Herthas Klinsmann hält Punkt fest

Hertha BSC hat mit etwas Glück und einem gehaltenen Elfmeter von Jonathan Klinsmann beim 1:1 gegen Östersunds FK einen Punkt gerettet. Für den Treffer der Berliner sorgte Peter Pekarík.

Hertha BSC hat sich mit einem Unentschieden gegen Östersunds FK, bis dahin Tabellenführer der Gruppe J, aus der UEFA Europa League verabschiedet. Nach überlegen geführter erster Halbzeit mit guten Chancen für den Bundesligisten gingen die Schweden in der 58. Minute durch Sotirios Papagiannopoulos in Führung, die Peter Pekarík kurz darauf egalisierte. Drei Minuten vor dem Ende hielt Jonathan Klinsmann bei seinem Debüt einen Elfmeter.

Da es für die Hertha maximal noch um die Ehre, nicht aber mehr ums Weiterkommen ging, baute Trainer Pal Dardai seine Mannschaft im Vergleich zur 1:2-Heimpleite in der Bundesliga gegen Frankfurt auf zehn Positionen um; nur Maximilian Mittelstädt behielt seinen Platz.

Dafür kam es aber zu bemerkenswerten Debüts. Zum einen für Torhüter Klinsmann, Sohn des ehemaligen Bundestrainers Jürgen. Der profitierte davon, dass Rune Jarstein in Europa pausiert und dass Thomas Kraft an einer Grippe leidet.

Und zum anderen durfte Dardais Sohn Palko erstmals in einem Pflichtspiel von Beginn an ran. Und der sorgte auch gleich nach gut einer Viertelstunde für die erste große Szene. Nach einer Ecke versuchte er es aus 20 Metern mit einem Volleyschuss, doch der Ball krachte gegen die Latte.

Nach knapp einer halben Stunde war es erneut Dardai, der sogar innerhalb von zwei Minuten zwei Chancen hatte, die aber abermals nicht nutzen konnte. Und die Hertha blieb die dominierende Mannschaft und hatte weitere Möglichkeiten durch Genki Haraguchi und Pekarík, sodass die Gastgeber zur Halbzeit gegen den Tabellenführer der Gruppe J problemlos hätten führen müssen.

Als noch keine Stunde gespielt war, gingen plötzlich die Gäste aus Schweden in Front. Papagiannopoulos fasste sich aus 14 Metern ein Herz, der Ball wurde noch leicht abgefälscht von Fabian Lustenberger und landete unhaltbar für Klinsmann im Kasten.

Doch vier Minuten später gelang den Herthanern, die den Kopf nicht hängen ließen, der Ausgleich. Nach schöner Kombination über Dardai war es schließlich Mittelstädt, der den freistehenden Pekarík im Strafraum bediente, der keine Mühe hatte zu vollenden.

Drei Minuten vor dem Ende bekamen die Gäste noch einen Elfmeter zugesprochen, als Mittelstädt angeblich Ken Sema gefoult hatte. Aber Klinsmann sprang beim Schuss von Brwa Nouri in die richtige Ecke und hielt.

So blieb es beim 1:1, das bedeutet, dass Hertha nicht mehr den letzten Tabellenplatz verlassen konnte, sich aber nun wieder voll und ganz auf die Bundesliga konzentrieren kann, in der am Sonntag das Auswärtsspiel bei den starken Augsburgern auf dem Programm steht.

Pal Dardai, Trainer Hertha
Wir haben als Mannschaft gut gespielt, hätten heute mehr verdient gehabt. Die Automatismen haben gegriffen, obwohl die Jungs so noch nie zusammengespielt haben. Die Etablierten haben gesehen, dass die jungen Spieler da sind. Das ist wichtig für ihre Konzentration, so entwickelt sich ein guter Konkurrenzkampf.

Klinsmann ist ein junger Bursche, er hat es gut gemacht, aber er muss noch weiter hart arbeiten, viel lernen und diese Leistung mehrfach bestätigen. Aber heute war das Note 1.

Palko hat die Aufgabe, dieses Jahr Abitur zu machen. Aber er hat sich seine Chance verdient und hat gut gespielt. Das gilt auch für Julius Kade. Die Jungen müssen sich weiter an den Musterprofis orientieren. Klar ist: Die Mischung passt bei uns.

Jonathan Klinsmann, Torhüter Hertha
Ich bin sehr glücklich nach diesem Spiel. Dass ich den Elfmeter gehalten habe, war wunderbar für mich in meinem ersten Spiel. In der zweiten Halbzeit hatte ich auch noch die Fans im Rücken.

Wir haben die möglichen Elfmeterschützen gescoutet, das lernt man als Torhüter, und Nouri hatte auch in der Vergangenheit nach links geschossen, deshalb bin ich nach links gesprungen.

Vor dem Spiel war ich etwas nervös. Mir haben eine Menge Leute Ratschläge gegeben und mir sehr geholfen. Aber als ich den ersten Ballkontakt hatte, war das vorbei. Vor dem Spiel habe ich mit meinem Vater gesprochen, der hat mir gesagt, dass ich jetzt am Ziel sei und endlich die Früchte ernten könne. Und er hat mir Tipps gegeben.

 

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