Von Liga vier in den Europapokal
Mittwoch, 1. August 2012
Artikel-Zusammenfassung
Asteras Tripolis FC spielte vor acht Jahren noch in der vierten Liga Griechenlands - nun steht das Europapokaldebüt an und eine ganze Stadt hinter dem Verein.
Top-Medien-Inhalte des Artikels
Artikel-Aufbau
Nach Griechenlands Triumph bei der UEFA EURO 2004 ging Asteras Tripolis FC in die Vorbereitung auf die heimische Viertligasaison. Im August 2007 war der bescheidene Klub von der Peloponnes drei Mal in Folge aufgestiegen und spielte erstmals in der ersten Liga - und wurde dort nach Heimsiegen gegen Großklubs wie Olympiacos FC, Panathinaikos FC, PAOK FC und AEK Athens FC sogar Siebter.
Da ist es wenig überraschend, dass sie sich letzte Woche auch in ihrem ersten Europapokalspiel behaupten konnten. Es war knapp, denn in der zweiten Qualifikationsrunde der UEFA Europa League setzte man sich erst nach Elfmeterschießen gegen İnter Bakı PİK durch. Trainer Sakis Tsiolis war danach natürlich hocherfreut und meinte zu UEFA.com: "Ich habe mich so für meine Spieler und die Stadt gefreut. Ich war auch außerordentlich erleichtert, denn wir haben das Weiterkommen aufgrund unserer Leistung in beiden Spielen verdient."
Tsiolis hatte seine Mannschaft auch auf ein Elfmeterschießen vorbereitet. "Da es sich hier um K.-o.-Spiele handelt, haben wir uns sorgfältig mit der Möglichkeit eines Elfmeterschießens beschäftigt", fügte er hinzu. "Die Jungs waren bereit, vor allem mental - das konnte ich nach der Verlängerung in ihren Augen sehen. Ihre Konzentration hat sich gezeigt, nachdem wir den ersten Elfer vergeben haben. Sie haben sich nicht entmutigen lassen und das Ding gedreht."
Jetzt treffen die Debütanten auf CA Marítimo aus Portugal, das erste Spiel bestreitet man zu Hause. Tsiolis sagte: "Sie sind stärker als İnter Bakı, aber ich glaube, dass wir unsere Chancen nutzen können. Wir müssen defensiv sehr gut stehen, aber auch Tore erzielen. Wenn uns das gelingt, dann werden wir in Portugal weiterkommen können."
"Mit der Defensivarbeit und Disziplin bin ich ebenso zufrieden wie mit der Intensität und dem Tempo meiner Mannschaft. Auf einem Gebiet müssen wir uns aber verbessern: Gegen İnter Bakı haben wir doppelt so viele Chancen wie unser Gegner herausgespielt, aber die gleiche Anzahl von Toren erzielt. Wir müssen an unseren Abschlüssen arbeiten."
Als Trainer ist es für Tsiolis die erste Saison im Europapokal, aber als Spieler nahm er in den 1980ern mit Larissa FC - der einzigen griechischen Mannschaft von außerhalb Athen oder Salonik, die die griechische Meisterschaft gewinnen konnte - bereits an UEFA-Wettbewerben teil. Daher weiß er, welche Bedeutung die jüngsten Erfolge des Vereins für Tripoli, eine 45 000-Einwohner-Stadt, haben.
"Die ganze Stadt freut sich über Asteras Europapokalabenteuer und kann das Spiel am Donnerstag kaum erwarten. Es ist eine festliche Atmosphäre, trotz der gegenwärtigen Krise in Griechenland. Im Fußball können die Fans den Problemen des Alltags entfliehen."
Der Zustand von Asteras ist rundherum gut, so dass Tsiolis der Meinung ist, dass vor seinem Verein eine gute Zukunft liegen könnte. "Sie haben alles abgedeckt", so lautet sein Fazit. "Sie haben ihr eigenes Stadion, das eigene Trainingszentrum, die besten Leute auf jedem Gebiet und die Spieler können sich nur auf ihr Spiel konzentrieren. Wir fühlen uns als privilegierte Profis."