Ein unvergesslicher Abend

Am Dienstag gab es in Tiflis ein unglaubliches Spiel mit neun Toren, einem faszinierenden Lionel Messi und zahlreichen Fragen, auf die UEFA.com-Reporter Andy James versucht hat, Antworten zu finden.

Lionel Messi hat den ersten Titel dieser Saison eingesammelt - es dürfte wohl kaum sein letzter bleiben
Lionel Messi hat den ersten Titel dieser Saison eingesammelt - es dürfte wohl kaum sein letzter bleiben ©AFP/Getty Images

Auch wenn es ein unerwartet umkämpfter Sieg war, seit Dienstagabend ist der FC Barcelona mit fünf Siegen im UEFA-Superpokal Rekordhalter in diesem Wettbewerb. Matchwinner war in Tiflis der eingewechselte Pedro Rodríguez, der in der 115. Minute das 5:4 gegen Sevilla erzielte.

Geht's noch besser?
Kann das Team von Trainer Luis Enrique das historische Tripel aus der letzten Saison noch toppen? Ja, denn diese Saison könnten die Katalanen sogar sechs Titel holen, einen davon haben sie jetzt ja schon unter Dach und Fach. "Jetzt wollen wir den spanischen Supercup [gegen Athletic Club]", zeigt sich Luis Enrique unersättlich.

Auch ohne Neymar?
Die Nachricht, dass Neymar das Spiel wegen einer Mumps-Erkrankung verpassen würde, weckte Spekulationen über seinen Ersatzmann, die meisten tippten auf Pedro, doch letztendlich erhielt Rafinha den Vorzug. Der junge Brasilianer überzeugte nicht nur seines Tores zum 3:1 wegen, aber auch der spät eingewechselte Pedro durfte in der Verlängerung über das Siegtor jubeln. Wie schon 2009 beim Supercup-Sieg gegen Shakhtar Donetsk, wie damals als Joker und wie damals in der 115. Minute.

Mann des Spiels?
Messi – ohne jeden Zweifel. Die Georgier freuten sich ein Loch in den Bauch, den Superstar mal live sehen zu dürfen und es wurde in der Tat ein sehenswertes Ereignis. Für die lautstarken Sprechchöre ("Messi, Messi, Messi") bedankte der Argentinier sich mit zwei herrlichen Freistoßtoren und zahlreichen Kabinettstückchen - Messi at his best.

Neue Freunde
Aber nicht nur Messi verdiente sich ein Sonderlob, auch Sevilla begeisterte die Fans mit mutigem und gutem Fußball und nach und nach schwenkten die einheimischen Fans, die zuvor Barcelona unterstützt hatten, ins Lager des UEFA-Europa-League-Siegers um. So waren in der 81. Minute, nach dem 4:4 erstmals auch Sprechchöre "Sevilla, Sevilla, Sevilla!" zu hören. Keine Frage, Sevilla hat bewiesen, dass mit diesem Team auch in der UEFA Champions League zu rechnen sein wird.