Köln bei Heim-Comeback in Europa schon unter Druck

Der 1. FC Köln trifft als Schlusslicht der Bundesliga auf den serbischen Tabellenführer. In das erste Europapokal-Heimspiel seit 25 Jahren gehen die Kölner dennoch selbstbewusst.

Miloš Jojić (r.) begann seine Karriere bei Roter Sterns Lokalrivalen Partizan
Miloš Jojić (r.) begann seine Karriere bei Roter Sterns Lokalrivalen Partizan ©Getty Images

Seit der Qualifikation für die UEFA Europa League erlebt der 1. FC Köln eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Der unbändigen Freude über die Rückkehr auf die internationale Bühne folgte die Ernüchterung in der Bundesliga. Fünf Niederlagen in Folge bedeuteten den schlechtesten Saisonstart in der Geschichte des rheinischen Traditionsklubs. Dazu kam die 1:3-Niederlage zum Auftakt der Europa League beim FC Arsenal und die schwere Verletzung, die sich Nationalspieler Jonas Hector in diesem Spiel zugezogen hatte.

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Umso wichtiger war der erste Punktgewinn der Kölner am Sonntagabend bei Hannover 96, auch im Hinblick auf das erste Europapokal-Heimspiel der „Geißböcke“ seit 25 Jahren gegen den Crvena zvezda am Donnerstag. Auch wenn beim 0:0 die Torflaute anhielt, konnten sich die Kölner zumindest über das erste Spiel ohne Gegentor in dieser Saison freuen.

"Es ist eine neue Möglichkeit weiter am Positiven zu arbeiten und das Selbstvertrauen aufzubauen", sagte Trainer Peter Stöger vor dem Spiel gegen Roter Stern Belgrad. Das dürfte aber nur gelingen, wenn bei seiner Mannschaft der Knoten auch in der Offensive platzt. Ansonsten droht das Ziel, die Gruppenphase zu überstehen, schon früh außer Reichweite zu geraten.

Dass das gegen den serbischen Rekordmeister nicht einfach wird, weiß Stöger selbst. "Sie beherrschen ihre Liga, spielen technisch guten Fußball und haben Qualität bei Standards", lobte der Österreicher den Gast, der nicht nur in der serbischen Liga in dieser Saison noch ungeschlagen ist, sondern auch in der Europa League einen passablen Start hingelegt hat. Gegen das starke Team von BATE Borisov erkämpfte sich Roter Stern ein 1:1.

Stöger aber glaubt, dass seine Mannschaft vor dem Gegner dennoch nicht in Ehrfurcht erstarren muss. "Der Gegner hat fußballerisch etwas anzubieten, was für uns aber sicher auch machbar ist", sagte er selbstbewusst. Nicht zuletzt könnten auch die Kölner Zuschauer gegen Roter Stern zu einem Faktor werden. Wenn der FC am Donnerstag um 19 Uhr erstmals seit 25 Jahren wieder ein Heimspiel im Europapokal austrägt, werden die lange entwöhnten Fans mit Sicherheit der 12. Mann ihres Teams sein.