
Das Finale der UEFA-Europameisterschaft kann ein prägendes Erlebnis für einen Spieler sein, bei einem Schiedsrichter gibt es da keinen Unterschied.
Die Offiziellen im Finale der UEFA EURO 2012, angeführt von Pedro Proença, wissen, dass sie den Höhepunkt ihrer Karriere erreicht haben. Howard Webb leitete die Endspiele der UEFA Champions League und der FIFA Weltmeisterschaft 2010 und kennt dieses Gefühl gut: "Es war ein tolles Gefühl, diese Worte zu hören - 'Spiel 64: Niederlande gegen Spanien, Schiedsrichter: Webb, England' Das verändert wirklich dein Leben, das deiner Assistenten und das deiner Familie."
"Natürlich ist man sich der Wichtigkeit des Spiels bewusst, aber man muss seinen Job erledigen. Es treffen über 90 Minuten Spielzeit trotzdem nur 11 gegen 11 aufeinander, oder über zwei Stunden, wenn man in die Verlängerung muss. Die Schmetterlinge, die man vor dem Spiel im Bauch hat, verschwinden. Wenn man das Spiel anpfeift, muss man sich selbst daran erinnern, dass es das ist, was man schon oft gemacht hat. Ich denke, den Spielern geht es auch so. Man kann es nicht erwarten, bis es los geht."
Markus Merk leitete Griechenlands 1:0-Sieg gegen Portugal im Finale der UEFA EURO 2004. "Das Finale ist der absolute Höhepunkt, den man in seiner Karriere erreichen kann", sagte er. "Es ist ein sehr beeindruckender Moment und eine große Ehre. Jeder möchte ins Finale, ob es nun die Spieler oder die Offiziellen sind."
Der Schiedsrichter kann die Gefühle der Spieler während eines Finales nachempfinden. "Man muss mit 22 Charakteren auf dem Platz auskommen und die Spieler führen", sagte Wolfgang Stark. "Das ist ein wichtiger Teil des Jobs vom Schiedsrichter, aber wir bei der EURO sind alle gut darauf vorbereitet. Am Anfang nimmt man die Atmosphäre im Stadion auf, da das motiviert. Aber dann muss man sich auf das Spiel konzentrieren."
Wenn das Spiel beginnt, verdrängt die Konzentration das Adrenalin. Mut und Verständnis sind auch wichtig, wenn schwere Entscheidungen in schweren Situationen getroffen werden müssen. Und das gilt nicht nur für den Mann mit der Pfeife, sondern auch für sein Team. "Wir schauen uns jedes Spiel genau an, weil jede Partie anders ist. So verbessern wir immer unser Teamwork", fügte Webb hinzu und bezog sich dabei auf die Vorbereitung für seine Partien.
"Wir nehmen nichts als selbstverständlich hin. Ich glaube fest daran, dass Vorbereitung sehr wichtig ist und dass man sich sowie sein Team auf Erfolg vorbereiten kann. Geht die Vorbereitung schief, dann muss man sich auf Misserfolg einstellen - daran glaube ich."
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