Play-offs perfektes Heilmittel für Olić
Montag, 14. November 2011
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"Sie haben keine Ahnung, was das für mich bedeutet", freute sich Bayern Münchens Ivica Olić nach seinem Tor beim 3:0-Sieg von Kroatien gegen die Türkei im Play-off-Hinspiel zur UEFA EURO 2012.
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Kroatiens Ivica Olić hat sich seinen Erfolg hart erarbeitet. Der quirlige Stürmer musste mehr dafür tun als die meisten anderen, nachdem er in seiner Karriere durch zahlreiche schwere Verletzungen immer wieder zurückgeworfen wurde.
Neben einigen kleineren Blessuren hat sich der Angreifer vom FC Bayern München bereits dreimal die Nase gebrochen, zweimal einen Kreuzbandriss zugezogen und hatte zuletzt auch noch mit der Hüfte zu kämpfen. Das Tor im Play-off-Hinspiel zur UEFA EURO 2012 gegen die Türkei war für ihn das perfekte Heilmittel.
"Ich habe schon darüber nachgedacht, meine Karriere zu beenden", gab der 32-Jährige zu, der sich in der letzten Saison einem neunmonatigen Reha-Programm unterziehen musste, bei dem seine psychische und physische Belastbarkeit extrem auf die Probe gestellt wurde.
Doch kaum war er zu Beginn der aktuellen Saison wieder fit, musste er mit Hüftproblemen erneut zwei Monate zuschauen. Für viele wäre das wohl das sichere Karriereende gewesen, doch Olić, der in der UEFA Champions League 2009/10 hinter Lionel Messi und neben Cristiano Ronaldo zweitbester Torschütze war, kämpfte sich erneut zurück.
Vielleicht half ihm bei seiner Entscheidung auch die Tatsache, dass er bei seinen Comebacks meist stärker zurückkam als zuvor. Am Freitag, 13 Monate nach seinem letzten Pflichtspieleinsatz für Kroatien, traf er gegen die Türkei in Istanbul nach gerade einmal zwei Minuten. Mit der Führung im Rücken sicherte sich das Team von Slaven Bilić einen 3:0-Erfolg, den es am Dienstag nun zu verteidigen gilt.
"Sie haben keine Ahnung, was das für mich bedeutet", freute sich Olić, der mittlerweile 75 Länderspiele für Kroatien bestritten hat. "Ich bin ein Jahr lang verletzt, und dann komme ich zurück und treffe nach zwei Minuten. Das macht mich einfach glücklich. Wir haben großartig gekämpft und nicht einen Torschuss zugelassen. Das ist unser Spiel. Aber noch haben wir nichts gewonnen, wir müssen immer noch ein Spiel absolvieren, doch wir sind vorsichtig und bereit dafür."
In den Überschriften der nationalen Zeitungen, die Olić mit "Olić Airlines" und "Letzter Aufruf für Warschau und Kiew" feierten, genießt er wieder einmal Heldenstatus. "Meine Frau und meine Kinder haben das Spiel in München im Fernseher verfolgt", erklärte er. "Ich habe davor noch mit ihnen telefoniert, und mein jüngerer Sohn, der siebenjährige Luka, sagte mir am Telefon: 'Keine Angst, Papa. Du triffst heute und wir gewinnen'."
"Nach dem Spiel habe ich sofort meine Frau angerufen, und sie hat mir erzählt, dass die Kinder nach meinem Tor total aus dem Häuschen waren. Luka hat nach der bitteren Niederlage bei der UEFA EURO 2008 in Wien in den letzten drei Jahren immer auf der PlayStation gegen die Türkei gespielt. Nun kann er sich endlich beruhigen, denn Papi hat sie geschlagen."