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Fußball in Frankreich

Die Franzosen sind nur eine von zwei Nationen, die zwei große internationale Turniere in Folge gewonnen haben. Damit gehören sie zweifellos zur Elite im internationalen Fußball. UEFA.com zeichnet den Weg an die Spitze nach.
von Christian Châtelet
aus Paris
Fußball in Frankreich
Just Fontaine (France) ©Popperfoto/Getty Images

Fußball in Frankreich

Die Franzosen sind nur eine von zwei Nationen, die zwei große internationale Turniere in Folge gewonnen haben. Damit gehören sie zweifellos zur Elite im internationalen Fußball. UEFA.com zeichnet den Weg an die Spitze nach.

Die Franzosen sind nur eine von zwei Nationen, die zwei große internationale Turniere in Folge gewonnen haben. Die beiden Ikonen Michel Platini und Zinédine Zidane waren an der Entwicklung zu einer der Fußball-Großmächte nicht ganz unbeteiligt. Les Bleus gewannen in ihrer Verbandsgeschichte bislang zwei Mal die UEFA-Europameisterschaft und einmal die FIFA-Weltmeisterschaft.

Alles begann mit Lucien Laurent
Es war nur folgerichtig, dass Frankreich an der ersten WM teilnehmen konnte. Denn der Franzose Jules Rimet, zuvor FIFA-Präsident, organisierte das erste Turnier 1930. Als erster Torschütze bei einer WM ging mit Laurent ebenfalls ein Franzose in die Geschichtsbücher ein. Beim 4:1-Sieg gegen Mexiko besorgte er in der 19. Minute mit einem Volleyschuss die Führung für sein Land. 1927 ersann Henri Delaunay, ebenfalls ein Franzose und erster UEFA-Generalsekretär, einen Wettbewerb für die besten Spieler des europäischen Kontinents. 31 Jahre später war die UEFA-Europameisterschaft geboren. Delaunay starb 1955, doch sein Name und seine Vision blieben unsterblich. 

Torflut durch Fontaine 
Auch 1958 wurden Legenden geboren. Stürmer Just Fontaine gelangen bei der WM 13 Tore - ein bis heute unerreichter Rekord für eine Endrunde. Doch der Star dieser Endrunde wurde nicht der Franzose, sondern ein 17 Jahre altes brasilianisches Wunderkind namens Pelé. Der Stürmer beendete im Halbfinale praktisch im Alleingang das Turnier der Franzosen mit einem Hattrick. Auf der anderen Seite eroberte Kapitän Robert Jonquet die Herzen der aufstrebenden Fußball-Nation, indem er trotz eines gebrochenen Wadenbeins weiterspielte. Im Spiel um Platz drei stand dann noch einmal  Fontaine im Mittelpunkt. Gegen Deutschland steuerte er vier Tore zum 6:3-Sieg bei. 

Les Bleus werden erwachsen
Im eigenen Land gelang den Franzosen bei der EM 1984 der endgültige Durchbruch. Nach der Halbfinal-Teilnahme bei der WM zwei Jahre zuvor erreichte die Mannschaft von Michel Hidalgo vor heimischem Publikum ihren Höhepunkt. Herausragend waren dabei die drei Techniker Platini, Alain Giresse und Jean Tigana sowie der zweikampfstarke Luis Fernandez.

Platini schoss das Goldene Tor beim 1:0-Auftaktsieg der Franzosen gegen Dänemark. Gegen Belgien und Jugoslawien fügte er jeweils drei Treffer hinzu. Nachdem er auch im Halbfinale gegen Portugal in der Verlängerung das 3:2-Siegtor schoss, platzierte Platini im Finale gegen Spanien einen Freistoß an Torwart Luis Arconada vorbei ins Netz. Am Ende gewann Frankreich das Finale in Paris mit 2:0. Neun Jahre später sorgte Olympique de Marseille auch auf Vereinsebene für einen großen Erfolg, als der Klub die erstmals ausgetragene UEFA Champions League gewann.

Zu Hause ist es doch am schönsten
Als die WM 1998 nach Frankreich zurückkehrte, erwartete die gesamte Nation den Triumph. Aimé Jacquets Mannschaft reagierte auf die riesige Erwartungshaltung grandios. Nach berauschenden Erfolgen in der Gruppenphase gewannen die Gastgeber auch die K.-o.-Spiele gegen Paraguay, Italien und Kroatien. Im Finale wurde dann auch noch das brasilianische Starensemble aus dem Stade de France gefegt. Zidane brachte Les Bleus in der ersten Halbzeit mit zwei Kopfballtoren auf die Erfolgsspur, ehe Emmanuel Petit in der Nachspielzeit den Sieg perfekt machte.

Zwei Jahre später führte Roger Lemerre die Nationalelf nach einem Finalsieg über Italien zum zweiten EM-Titel. Dabei sah alles zunächst nach einem Sieg der Italiener aus, bis Sylvain Wiltord kurz vor Schluss ausgleichen konnte. Nach 13 Minuten in der Verlängerung besiegelte David Trezeguets Volleytor den Sieg der Franzosen. 2001 und 2003 ließen sie noch die Erfolge im FIFA-Konföderationen-Pokal folgen. 

Bittere Enttäuschung
Große Erwartungen können aber auch in ebenso bitteren Enttäuschungen enden. So geschehen bei der WM 2002 in Japan und Südkorea. Die Franzosen waren die ersten Titelverteidiger, die schon in der Gruppenphase ausschieden.

Bei der UEFA EURO 2004 in Portugal überstanden sie zwar die Gruppenphase, scheiterten dann aber im Viertelfinale am späteren Sieger Griechenland. Im selben Jahr zog Didier Deschamps AS Monaco FC in der UEFA Champions League gegen Chelsea FC und Real Madrid CF ins Finale ein. Dort unterlag man dem FC Porto. 

2006 entdeckten die Franzosen auch ihre Liebe für die Nationalmannschaft wieder. Die Rückkehrer Lilian Thuram, Claude Makélélé und Zidane führten die Equipe Tricolore ins WM-Finale gegen Italien. Kapitän Zidane brachte Frankreich in Führung und gehört damit zu nur vier Spielern, die in zwei WM-Endspielen mindestens ein Tor erzielen konnten. Marco Materazzi glich jedoch für Italien aus.

Dem ehemaligen Mittelfeldspieler von Real Madrid CF blieb ein märchenhaftes Karriere-Ende verwehrt, weil er gegen die Azzurri in der Verlängerung die Rote Karte sah. Italien siegte anschließend nach Elfmeterschießen. Erst bei der UEFA EURO 2012 überstand man wieder die Gruppenphase, als das Team von Lauren Blanc im Viertelfinale am späteren Sieger Spanien scheiterte.

Letzte Aktualisierung: 31.05.16 8.20MEZ

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