Köln verliert beim Europa-Comeback trotz Traumtor

Trotz einer Pausenführung durch ein schönes Tor von Cordoba verliert der 1. FC Köln in der UEFA Europa League beim FC Arsenal. Joker Kolašinac leitet für die Gastgeber die Wende ein.

Die lang ersehnte Rückkehr des 1. FC Köln in den Europapokal endete mit der erwarteten Niederlage beim großen Favoriten Arsenal. Dennoch machten es die Rheinländer den Londonern schwerer als gedacht. Dank eines Traumtores von Jhon Córdoba ging Köln sogar mit einer Führung in die Pause. Danach aber drehten die "Gunners" durch Tore von Sead Kolašinac, Alexis Sánchez und Héctor Bellerín.

Die Gäste aus der Domstadt begannen in London nach den drei Niederlagen in der Bundesliga überraschend offensiv und selbstbewusst. Sicher und flüssig lief der Ball durch die Reihen der Kölner. Die erste Chance durch einen Freistoß von Leonardo Bittencourt verpuffte zwar noch, doch nur wenige Minuten später ließ Córdoba die zahlreichen mitgereisten Fans aus dem Rheinland jubeln.

Nachdem Arsenals Torwart David Ospina nach einem langen Pass zunächst noch vor Simon Zoller retten konnte, kam der Kolumbianer an den Ball und schoss ihn aus der Drehung aus 35 Metern über Ospina hinweg zum 1:0. Mit diesem sehenswerten Treffer meldete sich der einstige Stammgast im Europapokal eindrucksvoll zurück im internationalen Geschäft.

Die Kölner zogen sich in der Folge tiefer zurück und ließen das englische Spitzenteam das Spiel gestalten. Damit aber hatte die Elf von Arséne Wenger, die auf einige Stars wie Mesut Özil oder Alexandre Lacazett verzichtete, große Probleme. Die Gastgeber erspielten sich zwar ein Übergewicht im Mittelfeld. Doch sobald er Ball in die Nähe des Strafraums kam, war die gut gestaffelte Kölner Defensive zur Stelle und bereinigte die meisten Situationen so problemlos, dass das verwöhnte Publikum im Londoner Norden schon sehr früh zu pfeifen begann.

Die einzig gefährliche Situation im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit beschworen auch nicht die "Gunners" herauf, sondern wieder die "Geißböcke" aus Köln. Nachdem Zoller bei einer Hereingabe von halblinks den Ball nicht kontrollieren konnte, nahm ihn Jonas Hector an - und wurde von Ospina im Strafraum von den Beinen geholt. Dass es keinen Elfmeter gab, hatte Arsenal nur der Tatsache zu verdanken, dass Zoller zuvor im Abseits gestanden hatte. Hector wurde bei dieser Aktion so schwer verletzt, dass er für Miloš Jojić ausgewechselt werden musste. Dennoch hielt die Kölner Führung bis zur Pause.

Danach jedoch kam Kolašinac für Rob Holding ins Spiel - und Arsenal nach weiteren sechs Minuten zum Ausgleich durch den gerade erst eingewechselten Bosnier. Die Rückgabe von Theo Walcoott wurde von einem Kölner noch berührt, aber nicht entscheidend abgewehrt, so dass Kolašinac aus etwa zehn Metern mit links abziehen und konnte und den Ball im rechten Toreck versenkte.

Köln hatte es nun immer schwerer, dem wachsenden Druck der Gastgeber standzuhalten. Erst nach etwa zehn Minuten wurde das Spiel der Mannschaft von Trainer Peter Stöger wieder etwas sicherer. Doch Arsenal blieb weiter gefährlich und kam nach einer guten Stunde zur Führung. Nachdem Kölns Torwart Timo Horn noch stark gegen Ainsley Maitland-Niles retten konnte, war auch er wenig später beim sehenswerten Schlenzer von Sánchez ins rechte Eck machtlos.

Gäste-Coach Stöger reagierte und wechselte mit Yuya Osako für Lukas Klünter einen weiteren offensiven Spieler ein. Zu mehr als einem Fernschuss von Jojić reichten die Angriffsbemühungen jedoch nicht. Die Risikobereitschaft wurde sogar noch bestraft. Acht Minuten vor dem Ende besiegelte Bellerín per Abstauber die Niederlage des FC bei der Rückkehr in den Europapokal. Köln feiert in zwei Wochen gegen Roter Stern Belgrad das internationale Heim-Comeback, während Arsenal bei BATE Borisov gastiert.