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Fußball in ... Poznan

In einer unglaublich sportbegeisterten Region, in der die Fans von Speedway, Handball und Rudern voll auf ihre Kosten kommen, gibt der Fußball seit mehr als 100 Jahren den Ton an.

Lech-Fans machen "den Poznan" gegen Manchester City
Lech-Fans machen "den Poznan" gegen Manchester City ©Getty Images

In einer unglaublich sportbegeisterten Region, in der die Fans von Speedway, Handball und Rudern auf ihre Kosten kommen, gibt der Fußball seit mehr als 100 Jahren den Ton an.

Der KKS Lech Poznańist einer der erfolgreichsten und populärsten Klubs des Landes, der schon fünf polnische Pokalwettbewerbe und sechs Meisterschaften für sich entscheiden konnte. Gegründet wurde der Verein 1922 von Mitgliedern einer katholischen Jugendorganisation, 1948 stieg der Klub in die erste Liga auf. Dort sorgte sein ABC-Sturm um Teodor Anioła, Edmund Białas und Henryk Czapczyk für Furore.

1980 verlor Lech das polnische Pokalfinale, doch zwei Jahre später holte sich der Klub doch den Pokal, es folgten zwei Meisterschaften in Folge. Den bisher letzten Titel feierte Lech 2010, vier Jahre nach der Fusion mit Amica Wronki. Maßgeblichen Anteil an diesem Titel hatte Robert Lewandowski, der in seiner letzten Saison vor dem Wechsel zu Borussia Dortmund 18 Mal erfolgreich war.

In der folgenden Saison brillierte Lech in der UEFA Europa League. In der Gruppenphase erreichte man dank vier Toren von Artjoms Rudņevs zwei Unentschieden gegen Juventus, besiegte zweimal den FC Salzburg und schlug zuhause auch Manchester City FC. Erst in der Runde der letzten 32 war dann gegen den späteren Finalisten SC Braga Endstation. Beim Sieg gegen ManCity kreierten die legendären Lech-Fans übrigens einen neuen Jubeltanz: Sie drehten dem Rasen den Rücken zu, legten die Arme auf die Schultern des Nebenmannes und hüpften auf und ab - der "mach mir den Poznan" war geboren.

Lech war nicht der erste Meister aus Poznan. Diese Ehre gebührt dem heutigen Zweitligisten KS Warta Poznań, der 1929 und 1947 die nationale Meisterschaft gewann und zudem fünfmal Vizemeister wurde. 1912 gegründet, ist Warta der drittälteste Klub der Stadt hinter dem heute nicht mehr existierenden KS Posnania (1907) und KW 04 Poznań (1904).

Eine dritte Mannschaft aus Poznan mischte schon in der ersten Liga mit. TS Olimpia Poznań beendete die Ekstraklasa 1990 als Fünfter und erreichte ein Jahr später das polnische Pokalfinale, ehe man postwendend wieder in die zweite Liga abstieg.

Bekannte Namen
Viele spätere Nationalspieler verdienten sich in Poznan ihre ersten Brötchen. Anioła (Engel) verdiente sich seinen Spitznamen "Teufel" durch seinen unglaublichen Torriecher, der ihm in den 50er Jahren in 196 Ligaspielen für Lech 138 Tore bescherte. 137 Treffer mehr als Linksverteidiger Hieronim Barczak, der in 367 Spielen während seiner zwanzigjährigen Karriere nur einen Treffer erzielte. Ein weiterer Verteidiger, Bartosz Bosacki, erzielte bei der FIFA-WM 2006 beide Tore der Polen, mit dabei im Team damals auch Maciej Żurawski und Mirosław Szymkowiak. Artur Wichniarek, lange Jahre Publikumsliebling bei DSC Arminia Bielefeld, trug ebenso das Lech-Trikot wie der ehemalige RSC Anderlecht-Stürmer Tomasz Radzinski, der später kanadischer Nationalspieler werden sollte.

Andere Sportarten
Poznan war Gastgeber einiger Spiele der EuroBasket 2009, der Ruderweltmeisterschaften 2009 und der Kanu-Weltmeisterschaften 2010. Die Volleyball und Basketball-Teams der Stadt spielen in der ersten Liga des Landes. Hubert Wagner aus Poznan gewann mit der polnischen Volleyballauswahl 1976 Olympiagold. Szymon Ziółkowski gewann den Hammerwurfwettbewerb in Sydney im Jahre 2000.

Hätten Sie es gewusst?
Von 1933 bis 1994 war Lech eng mit der Polnischen Staatsbahn verbunden, daher stammt der Spitzname Kolejorz, ein polnischer Ausdruck für "Eisenbahner".