Remis im Duell der Schwergewichte

Beim Testspiel zweier WM-Favoriten sahen die Zuschauer in Düsseldorf ein 1:1-Unentschieden zwischen Deutschland und Spanien. Beide Trainer sammelten wichtige Erkenntnisse.

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Tolles Spiel ohne Sieger: Deutschland und Spanien haben sich im ersten Testspiel 2018 mit 1:1 getrennt. Die Partie in Düsseldorf war vor allem in der ersten Halbzeit der erhoffte Leckerbissen.

Der Spielverlauf

Die erste Halbzeit bot schnellen und unterhaltsamen Fußball. Chancen gab es auf beiden Seiten reichlich, das erste Tor erzielten die Gäste: Ein perfekt dosierter Pass von Andres Iniesta fand Rodrigo Moreno, der das Leder über den chancenlosen Marc-André ter Stegen hinweg in die Maschen beförderte.

Deutschland zeigte eine positive Reaktion und hatte mehrere Möglichkeiten, gleichzeitig blieb man hinten aber nicht ganz sattelfest. Trotzdem glückte zehn Minuten vor der Pause der verdiente Ausgleich.

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Über mehrere Kurzpässe am spanischen Strafraum wurde Thomas Müller freigespielt, der den Ball aus 22 Metern ins Tor zirkelte. Es war nicht unbedingt das typische Müller-Tor, trotzdem war die Ausführung einzigartig.

Ganz so temporeich ging es in der zweiten Halbzeit zwar nicht weiter, trotzdem versuchten beide Teams, ihre offensiven Waffen zur Geltung zu bringen.

Beide Trainer wechselten im zweiten Durchgang munter durch, was sich deutlich auf den Spielfluss auswirkte. Unter dem Strich ging das Unentschieden in Ordnung.

Das fiel auf

Über weite Strecken versuchte es die DFB-Elf mit einem sehr hohen Pressing, das sich wohl die wenigsten Teams gegen Spanien zutrauen. Gegen die passsicheren Gäste kostete das viel Energie, war jedoch auch hin und wieder von Erfolg gekrönt. Eine Maßnahme mit durchaus viel Potenzial!

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Auf Ter Stegen ist Verlass. Viele Augen waren auf den Barcelona-Keeper gerichtet, der weitere Argumente dafür lieferte, dass sich auch bei einer Rückkehr von Manuel Neuer nicht automatisch hinten anstellen muss. Vor allem seine Reaktionszeit bei Schüssen aus kurzer Distanz ist mehr als beeindruckend.

Joachim Löw setzte im Sturm 84 Minuten lang auf Timo Werner und brachte Mario Gomez erst in der Schlussphase, während Sandro Wagner nur auf der Bank blieb und wohl gegen Brasilien seine Chance bekommt. Werner wusste mit seinen Laufwegen zu überzeugen, hatte aber seinen Killerinstinkt in Leipzig gelassen.

Die Stimmen

Joachim Löw, Bundestrainer
Beide Mannschaften haben gut kombiniert und immer wieder versucht, Druck auszuüben. Trotzdem haben beide auch versucht, von hinten herauszuspielen. Es gibt viele Erkenntnisse, die wir verarbeiten müssen, wir haben Luft nach oben. Wir haben nicht alle Karten auf den Tisch gelegt.

Julen Lopetegui, Trainer Spanien
Das Gefühl nach dieser Partie ist sehr positiv. Wir hatten die Chance, den Weltmeister zu bezwingen, aber sie hatten auch ihre Möglichkeiten. Wir konnten nicht erwarten, dass wir 90 Minuten dominieren werden. Wir haben unserer eigenen Spielweise vertraut. Bei einer WM wäre die Partie anders gelaufen, aber beide Teams haben diese Partie nicht wie ein Freundschaftsspiel bestritten.

Marc-André ter Stegen, Deutschland
70 bis 80 Minuten war es toller Fußball heute. Wir haben nach dem Gegentor unseren Fluss gefunden und haben uns nicht hinten reindrücken lassen. Ein vernünftiges 1:1.

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Thomas Müller, Deutschland
Die Spielfreude kann man den Spanier niemals nehmen, aber man kann ihnen das Leben schwer machen. Sie sind verwundbar. Es sind zwei ähnliche Mannschaften aufeinander getroffen. Keine läuft gerne dem Ball hinterher. Mitte der ersten Halbzeit hatten wir mehr Ballkontrolle und hatten mehr Möglichkeiten. Das Spiel hätte auch 2:2 oder 3:3 ausgehen können. Es war ein guter Test, aber es ist noch Luft nach oben.

Mats Hummels, Deutschland
Das war ein gutes Fußballspiel. Wir wollten voll draufgehen, aber Spanien hat das auf eine herausragende Art und Weise gekontert. Wir hatten ein oder zwei Schwachstellen im Anlaufverhalten, aber wir haben dann dagegen gehalten. Wir haben uns gefunden und das ist auch eine Qualität.

Toni Kroos, Deutschland
Die ersten 20 Minuten haben Spanien gehört. Sie sind verdient in Führung gegangen, aber dann haben wir es gut gemacht. Wir haben die Räume gut genutzt, wenn auch nicht immer in der letzten Konsequenz. Wir sind auf einem guten Niveau, können uns aber weiter verbessern.
Stimmen via ARD

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