2007: Milan bezwingt trauerndes Sevilla

AC Milan - Sevilla FC 3:1 
(54. Inzaghi, 61. Jankulovski, 86. Kaká; 13. Renato)

Am 31. August wurde in Monaco mit dem UEFA-Superpokal die Europapokalsaison 2007/08 eingeläutet. Über dem Spiel hing jedoch ein düsterer Schatten, denn drei Tage davor verstarb Antonio Puerta von Sevilla FC.

UEFA-Pokal-Sieger Sevilla wollte gegen den AC Milan der zweite Klub werden, der den Superpokal zweimal in Folge gewinnt, doch nach dem Tod von Puerta rückten diese Gedanken in den Hintergrund. Der Mittelfeldspieler hatte in einem Ligaspiel eine Herzattacke erlitten.

Milan konnte die Partie mit 3:1 gewinnen, Mittelfeldspieler Andrea Pirlo war dabei der überragende Mann. Die Umstände ließen jedoch auch ihn nicht kalt. "Unter diesen Voraussetzungen war es schwer, aber wir haben gezeigt, dass wir auch für Puerta gespielt haben. Wir haben es so gut wie möglich gemacht", erklärte er.

Während bei Sevilla alle den Schock verarbeiten mussten, gab es für UEFA-Champions-League-Sieger Milan im Vorfeld der Partie gute Neuigkeiten. Kaká wurde bei den UEFA Club Football Awards in Monaco als Fußballer des Jahres sowie als bester Stürmer ausgezeichnet.

Seine Teamkollegen Paolo Maldini und Clarence Seedorf wurden als bester Verteidiger beziehungsweise bester Mittelfeldspieler geehrt. Der einzige Nicht-Rossoneri, der ausgezeichnet wurde, war Torhüter Petr Čech von Chelsea FC.

Im Superpokal ging Sevilla nach 13 Minuten durch Renato in Führung. Die Spanier machten ihrem verstorbenen Teamkollegen mit einer engagierten Leistung in der ersten Halbzeit alle Ehre.

Nach dem Seitenwechsel übernahm jedoch Milan das Kommando. Nach 54 Minuten köpfte Filippo Inzaghi nach einer Flanke von Gennaro Gattuso den Ausgleich, ehe Marek Jankulovski sieben Minuten später nach einem Zuspiel von Pirlo das 2:1 markierte.

Nach 87 Minuten parierte Andrés Palop einen Elfmeter von Kaká, doch beim Nachschuss des Brasilianers war der Torhüter machtlos. Die Fans von Sevilla ließen währenddessen ihren Gefühlen freien Lauf, sie skandierten immer wieder "Wir lieben Dich Puerta".

"Die zweite Halbzeit war zu viel für uns", sagte Sevillas Trainer Juande Ramos. "Wir wollten das Spiel eigentlich für Antonio gewinnen, aber wenigstens haben wir gut gespielt."

Milan-Trainer Carlo Ancelotti meinte: "Das Geschehen in den letzten Tagen nach dem Tod von Puerta hat eine einzigartige Atmosphäre für dieses Spiel geschaffen. Sevilla war natürlich näher betroffen als wir, trotzdem haben sie vor allem in der ersten Halbzeit gut gespielt, während wir etwas zu träge waren. In der zweiten Halbzeit konnten wir uns gewaltig steigern. Wir waren gut vorbereitet, die Mannschaft stand kompakt und ist auch nach dem Rückstand ruhig geblieben."