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Fußball in ... Gdansk

Gdansk lag immer schon am äußersten Rand des polnischen Fußballs, weitab von den Metropolen Warschau und Chorzow - doch in einem einzigen Moment rückte KS Lechia Gdańsk die Hafenstadt an der Ostsee ins Zentrum des Interesses.

Lechia-Spieler Janusz Kupcewicz bei der WM 1982
Lechia-Spieler Janusz Kupcewicz bei der WM 1982 ©Bob Thomas/Getty Images

Gdansk lag immer schon am äußersten Rand des polnischen Fußballs, weitab von den Metropolen Warschau, Chorzow und Lviv – doch in einem einzigartigen Moment rückte KS Lechia Gdańskdie Hafenstadt an der Ostsee ins Zentrum des Interesses.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1945 hatten sich die Grün-Weißen als Fahrstuhlmannschaft etabliert, 1982/83 hoffte man nach dem Aufstieg in die zweite Liga auf den Klassenerhalt. Doch das Team sorgte vor allem im Pokal für Furore und erreichte nach Erfolgen gegen KS Ruch Chorzów und WKS Śląsk Wrocław das polnische Pokalfinale, in dem man sich auch gegen GKS Piast Gliwice mit 2:1 durchsetzen konnte.

Fünf Wochen später bescherte ein Tor von Jerzy Kruszczyński Lechia einen Sieg gegen Meister KKS Lech Poznań und damit den erstmals ausgetragenen polnischen Superpokal. Doch damit nicht genug, in der folgenden Saison spielte das Team im Pokal der Pokalsieger gegen Juventus, kurz darauf stieg man nach 21 Jahren wieder in die Ekstraklasa auf. Keine vier Jahre später fand sich der Klub allerdings in der zweiten Liga wieder.

2001 wurde die Mannschaft, die einst von Einwanderern aus Lviv, das heute in der Ukraine liegt, gegründet wurde, aus finanziellen und organisatorischen Gründen in die sechste Liga zurückgestuft. Acht Jahre später stieg der Klub wieder in die erste Liga auf, sehr zur Freude seiner treuen Fans, zu denen auch Friedensnobelpreisträger Lech Wałęsa und der heutige Premierminister Donald Tusk gehören. Erzrivale KS Arka Gdynia hatte da weniger zu lachen, der Klub verlor fünf der letzten sechs Derbys und stieg 2010/11 in die zweite Liga ab.

Arka, das im 20 Kilometer entfernten Gdynia seinen Sitz hat, wurde in den 1920er Jahren gegründet. Für die anderen Vereine der Stadt, wie Lechia und SKS Polonia Gdańsk begann das Leben erst nach 1945. Die erste Mannschaft der Stadt, BuEV Danzig, wurde im April 1903 aus der Taufe gehoben und gewann 1912 die regionale Meisterschaft, selbiges schaffte der SC Preussen Danzig 1934.

Bekannte Namen
Der berühmteste Fußballer der Stadt ist ohne Zweifel Andrzej Szarmach. Er  erzielte in 61 Länderspielen 32 Tore und gehörte in den 70er Jahren zu den besten Stürmern Europas. Bei der FIFA-WM 1974 in Deutschland gelangen ihm fünf Tore, die Polen zum dritten Platz verhalfen. Zwei Jahre später gewann er mit Polen Silber bei den Olympischen Spielen. Abwehrspieler Janusz Kupcewicz belegte mit Polen bei der WM 1982 ebenfalls den dritten Platz und der ehemalige FC Schalke 04-Abwehrspieler Tomasz Wałdoch stammt ebenso wie Sławomir Wojciechowski und Grzegorz Szamotulski aus Gdansk.

Andere Sportarten
Box-Olympiasieger Zygmunt Chychła (1952) und Ruder-Olympiasieger Adam Korol (2008) gehören zu den prominentesten Einwohnern von Gdansk. Die Klubs aus der Stadt sind im Rugby, Eishockey und im Frauen-Volleyball erstklassig. Wybrzeże Gdańsk ist dreifacher polnischer Speedway-Meister. Handballspieler Bogdan Wenta ist mittlerweile Trainer der polnischen Handball-Nationalmannschaft, aber auch Turnen, Fechten und Tischtennis kommen in Gdansk zu ihrem Recht, so findet hier im Oktober 2011 die Tischtennis-Europameisterschaft statt.

Hätten Sie es gewusst?
Lechias einzige Europapokalduelle fanden 1983/84 im Pokal der Pokalsieger statt, gegen Juventus gab es eine 0:7-Klatsche in Turin, der spätere UEFA-Präsident Michel Platini traf dabei zweimal. Im Rückspiel setzte sich Juve mit 3:2 durch, der Pole Zbigniew Boniek erzielte dabei den Siegtreffer für die Italiener.