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Schär auf Yakins Spuren

Veröffentlicht: Samstag, 19. Januar 2013, 14.12MEZ
Vor Kurzem war der Name Fabian Schär kaum bekannt, heute wird er schon als neuer Murat Yakin gesehen: Der 21-Jährige ist einer der Aufsteiger der Saison beim FC Basel 1893.
von Michael Schifferle
Schär auf Yakins Spuren
Fabian Schär ist beim FC Basel einer der Aufsteiger der Saison ©AFP/Getty Images
 
 
Veröffentlicht: Samstag, 19. Januar 2013, 14.12MEZ

Schär auf Yakins Spuren

Vor Kurzem war der Name Fabian Schär kaum bekannt, heute wird er schon als neuer Murat Yakin gesehen: Der 21-Jährige ist einer der Aufsteiger der Saison beim FC Basel 1893.

Vor Kurzem kannten sie ihn kaum, heute sehen sie in ihm den neuen Murat Yakin: Fabian Schär ist einer der Aufsteiger beim FC Basel 1893.

Es gibt gewiss Schlimmeres, als mit Murat Yakin verglichen zu werden, einem türkischstämmigen Schweizer, der es zum National- und Bundesligaspieler gebracht hat – und von dem trotzdem behauptet wird, er habe zu wenig aus seinem Talent gemacht, Meistertiteln und Pokalsiegen zum Trotz.

Nun denn, Fabian Schär ist so einer, dem man Ähnlichkeiten mit Yakin, dem Älteren, attestiert, dem man zutraut, dereinst vergleichbares Niveau zu erreichen: Großgewachsen, kopfballstark, mit großer Präsenz und Ausstrahlung sowie Qualitäten in der Offensive erinnert Schär an den einstigen Basler Abwehrchef.

Doch nicht nur das: Schär, 21 Jahre alt, bis vor Kurzem beim FC Wil, nebenbei Bankangestellter, hat auch noch großes Glück: Er darf vom früheren Basler Kapitän täglich lernen, seit dieser im Oktober die Nachfolge Heiko Vogels angetreten hat. "Ich profitiere von Yakin enorm, er gibt mir sehr viele gute Tipps, hat ein riesiges Wissen, große Erfahrung", sagt Schär über seinen Lehrmeister.

Hatte Schär unter Vogel mehrheitlich zusehen müssen, hatte man ihm den direkten Schritt aus der Challenge League in die Stammelf des FCB zunächst noch nicht ganz zugetraut, so ist er inzwischen erste Wahl. Yakin vertraut dem jungen Mann aus der Ostschweiz, und der rechtfertigt seine Nominationen mit stabilen Darbietungen – mit gewiss nicht fehlerfreien, aber durchaus respektablen, gemessen an seinem Alter.

"Dass Fabian spielt, liegt an seinen Leistungen. Er hat sich im Training aufgedrängt und mich positiv überrascht. Und Leistung ist das einzige, was zählt", sagt Yakin, angesprochen auf Schärs raschen Aufstieg. Der 38-Jährige fügt hinzu: "Fabian hat großes Potenzial, ich arbeite gerne mit ihm. Aber würde mir nicht gefallen, was ich sehe, würde er nicht spielen.“ Deshalb sehe er ihm auch den einen oder anderen Fehler nach: “Es ist normal, dass ein Junge wie er gewissen Leistungsschwankungen unterliegt."

Dabei sei sein zu kurzer Rückpass im Heimspiel gegen Sporting Clube de Portugal in Erinnerung gerufen, der den Portugiesen beinahe den wohl fatalen Ausgleich ermöglicht hätte. Doch es passt auch zu Schär, dass er nicht in Unsicherheit verfiel, sondern stabil blieb, sich rasch steigerte – und somit letztlich das Positive dieser Partie hängenblieb: Sein Tor zum 1:0, sein zweites in der laufenden UEFA-Europa-League-Saison.

Wenn die Sprache auf Schärs Unbeirrtheit, seine Selbstsicherheit kommt und Yakin gefragt wird, ob er sich in seinem Schützling wiedererkenne, weicht der Basler Trainer aus. "Warum soll Fabi kein Leader sein?", fragt Yakin zurück, als ob es nichts Besonders wäre, schon in jungen Jahren Mitspieler zu dirigieren und Fehler ohne Schwierigkeiten wegzustecken. Doch Yakin selbst muss es wissen: Bereits als 18-Jähriger war er Stammkraft beim Grasshopper Club, dem damaligen Branchenleader, berüchtigt für seine Schussgewalt, fern jeglicher Selbstzweifel.

Mit seiner Schussgewalt hat sich auch Schär schon hervorgetan: Im November 2011 traf er im Heimspiel des FC Wil gegen den FC Aarau aus 65 Metern; das entsprechende Video ist auf YouTube bereits über 17 000 Mal abgespielt worden.

Aber so sehr es ihn damals stolz gemacht habe, so wenig interessiert Schär dieses Tor heute, und ebenso wenig lässt er sich vom vielen Lob beeindrucken, das zuletzt über ihn hereinbrach. "Ich stelle noch immer keine Ansprüche. Ich will den Trainer einfach stets überzeugen, dass er nicht an mir vorbeikommt. Dafür habe ich alles gegeben, und ich werde weiterhin alles machen, um mich zu verbessern", sagt er. Tut er es auch, wird er dem einstigen Niveau Yakins gewiss noch etwas näher kommen.

Letzte Aktualisierung: 19.01.13 14.22MEZ

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