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Delaunays Traum wird wahr

Im ersten Teil unseres Rückblicks auf frühere UEFA-Europameisterschaften gehen wir zurück ins Jahr 1960, als Lev Yashin die Sowjetunion zum Finalsieg gegen Jugoslawien führte.
Delaunays Traum wird wahr
UdSSR-Kapitän Igor Netto (rechts) mit dem Henri-Delaunay-Pokal ©uefa.com 1998-2012. All rights reserved.
 

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Der 13:0-Sieg der Deutschen gegen San Marino in Serravalle am 6. September 2006 bedeutete einen neuen Rekord für UEFA-Europameisterschaften, vierfacher Torschütze war damals Lukas Podolski.

Delaunays Traum wird wahr

Im ersten Teil unseres Rückblicks auf frühere UEFA-Europameisterschaften gehen wir zurück ins Jahr 1960, als Lev Yashin die Sowjetunion zum Finalsieg gegen Jugoslawien führte.

Wie die FIFA-Weltmeisterschaft, der Pokal der europäischen Meistervereine und die modernen Olympischen Spiele war auch der erste große europäische Wettbewerb für Nationalmannschaften die Idee eines Franzosen: Henri Delaunay, Sekretär des Französischen Fußballverbands.

Bereits 1927 brachte er seine Vision in die Diskussion, doch es sollte bis 1954 dauern, ehe die UEFA das Projekt startete. Doch auch jetzt noch standen einige europäische Mitgliedsverbände der Idee eher zurückhaltend gegenüber. Und erst 1957, zwei Jahre nach dem Tod Delaunays, wurde der Veranstaltung auf dem UEFA-Kongress grünes Licht erteilt. Doch Delaunay war eine logische Wahl, als es darum ging, der neuen Trophäe einen Namen zu geben.

Delaunays Geburtsland Frankreich wurde von den Halbfinalisten ausgewählt, um die erste Endrunde auszurichten, doch noch bevor der Startschuss zum sogenannten ersten "Europa-Nationenpokal" fiel, wurde die Veranstaltung fast abgesagt, da die Zahl der Anmeldungen nicht ganz das geforderte Minimum von 16 Ländern erreichte. Ein Schub verspäteter Anmeldungen rettete das Turnier, wenngleich weder Italien, die Bundesrepublik Deutschland noch England an den Start gingen.

Auf K.-o.-Basis mit Hin- und Rückspielen bis zum Halbfinale fand das erste Spiel der Qualifikation am 29. September 1958 im Moskauer Tsentralni-Lenin-Stadion statt. An diesem historischen Tag strömten 100 572 Zuschauer ins Stadion, die Zeuge wurden, wie Anatoli Ilyin nach nur vier Minuten erster Torschütze wurde, als die Sowjetunion Ungarn mit 3:1 besiegte und schließlich mit einem Gesamtergebnis von 4:1 weiterkam.

Im Viertelfinale wurde den Sovjets von General Franco die Einreise nach Spanien verweigert, das Team von Gavril Kachalin kam kampflos weiter. Das Halbfinale erreichten auch Frankreich, Jugoslawien und die Tschechoslowakei. Die UdSSR zeigte, dass sie den Platz bei der Endrunde durchaus verdient hatte und setzte sich gegen die Tschechen dank zweier Treffer von Valentin Ivanov in Marseille mit 3:0 durch.

Die Gastgeber unterlagen Jugoslawien nach einer packenden Auseinandersetzung mit 4:5 - bis heute die trefferreichste Partie der EM-Geschichte. Raymond Kopa und Just Fontaine fehlten auf französischer Seite, was die Leistung der Jugoslawen aber nicht schmälert. Das Finale zwischen der Sowjetunion und Jugoslawien fand am 10. Juli 1960 in Paris statt.

Dem legendären Torhüter Lev Yashin hatten es die Sowjets zu verdanken, dass sie am Ende die Oberhand behielten. Die jugoslawische Führung durch Milan Galić' abgefälschten Schuss glichen die Sowjets durch Slava Metreveli aus, so dass es in die Verlängerung ging. Dort war es Viktor Ponedelnik vorbehalten, per Kopf die erste und bisher einzige Trophäe für die Sowjetunion zu sichern.

"Es gibt Spiele und Tore, die wirklich besonders sind, eine Art Höhepunkt in einer Sportlerkarriere", sagte Ponedelnik später. "Das war der größte Moment meines Lebens." Für das Turnier selbst sollten noch viele weitere folgen.

Letzte Aktualisierung: 15.05.12 11.46MEZ

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