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Französische Revolution bei Newcastle

Vor dem Transferfenster im Januar hatte Newcastle United FC Probleme im Abstiegskampf, aber mit der Ankunft von fünf französischen Spielern ging es aufwärts.

Moussa Sissoko und Yoan Gouffran (rechts) haben sich in Newcastle als Volltreffer erwiesen
Moussa Sissoko und Yoan Gouffran (rechts) haben sich in Newcastle als Volltreffer erwiesen ©AFP/Getty Images

"Bonjour, Bonjour, wir sind die Geordie-Boys", hieß es aus dem Auswärtsblock im Villa Park, als die beiden Abstiegskandidaten Aston Villa FC und Newcastle United FC am 29. Januar aufeinander trafen.

Normalerweise sind die Gästefans in schwarz-weiße Streifen gekleidet, doch in Birmingham trat man ganz anders auf. Barette waren zu sehen, Trikots von Les Bleus, sogar volle gallische Kostüme waren auszumachen. Die französische Trikolore wehte über den Rängen, darauf zu lesen war "Le Toon". In Newcastle selbst wurde der berühmte Pub in der Nähe des St James' Park, The Strawberry, kurzerhand in "La Fraise" umbenannt.

Gründe dafür gab es mehr als genug. Das Ende des Transferfensters kam Ende Januar immer näher und die Mannschaft von Alan Pardew wurde rasch mit fünf Neuzugängen verstärkt – allesamt waren sie Franzosen. Die Nationalspieler Mathieu Debuchy, Mapou Yanga-Mbiwa und Moussa Sissoko kamen von LOSC Lille, Montpellier Hérault SC respektive Toulouse FC, während Yoan Gouffran (FC Girondins de Bordeaux) und Massadio Haïdara (AS Nancy-Lorraine) ebenfalls unter Vertrag genommen wurden.

Ein bisschen Sorgen gab es, ob das nicht zu Disharmonie in der Umkleide führen würde, in der mit Yohan Cabaye, Hatem Ben Arfa, Cheick Tioté, Papiss Cissé, Sylvain Marveaux und Gabriel Obertan ohnehin schon viele französisch-sprechende Spieler vorhanden waren. Insgesamt musste Newcastle rund 20 Millionen Euro für seine fünf Neuen hinblättern. "Für uns ist das wie ein Neustart, denn wir haben nun so viel mehr Qualität und Optionen", sagte ein hoch erfreuter Pardew.

Auch die Neulinge fühlen sich aufgrund der  zahlreichen frankophonen Spieler an der Tyneside wie zuhause: "Es ist fast so, als ob ich Frankreich nie verlassen hätten", witzelte der junge Linksverteidiger Haïdara, während Debuchy sagte: "Ich kenne Yohan [Cabaye] seitdem wir Kinder waren und er war eine große Hilfe." Newcastle feierte beim 2:1-Sieg gegen Villa seinen erst sechsten Sieg in dieser Premier-League-Saison und holte danach nach einem 1:2-Rückstand gegen Chelsea FC noch einen 3:2-Sieg. Es war das erste Mal seit April 2012, dass man zwei Ligaspiele in Folge gewinnen konnte.

Eine entscheidende Rolle bei beiden Dreiern hatte der 23-jährige Sissoko. Gegen Villa bereitete er ein Tor vor, bevor er zuhause gegen Chelsea zwei Treffer erzielte. "Er kam und spielte wie ein Gigant", sagte Pardew. "Ich erinnere mich, wie ich ihn vor 14 Monaten in Toulouse sah und dachte: 'Das ist einer für uns.'"

Zwar gab es am Samstag bei der 1:2-Niederlage bei Tottenham Hotspur FC den ersten Rückschlag, doch man ist bei den Geordies nun wesentlich zuversichtlicher, einen Abstieg wie im Jahr 2009 vermeiden zu können. Bei Le Toon ist man wieder optimistisch – da muss man nur einmal in La Fraise reinhören, um das mitzubekommen.

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