Dimitri Payet: Marseilles Spieler der Stunde

Wenn es gut bei ihm läuft, dann kann er ein Genie sein. Vielleicht schafft Dimitri Payet jetzt mit Marseille das ganz große Ding.

Dimitri Payet hat Marseille ins Finale geführt
Dimitri Payet hat Marseille ins Finale geführt ©AFP/Getty Images

"Ich musste hierher zurückkommen, vielleicht auch weil ich verrückt bin, aber ich mag Orte, die ein wenig wild sind", sagte der 31-jährige Dimitri Payet. UEFA.com nimmt den Spielmacher von Marseille und seine wechselhafte Karriere unter die Lupe.

Rudi Garcia, Trainer von Marseille, über Payet
"Ich kenne ihn gut, weil ich ihn 2011 nach Lille geholt habe. Deshalb wusste ich, dass er nach Marseille zurückkehren musste. Er liebt Marseille und er liebt die Fans von Marseille. Klar, er hat damals großartige Dinge in England vollbracht, aber Marseille brauchte ihn, und ich wusste, was er uns bringen könnte."

"Seit dem Januar 2018 ist er körperlich auf dem Höhepunkt, sodass er in der Lage war, sein gesamtes Talent zu entfalten. Er war ein Vorbild als Kapitän. Er hat es oft verstanden, das Gesamtniveau der Mannschaft in der Europa League zu heben, und das hat es uns ermöglicht, das Finale zu erreichen."

Seine Statistik

So quälte sich Payet in Leipzig
So quälte sich Payet in Leipzig

Nationalmannschaft: 37 Spiele, 8 Tore
UEFA-Vereinswettbewerb: 41 Spiele, 6 Tore
Heimische Wettbewerbe in Europa: 452 Einsätze, 91 Tore

Payets Laufbahn

• Geboren in Reunion – eine französische Insel im indischen Ozean - folgte Payet 1999 den Fußstapfen von Florent Sinama Pongolle und Guillaume Hoarau, als er im Alter von zwölf Jahren nach Le Havre geschickt wurde, um in der Jugendakademie des Klubs anzufangen. Aber 2003 kehrte er wegen seines schwierigen Charakters zurück nach Reunion.

• Nachdem er in der lokalen Mannschaft AS Excelsior gespielt hatte, wurde Payet 2005 wieder nach Frankreich geholt - nach Nantes. Der Klub fand den Umgang mit ihm schwierig, aber über seine Fußballkünste gab es keine Zweifel. "Dimitri war ein Spieler, der trotz seiner natürlichen Lässigkeit über unbestrittenes Talent verfügte", sagte Jugendtrainer Stéphane Moreau. 

• 2007 wechselte er nach dem Abstieg von Nantes nach St-Étienne, wieder sorgte er für Ärger. Payet hatte am 18. Mai 2010, während einer Niederlage gegen Toulouse, auf dem Feld mit Kapitän Blaise Matuidi einen Streit. Payet wurde ausgewechselt und vom Klub bestraft.

Payet hinterließ beim LOSC Lille einen starken Eindruck
Payet hinterließ beim LOSC Lille einen starken Eindruck©AFP/Getty Images

• Erstmals bekam er es in Lille mit Rudi Garcia zu tun, der ihn 2011 verpflichtete. Zunächst stand er im Schatten von Eden Hazard, ehe er 2012 die Rolle des belgischen Spielmachers übernahm, als der den Verein verließ. "Er schoss in jener Saison zwölf Tore und bereitete zwölf vor – eine 'Doppel-12'", erinnert sich Garcia.

• Payet traf innerhalb von 15 Minuten zweimal, als er 2013 sein Debüt für Marseille feierte - bei einem 3:1 in Guingamp. Er blühte unter Marcelo Bielsa auf. Der Co-Trainer des Argentiniers, Jan van Winckel, sagte: "Bielsa war der erste, dem auffiel, dass Dimitri ein Spielmacher ist und kein Flügelspieler. Dimitri ist mit dem Rücken zum Tor wahrscheinlich der beste Spieler der Welt, gemeinsam mit Andrés Iniesta."

Payet wurde bei West Ham erst geliebt und dann gehasst
Payet wurde bei West Ham erst geliebt und dann gehasst©Getty Images

• Er machte 2015 einen hochkarätigen Wechsel nach West Ham, wo er einige erstaunliche Tore erzielte, kehrte aber im Januar 2017 nach Marseille zurück. Payet sagte, dass die Defensivtaktik von West Ham ihn "gelangweilt" habe, und er fügte hinzu: "Am wichtigsten ist, dass ich dort bin, wo ich sein will. Das Beste kommt noch."

• Bei der UEFA EURO 2016 glänzte er für Frankreich, aber das verlorene Finale gegen Portugal hinterließ auch in seiner Familie Zeichen. Payet hatte zuvor seinen Kindern empfohlen, "Ronaldo und Messi zu lieben", aber nach der Niederlage im Finale machte er eine Kehrtwende: "Sie haben nicht das Recht, den Namen von Ronaldo auszusprechen!"

Payet über das Finale der UEFA Europa League

"Man spielt Fußball, um bei diesen großen Spielen dabei zu sein. Das ist kein normales Spiel. Das ist ein Finale, sodass man spielen muss, wie man es normalerweise tut, während man gleichzeitig noch etwas mehr tun muss, weil wir gegen eine große Mannschaft antreten, die zusammengestellt wurde, um die Champions League zu gewinnen. Sie sind jetzt in der Europa League und sie sind die Favoriten. Wir sind der Außenseiter, aber wir werden alles geben."

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