
Als Vicente del Bosque nach der UEFA EURO 2008 Nachfolger von Luis Aragonés wurde, hatte er die Verantwortung, den lang erwarteten Erfolg seines Vorgängers fortzusetzen. Das hat der spanische Nationaltrainer geschafft - und sogar noch viel mehr.
Er führte La Roja nicht nur zum Gewinn der FIFA-Weltmeisterschaft 2010 sowie ins Endspiel der UEFA EURO 2012, sondern hat es geschafft, eine Spielphilosophie, die vom Rest der Welt bewundert wird, dauerhaft umzusetzen.
In diesem exklusiven Interview mit UEFA.com spricht er über Spaniens Mutation zu Seriengewinnern und über Finalgegner Italien.
UEFA.com: Wie würden Sie den Prozess beschreiben, den Spanien in den vergangenen Jahren durchgemacht hat und der zu so vielen Erfolgen geführt hat?
Vicente del Bosque: Spanien war in den letzten Jahren so erfolgreich wie noch nie in seiner Fußballgeschichte, das liegt auch an der Arbeit der Klubs sowie des Jugendbereichs. Wir sind ein Land, das sich in Sachen Einrichtungen, Trainerausbildung sowie Einsatz von jungen Spielern anstelle von Ausländern ständig weiterentwickelt.
Andere kommen auch, um hier zu trainieren - das zeigt, dass in der Welt des Fußballs die Grenzen verschwinden. Derzeit gibt es eine Generation von Spielern, die verstehen, um was es in diesem Land geht: Ein Land, das sich weiterentwickelt hat, ein Land, das modern ist und das in der Vergangenheit komplizierte Wege gegangen ist.
UEFA.com: Sind Sie stolz auf die Leistungen und darauf, dass viele Jugendliche auf der ganzen Welt Spaniens Spielstil kopieren wollen?
Del Bosque: Die Gewissheit, dass unser Fußball, der Fußball in Spanien, anerkannt wird, das ist für uns sehr wichtig - vielleicht sogar noch wichtiger als die damit verbundenen Erfolge und die Freude, die man erzeugen kann. Der Fußball ist lange Zeit nicht so gut angekommen, aber glücklicherweise wird unser Fußball jetzt in allen Gesellschaftsschichten gewürdigt. Das beinhaltet, dass man Spieler hat, die Vorbilder für junge Menschen sind.
UEFA.com: Was denken Sie über Italien?
Del Bosque: Sie spielen einen sehr ausgewogenen Fußball, sie machen ihre Sache richtig gut. Sie verteidigen stark mit vielen Spielern, haben gleichzeitig aber auch viele Angriffsoptionen mit zwei gesetzten Spielern im Sturm: [Antonio] Cassano und [Mario] Balotelli.
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