem Treffer zwei Monate später gegen David Seaman, den Schlussmann von Arsenal FC, machte Rooney im europäischen Fußball auf sich aufmerksam - wenn auch weit weg vom Glanz des Old Trafford.

Das Gladsaxe-Stadion in Søborg ist nicht wirklich eine europäische Fußballhochburg, sondern die Heimat des dänischen Zweitligisten Akademisk Boldklub. Die 711 Zuschauer, die am 29. April 2002 in diesem Stadion waren, werden diesen Tag dennoch nicht so schnell vergessen. In der UEFA-U17-Europameisterschaft traf England auf die Niederlande, und beim Team von der Insel war Rooney dabei, mit 16 Jahren und 187 Tagen der jüngste Spieler seines Kaders.

Zwei Tage zuvor war Rooney in einem hart umkämpften 3:2-Sieg gegen Finnland noch etwas ungestüm zu Werke gegangen, doch gegen die Niederlande sollte er sich richtig in Szene setzen können - erstmals nach 32 Minuten. 35 Meter vor dem gegnerischen Gehäuse spielte er erst seinen Bewacher schwindlig, ehe er das Leder am machtlosen Torhüter Theo Brack vorbei in die Maschen beförderte. Es war ein Traumtor, das Kraft und Technik vereinte und nicht das letzte Ausrufezeichen des Supertalents sein sollte.

Durch ein torloses Remis gegen die Gastgeber in Hvidovre kam England locker ins Viertelfinale, wo wieder die Zeit für eine Rooney-Show gekommen war. Dieses Mal bewies er, dass er auch mit dem Kopf erfolgreich sein kann. Nach einer Flanke von Stacy Long nickte er zum 1:0-Sieg über Jugoslawien ein und brachte seine Mannschaft mit diesem goldenen Tor ins Halbfinale. Dort ging es gegen die Schweiz, wo dann sogar Rooney machtlos war, der spätere Turniersieger ließ den Engländern keine Chance. Englands Sturmhoffnung holte sich lediglich eine Gelbe Karte ab. Allerdings gab es ja im Spiel um Platz drei noch die Möglichkeit für Rooney, das Turnier mit einem Paukenschlag zu beenden. Was ihm auch eindrucksvoll gelang: Mit einem Dreierpack gegen die hoch eingeschätzten Spanier schraubte er seine Trefferquote auf fünf Tore hoch und unterstrich, dass er zu den größten Talenten in Europa zählte.

Was Rooney schon zu diesem frühen Zeitpunkt von seinen Konkurrenten unterschied, war seine unbändige Kraft, sein physische Präsenz. Während seine Gegner gerade aus der Pubertät kamen und man ihnen das auch ansah, setzte sich Rooney früh mit seinen breiten Schultern in Szene und wusste seinen Körper schon damals gezielt einzusetzen. So wurde er auch der jüngste Torschütze in der Premier League und feierte seinen Einstand in der UEFA Champions League mit drei Toren. Die Zuschauer in Schweden werden sich wohl immer daran erinnern, dass Rooney schon damals seinen Konkurrenten - darunter das spätere Arsenal-Duo Gaël Clichy und Philippe Senderos, Hedwiges Maduro von AFC Ajax und Cristiano Ronaldo, seinem ehemaligen Teamkollegen bei ManU - ein Stück voraus war.

Letzte Aktualisierung: 15.05.16 15.32MEZ

https://de.uefa.com/under17/history/season=2002/goldenplayer/index.html#2002+wayne+rooney