Deutschland noch lange nicht am Ende
Freitag, 29. Juni 2012
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Deutschlands Ausscheiden bei der UEFA EURO 2012 kam überraschend. Aber die Mannschaft ist sehr talentiert und kann sich - und wird dies auch - noch weiter entwickeln.
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Deutschland gehörte bereits vor dem Turnier zu den Favoriten und kam mit vier Siegen ins Halbfinale, wo sie aufgrund von schlampiger Verteidigung und Ineffektivität vor dem Tor gegen Italien verloren. Seit dem draufgängerischen Auftritt bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2010 hat man sich zu einer mehr positionsorientierteren Mannschaft weiterentwickelt, doch die Azzurri, die Deutschland in acht Pflichtspielen noch nicht besiegen konnte, haben sich einmal mehr als Angstgegner erwiesen.
Das Fazit
Deutschland schlug in der Gruppe B Portugal, die Niederlande und Dänemark, und war die einzige Mannschaft, die mit dem Maximum von neun Punkten aus der Gruppenphase hervorging. Im Viertelfinale gegen Griechenland hatte man nie den Eindruck, dass das Spiel verloren werden könnte. Zwar glich die Mannschaft von Fernando Santos nach dem Führungstreffer von Philipp Lahm aus, doch danach rückte Deutschland die Verhältnisse schnell wieder gerade und gewann 4:2. Gegen Italien war man aber nicht mehr so abschlussstark. Dazu kam diesmal noch eine schwache Verteidigung, die es Mario Balotelli leicht machte, bereits in der ersten Halbzeit zwei Tore zu erzielen. Nach dem Seitenwechsel machte Deutschland einen besseren Eindruck, doch das Elfmetertor durch Mesut Özil kam für die Mannschaft von Joachim Löw zu spät.
Der Höhepunkt
Als man am zweiten Spieltag in Gruppe B auf die Niederlande traf, spielte Deutschland nahezu perfekt. Mario Gomez traf zweimal gegen den ambitionierten Nachbarn. Auch wenn Oranje den Anschlusstreffer erzielte, schien das Ergebnis nie in Gefahr zu sein. Gomez zeigte mit seinen beiden Treffern innerhalb von 14 Minuten, dass der 26-Jährige der legitime Nachfolger von Miroslav Klose ist. Nach zwei Spielen bei der UEFA EURO 2012 waren die Hoffnungen Deutschlands höher als je zuvor.
Der Schlüsselspieler
Bastian Schweinsteiger schien nur gegen die Niederlande in Form zu sein und Mesut Özil machte während des gesamten Turniers einen müden Eindruck. Und so war es Sami Khedira, der das deutsche Spiel im Mittelfeld lenkte, gegen Griechenland selbst traf und das Siegtor gegen Portugal vorbereitete. Vor dem Turnier spekulierte man noch darüber, ob er seinen Stammplatz an Toni Kroos verlieren könnte. "Er hat sich zu einem Führungsspieler entwickelt", sagte Joachim Löw über den Spieler von Real Madrid CF. "Er ist sehr gut, sehr dynamisch, sehr präsent. Es ist auch für die anderen wichtig, dass er spielt."
Das macht Hoffnung
Mit einem Durchschnittsalter von 24,52 war Deutschland das jüngste Team bei der UEFA EURO 2012. Zeitweise war ihr Aufbauspiel atemberaubend und man sah ihnen auch noch gerne zu, wenn sie schwach spielten. Nachwuchsspieler wie Marco Reus, Mario Götze und André Schürrle zeigten in Polen und der Ukraine gute Leistungen und Mats Hummels glänzte, bis auf das Spiel gegen Italien, in der Innenverteidigung.
Die eindrucksvollste Statistik
8:5: Im Halbfinale gegen Italien schoss Deutschland achtmal auf das Tor, traf aber nur vom Elfmeterpunkt. Italien hatte nur fünf Chancen und nutzte zwei davon. Effektivität ist alles.
Die Abschiedsworte
"Wir hatten jetzt zwei hervorragende Jahre, die Mannschaft hat sich klasse entwickelt und 15 Pflichtspiele in Folge gewonnen. Wir haben dennoch ein gutes Turnier gespielt und sind besser geworden. Wir haben vier Spiele gewonnen und eins verloren. Wir haben zu anderen Spitzenteams aufgeschlossen. Wir werden auch in der Zukunft unsere Chance haben."
Joachim Löw nach dem Italienspiel