Als David Villa im letzten Qualifikationsspiel zur UEFA EURO 2012 für Spanien traf, war er der erst 14. europäische Spieler, der 50 oder mehr Treffer für seine Nationalmannschaft erzielte.
Der 29-Jährige belegt damit momentan den "letzten" Platz der Bestenliste, aber der Stürmer des FC Barcelona hat ja noch eine Reihe guter Jahre vor sich, und vielleicht erreicht er ja den kontinentalen Rekord von Ferenc Puskás. Der Weltrekord von Ali Daei, ehemaliger Stürmer des DSC Arminia Bielefeld, des FC Bayern München und von Hertha BSC Berlin, der 109 Tore für den Iran schoss, wird wahrscheinlich für alle Zeiten nicht zu schlagen sein. Aber UEFA.com konzentriert sich in der folgenden Aufzählung nur auf die europäischen Torjäger.
Ferenc Puskás (Ungarn & Spanien) - 84 Tore in 89 Länderspielen
Der Galoppierende Major spielte in einer eigenen Liga, was Tore für die Nationalmannschaft anbelangt. Und wenn er nicht im Jahre 1956 sein Heimatland Ungarn verlassen, im Alter von 29 Jahren, und sich Real Madrid CF angeschlossen hätte, wer was, was noch möglich gewesen wäre. Nachdem er die spanische Staatsbürgerschaft erhalten hatte, bestritt er zwischen 1961 und 1962 noch vier Spiele für Spanien, erzielte aber keinen weiteren Treffer.
Sándor Kocsis (Ungarn) - 75 Tore in 68 Länderspielen
Der Stürmer schoss bei der FIFA-WM 1954 elf Tore, er ist der einzige Spieler, der bei einer Endrunde zwei Dreierpacks schaffte. Der Mannschaftskollege von Puskás bei Budapest Honvéd FC und in der ungarischen Nationalmannschaft schoss insgesamt sieben Dreierpacks für Ungarn. Sein Spitzname lautete "Der Mann mit dem Goldenen Kopf", weil er unglaublich kopfballstark war. Nach seiner aktiven Karriere, die er in Barcelona beendete, betrieb er ein Restaurant - La Tête d'Or - ehe er 1979 mit 49 Jahren viel zu früh starb.
Gerd Müller (Deutschland) - 68 Tore in 62 Länderspielen
Wie Puskás hatte auch Müller nicht gerade die klassische Statur eines Fußballers. Sein erster Trainer bei Bayern, der Kroate Zlatko Čajkovski, nannte ihn "kleines dickes Müller", aber seine Instinkte, seine Kopfballstärke und seine Reaktionsschnelligkeit machten ihn zum gefürchtesten Stürmer seiner Zeit in Europa. Er traf, als Deutschland 1972 die UEFA-Europameisterschaft und 1974 die FIFA-WM gewann.
Miroslav Klose (Deutschland) - 62 Tore in 112 Länderspielen
Der heute 33-jährige Stürmer des S.S. Lazio ist der einzige Spieler, der drei oder mehr Tore bei drei verschiedenen Weltmeisterschaften erzielte. Der im polnischen Opole geborene Klose, verließ sein Land mit seinem Vater, einem Profispieler, und wurde davon überzeugt, für Deutschland zu spielen, wo sich seine Familie niedergelassen hatte. Der ehemalige Angreifer des SV Werder Bremen und von Bayern könnte Gerd Müller demnächst als führenden Torschützen der deutschen Nationalmannschaft ablösen.
Imre Schlosser (Ungarn) - 59 Tore in 68 Länderspielen
Schlosser schoss zwischen 1905 und 1916 unglaubliche 258 Tore in 155 Ligaspielen für Ferencvárosi TE. Und seine Trefferquote in der Nationalmannschaft war beinahe ebenso beeindruckend. Seinen letzten Einsatz für Ungarn bestritt er am 10. April 1927, neun Tage, nachdem Puskás geboren wurde.
Jan Koller (Tschechische Republik) - 55 Tore in 91 Länderspielen
Seit 1999 dominierte Koller, der mehr als zwei Meter misst, die tschechische Fußballskyline. Bei drei UEFA-Europameisterschafts- Endrunden war er dabei, aber auch bei der FIFA-WM 2006. So manchen Rekord konnte er sein eigenen nennen, so erzielte er im Juni 2005 gegen die EJR Mazedonien beim 6:0 vier Treffer. Vielleicht hätte es noch zu mehr Toren gereicht, wenn er nicht erst im Alter von 25 Jahren in der Nationalmannschaft debütiert hätte.
