Frankreich

François de La Rochefoucaulds Aussage, dass "alles in Frankreich passiert", ist heute noch so zutreffend wie vor 350 Jahren - globale Kultur, Mode, Essen und Fußballsport haben allesamt einen ausgeprägten französischen Akzent.

France fans

Einwohner: 66 000 000
Größe: 552 000 km²
Währung: Euro (€)
Zeitzone: MEZ

"Alles passiert in Frankreich", schrieb einst François de La Rochefoucauld. Als Verbindungsstelle zwischen Nord- und Südeuropa teilt das Land seine Grenzen mit sieben anderen Ländern und blickt über den Ärmelkanal hinweg auf ein weiteres - somit galt Frankreich lange als das Herzstück von Europa. Globale Philosophien, Kulturen und Kunstrichtungen gingen aus diesem Schmelztiegel hervor - auf der anderen Seite wurde Frankreich aber auch von zahlreichen Kriegen geprägt.

Berühmte Persönlichkeiten
Kultur, Sport, Wissenschaft und Politik aus Frankreich haben immer wieder Weltgeschichte geschrieben. Charles de Gaulle verbreitete republikanische Ideale, Victor Hugo, Jean-Jacques Rousseau, Voltaire und Jean-Paul Sartre setzten sich literarisch für die Botschaft des freien Denkens poetische Romantik ein. Maler wie Paul Cézanne, Claude Monet, Komponisten wie Hector Berlioz, Maurice Ravel, Architekten wie Louis Le Vau, Le Corbusier - sie alle hinterließen in der Weltkultur einen starken französischen Akzent. Auch große Sportereignisse, wie Olympische Spiele, FIFA-Weltmeisterschaften, UEFA-Europameisterschaften oder die UEFA Champions League haben ihren Ursprung in Frankreich genommen.

Essen
Wo soll man am besten anfangen? Mit "bon appetit" vielleicht, dem Satz, der sich nicht nur auf die blauen Landstriche bezieht, die einst das französische Imperium markierten. Es gibt wohl kaum eine Gastronomie, die so schmackhaft ist wie die französische. Und angesichts so einer Klima- und Landschaftsvielfalt ist die kulinarische Auswahl gigantisch. Küchenchefs von Jean-Anthelme Brillat-Savarin bis hin zu Paul Bocuse haben der französische Küche weltweit Ruhm und Anerkennung verschafft. Foie gras (Gänsestopfleber), Cassoulet (Eintopf), Choucroute (Garniertes Sauerkraut), Bouillabaisse (Fischsuppe) oder Andouillette (Wurst aus Innereien) - jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten und kulinarischen Interpretationen.

Sport
Michel Platini (France) Michel Platini jubelt über eines seiner neun Tor bei der EURO 1984©Getty Images Fußball ist mit rund zwei Millionen lizenzierten Spielern die populärste Sportart in Frankreich. Das Land hat im Mannschaftssport allerdings generell eine weitreichende Tradition - so standen Les Bleus im Finale der Rugby-Weltmeisterschaft 2011 und sind amtierender Olympiasieger im Handball. Außerdem hat Frankreich zahlreiche Basketballspieler, Radfahrer und Motorsportrennfahrer hervorgebracht, während die French Open zu den wichtigsten Turnieren im Tennis-Kalender zählen. Zuschauermagnet Nummer eins ist aber nach wie vor die Tour de France, die jährlich rund zwölf Millionen Zuschauer anlockt.

Fußball
Frankreich, Geburtsstätte der drei größten Fußballturniere der Welt, musste bis 1984 auf den ersten Titel warten, als Michel Platini seinem Land mit der Rekordmarke von neun Toren zum Gewinn der UEFA-Europameisterschaft verhalf. Zinédine Zidane war dann um die Jahrtausendwende der große Star und führte die Franzosen im eigenen Land zum Gewinn der FIFA-Weltmeisterschaft 1998, sowie zwei Jahre später zum Triumph bei der EURO. Les Bleus gewannen den Titel bereits in allen Altersklassen und französische Klubs haben sowohl die UEFA Champions League bei den Männern als auch bei den Frauen gewonnen.

Klubs
Der französische Elitefußball bewegte sich bis zur Saison 1932/33 auf Amateurebene, doch die Vereine etablierten sich schnell im Europapokal und so musste sich Stade de Reims bei der ersten Ausgabe des Pokals der europäischen Meistervereine nur Real Madrid CF geschlagen geben. Im Jahr 1993 gewann dann Olympique de Marseille, zu dieser Zeit mit dem AS Saint-Étienne national die Nummer eins, die erste Ausgabe der UEFA Champions League gegen den AC Milan. Zu Beginn des neuen Jahrtausends übernahm dann Olympique Lyonnais die nationale Vorherrschaft und feierte sieben Meistertitel in Folge, doch zuletzt punktete die Ligue 1 vor allem durch ihre Ausgeglichenheit, schließlich gab es in den letzten fünf Jahren fünf unterschiedliche Meister.

Spieler
Die Ruhmeshalle der französischen Fußballgrößen ist gut gefüllt - u.a. mit Didier Deschamps, Jean-Pierre Papin, Just Fontaine und Lilian Thuram - doch drei Spieler stehen dabei klar im Mittelpunkt und verkörpern jeweils eine erfolgreiche Ära. Just Fontaine (France) Just Fontaine wird vom Platz getragen©Popperfoto/Getty Images Raymond Kopa spielte in den 50er-Jahren für Reims und Madrid und verhalf Frankreich bei der WM 1958, als man Dritter wurde, zum internationalen Durchbruch.

Platini, dreimaliger Gewinner des Ballon d'Or, leitete dann die nächste Ära ein und triumphierte mit Les Bleus bei der UEFA-Europameisterschaft 1984 im eigenen Land. Seine Rekordmarke von neun Treffern - als Mittelfeldspieler - ist bis heute unerreicht. Genauso ist Fontaines Rekord mit 13 Treffern bei der WM 1958 bis heute unübertroffen. Zu guter Letzt folgte "Zizou" Zidane, der Frankreichs Erfolg um die Jahrtausendwende verkörperte. Kopa, Platini, Zidane - Spieler mit Wurzeln in Polen, Italien und Algerien - Frankreich als Schmelztiegel.