Darum scheiterte Hoffenheim frühzeitig

Die erste Europapokal-Saison der TSG Hoffenheim ist nach der Gruppenphase Geschichte. Warum scheiterte die Nagelsmann-Truppe schon so frühzeitig? UEFA.com geht der Sache auf den Grund.

Nach zwei Playoff-Partien in der UEFA Champions League und sechs Gruppenspielen in der UEFA Europa League ist die erste Europapokal-Saison der TSG Hoffenheim Geschichte.

Das selbstgesetzte Ziel, das Erreichen der K.-o.-Phase in der Europa League, haben die Kraichgauer verpasst: Mit lediglich fünf Punkten scheidet die TSG als Tabellenletzter in Gruppe C aus dem europäischen Wettbewerb aus.

©AFP/Getty Images

Aber woran lag es, dass die Truppe von Trainer Julian Nagelsmann sich frühzeitig verabschieden musste und der erste Auftritt auf Europas Fußballbühne nur äußert durchwachsen lief? UEFA.com hat sich näher damit beschäftigt:

Euphorie kann Erfahrung nicht kompensieren

©Getty Images

Dass es der TSG an Euphorie und Unterstützung gemangelt hätte, kann man nicht behaupten. Die Freude über die erste Teilnahme am Europapokal war im Kraichgau riesengroß, alles rund um den internationalen Wettbewerb stand unter dem Hashtag #DASERSTEMAL. Doch auch der Mannschaft merkte man an, dass die Europa League Neuland für sie ist. Gegen erfahrenere Gruppengegner wie Braga und Ludogorets zog Hoffenheim den Kürzeren, obwohl sie teilweise das bessere Team auf dem Platz waren. "Wir hatten, obwohl vieles nicht optimal lief, in allen Spielen die Möglichkeit zu gewinnen, aber das haben wir nicht geschafft", so Nagelsmann. Der TSG fehlte die Kaltschnäuzigkeit und gnadenlose Effizienz der Gegner. Die Tatsache, dass Hoffenheim seine vier Punkte ausgerechnet gegen den UEL-Neuling Istanbul Basaksehir holt, bestätigt diese These.

Anhaltende Personalsorgen

©AFP/Getty Images

Wie Nagelsmann selbst einräumt, war der Kader über die gesamte Gruppenphase hinweg zu knapp aufgestellt. Das lag jedoch gar nicht an der Größe des Kaders an sich - Hoffenheim hatte 33 Spieler für die Europa League gemeldet - sondern an den anhaltenden Verletzungssorgen. So fehlten Schlüsselspieler wie Stürmer Sandro Wagner und Abwehrroutinier Benjamin Hübner in den wichtigen Partien in Ludogorets und Braga. Auch Stürmer Mark Uth und Spielmacher Kerem Demirbay konnten nur vier der sechs Spiele bestreiten. "Zum Zeitpunkt, an dem wir noch fünf Gruppenspiele hatten, hatten wir durchgehend neun Verletzte. Wir haben den Kader erst seit zwei Wochen komplett und jetzt ist eine ganz andere Trainingsqualität vorhanden. Wenn wir das so in den anstrengenden Blöcken gehabt hätten, wären wird auch weitergekommen", sagte Nagelsmann nach dem letzten Gruppenspiel gegen Ludogorets bei UEFFA.com.

Mentale Dreifachbelastung

Das erste Mal Europapokal bedeutete für die TSG auch das erste Mal ab Beginn der neuen Saison in drei Wettbewerben vertreten zu sein: Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League. Das hieß zunächst mindestens sechs Spiele mehr - und damit sechs englische Wochen mehr. An diesen Rhythmus mit bis zu drei Spielen innerhalb von acht Tagen waren die Spieler nicht gewöhnt, weder körperlich noch mental. Nagelsmann betonte immer wieder, dass die körperliche Belastung dabei kein Problem darstelle: "Der Körper ist in der Lage, jeden dritten Tag ein Spiel über 90 Minuten zu bestreiten." Schwierig gestaltete sich aber die mentale Komponente. Wie der Trainer zugab, haperte es an der Einstellung und Fokussierung auf die Europapokalspiele.

Oben