Joachim Streich (DDR) - 55 Tore in 102 Länderspielen
Klein aber tödlich - Streich war Rekordnationalspieler der ehemaligen DDR und einer der besten Torschützen aller Zeiten. Sein erstes Länderspiel bestritt er im Dezember 1969, 1972 holte er mit der DDR Bronze bei den Olympischen Spielen in München, und zwei Jahre später bei der FIFA-WM 1974 schoss er zwei Tore. Sein einziger Dreierpack seiner Nationalmannschaftskarriere gelang ihm beim 9:0-Sieg gegen Malta am 29. Oktober 1977.
Poul Nielsen (Dänemark) - 52 Tore in 38 Länderspielen
Nielsen war ein außergewöhnlicher Torschütze, der uneingeschränkte Star der dänischen Nationalmannschaft im frühen 20. Jahrhundert. 1912 gewann Dänemark mit ihm die olympische Silbermedaille. 26 seiner Tore erzielte er gegen Norwegen, 15 gegen Schweden. Sein Spitzname lautete "Tist" vom Begriff "Gratist" abgeleitet, was soviel wie Schmarotzer bedeutet, weil er sich als Junge ohne Eintrittskarten Zugang zu Spielen verschafft hatte.
Jon Dahl Tomasson (Dänemark) - 52 Tore in 112 Länderspielen
Er ist vielleicht der größte dänische Spieler der Neuzeit. In diesem Jahr hängte Tomasson seine Fußballschuhe an den Nagel, als führender Torschütze seines Landes (gemeinsam mit einem anderen Spieler). Er sagte: "Ich hatte immer einen enormen Erfolgsdrang, und ich denke, dass ich alles nur Mögliche aus meiner Karriere herausgeholt habe - ich hätte es nicht besser machen können." Nationalmannschaftstrainer Morten Olsen stimmte dem zu, nannte den Stürmer "den ultimativen Mannschaftsspieler".
Robbie Keane (Republik Irland) - 51 Tore in 112 Länderspielen
Mit seinen beiden Toren beim 2:0-Sieg gegen die EJR Mazedonien in der Qualifikation zur UEFA EURO 2012 schraubte er sein Torekonto auf 51 hoch. Damit ist er der erste Spieler von den britischen Inseln, der die 50 für sein Land komplettierte. Keane sagte danach: "Als ich zum ersten mal zum irischen Kader kam, sagte Niall Quinn zu mir, dass ich 50 Tore schießen würde. Wahrscheinlich liegt es also an ihm."
Hakan Sükür (Türkei) - 51 Tore in 112 Länderspielen
Es ist kein Zufall, dass der Höhenflug des türkischen Fußballs in den frühen 1990er-Jahren zusammenfiel mit dem Erscheinen des neuesten Fußballstar des Landes. Hakan erzielte das schnellste Tor in der Geschichte der FIFA-WM, als er 2002 im Spiel im Platz drei gegen die Republik Korea nach elf Sekunden traf. Es war seine Kopfballstärke, die ihm den Spitznamen "Bulle vom Bosporus" in den europäischen Medien bescherte.
Thierry Henry (Frankreich) - 51 Tore in 123 Länderspielen
Die Titel bei der FIFA-WM 1998 und der UEFA EURO 2000 gehörten zu den vielen Höhepunkten in seiner großen Karriere. Dazu gehörte auch, dass er den heutigen UEFA-Präsidenten Michel Platini als besten Torschützen seines Landes ablöste, ehe er seine Marke auf 51 Treffer schraubte.
Lajos Tichy (Ungarn) - 51 Tore in 72 Länderspielen
Tichy wurde nach dem Abschied von Puskás nach Spanien zu Ungarns Torschützen vom Dienst. Bei der WM 1958 gelangen ihm vier Treffer, drei weitere bei der WM 1962. Durch seinen strammen Schuss bekam er den Spitznamen "Bomber der Nation". Er verstarb 1999. Im Jahr 2002 wurden zwei Treffer in einem Freundschaftsspiel gegen Libanon zu seinen offiziellen Toren anerkannt, damit hatte er nicht mehr 49 Länderspieltore erzielt, sondern 51.
David Villa (Spanien) - 50 Tore in 80 Länderspielen
Sturmpartner Fernando Llorente konnte Villa nach seinem 50. Tor für Spanien gar nicht genug loben. "Das ist ein nationaler Rekord, den nur schwer zu überbieten ist", sagte er. "David ist einer der Größten aller Zeiten, und es ist klar, dass er sogar nach diesem historischen Tor noch lange Zeit für Spanien weitere Treffer erzielen wird. "
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