Kölner Sehnsuchtserfüllung, Teil 1

Auch der schwache Start in der Bundesliga hat die Kölner Euphorie vor dem Auftakt in der UEFA Europa League nicht gebremst. Gelingt gegen eine B-Elf von Arsenal die Überraschung?

Peter Stöger: Sorgen in der Liga, Befreiungsschlag bei Arsenal?
Peter Stöger: Sorgen in der Liga, Befreiungsschlag bei Arsenal? ©Getty Images

Im feinen Zwirn - stilecht mit roter Krawatte und Einstecktuch - reiste die Mannschaft des 1. FC Köln am Mittwochmorgen nach London. Es ist weitaus mehr als nur eine Reise zum Gastspiel bei Arsenal.

"Der Verein hat 25 Jahre lang auf diesen Moment gewartet. Den sollen wir alle genießen", meint Torwart Timo Horn. Wie groß die Euphorie ist, zeigt auch der Ansturm auf Tickets. Mehr als 20.000 Fans wollten Karten für die Begegnung bei Arsenal haben, obwohl der Verein nur knapp 3000 Tickets erhalten hat.

Nach den drei verlorenen Spielen in der Bundesliga könnte das Selbstvertrauen sicherlich größer sein, aber Köln will sich im Norden Londons über Einsatzwille, Laufarbeit und Teamwork in eine Position bringen, die vielleicht zu einer Überraschung führen könnte. "Wir können in Selbstmitleid verfallen, oder jede Aufgabe als Chance sehen", erklärt Trainer Peter Stöger. "Ich finde, es ist eine richtig lässige Aufgabe, die wir da haben."

Yuya Osako - in der Liga lief es bisher frustrierend
Yuya Osako - in der Liga lief es bisher frustrierend©Getty Images

Zumal auch einiges für ein gutes Spiel der Kölner spricht. Die Gunners werden deutlich offensiver auftreten, als es Gladbach, der HSV und Augsburg in den zurückliegenden Wochen getan haben. Köln liegt es, sich auf solche Gegner einzustellen und aus einer kompakten Defensive heraus zu kontern.

Außerdem muss es der Effzeh gar nicht mit Arsenals A-Mannschaft aufnehmen. Gunners-Coach Arsène Wenger hat bestätigt, dass mehrere Leistungsträger geschont werden. Unter anderem wird Mesut Özil gar nicht im Kader stehen, weiterhin sollen auch Neuzugang Alexandre Lacazette, Torwart Petr Čech sowie der Ex-Gladbacher Granit Xhaka nicht auflaufen.

Arsenal spielt am Sonntag in der Liga gegen Chelsea und hat momentan fast gar keine Verletzungssorgen, also kann es sich Wenger erlauben, munter durchzurotieren. Anders als Köln haben die Gunners in der Liga zuletzt überzeugt und am Wochenende beim 3:0-Erfolg gegen Bournemouth defensiv fast gar nichts zugelassen.