Nach den Überraschungserfolgen gegen FK Vllaznia und US Città di Palermo hatte der FC Thun mit Stoke City FC die nächste schwierige Aufgabe auf dem Weg in die Gruppenphase der UEFA Europa League zu bewältigen. Und es entwickelte sich exakt jenes Spiel, das Thuns Trainer Bernard Challandes erwartet hatte: ein kampfbetontes Aufeinandertreffen zweier athletischer Mannschaften, geprägt von vielen 1:1-Duellen.
Die Thuner hielten gut dagegen, waren spielerisch ohnehin gleichwertig, doch bald wurde ihnen internationale Realität vor Augen geführt. Denn Stoke ging mit seiner ersten Möglichkeit, der einzigen im ersten Durchgang überhaupt, in Führung: Angreifer Kenwyne Jones legte mit dem Kopf ab auf den nachrückenden Mittelfeldspieler Danny Pugh, der von der Strafraumgrenze mit einem präzisen Flachschuss traf (18.).
Thun steckte aber nicht auf – im Gegenteil: Die Berner Oberländer wurden immer stärker und gewannen nach und nach die Oberhand, sodass sich das Spiel zusehends in die Platzhälfte der Engländer verlagerte. Die Gäste aber verteidigten klug, weshalb Thun kaum zu klaren Torchancen kam und die Gründe für Stokes 0:0 vom vergangenen Wochenende gegen Chelsea FC offensichtlich wurden.
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich dasselbe Bild: Die Thuner drängten weiter auf den Ausgleich, Stoke wurde in die Abwehr zurückgebunden. Nun, mit zunehmender Vehemenz, erarbeiteten sich die Gastgeber auch die eine oder andere Chance. Zum Beispiel Benjamin Lüthi, der mit einem Abschluss an Stoke-Torhüter Thomas Sørensen scheiterte.
Dennoch musste am Ende das Urteil gefällt werden, dass Thun im Angriff etwas zu leichtgewichtig für die physisch starken, defensiv stabilen Engländer war. Zu allem Thuner Übel wurde Torwart David Da Costa wegen einer Notbremse gegen Jonathan Walters in der Nachspielzeit noch des Felds verwiesen, sodass Mittelfeldspieler Stephan Andrist in den letzten Minuten ins Tor musste.