Nullnummer reicht fürs Halbfinale

Das Viertelfinal-Rückspiel zwischen dem FC Bayern und Sevilla bot nur wenige Highlights. Bayern reichte eine mittelmäßige Leistung, um den Hinspielsieg zu verteidigen.

Der FC Bayern München steht erneut im Halbfinale der UEFA Champions League. Gegen Sevilla FC war viel Leerlauf drin, doch Sven Ulreich konnte seinen Kasten sauber halten und so blieb es in der Endabrechnung beim 2:1 aus dem Hinspiel.

Die Zuschauer sahen einen ungewohnt schleppenden Start der Hausherren, lediglich mit einigen Distanzschüssen konnte ein wenig Gefahr ausgestrahlt werden.

Sevilla erkannte die Passivität der Bayern und wurde zunehmend mutiger. Die Spanier kamen zwar auch nicht zu hochprozentigen Möglichkeiten, viel fehlte beim Abschluss von Sergio Escudero in der 26. Minute aber nicht.

Franck Ribéry durft wieder von Beginn an ran
Franck Ribéry durft wieder von Beginn an ran©AFP/Getty Images

Lange schien die Truppe von Jupp Heynckes im dritten Gang festzustecken, bis ein Innenverteidiger die beste Phase der ersten Halbzeit einläutete: Mit einer technisch starken Einzelleistung versuchte es Mats Hummels aus 15 Metern mit links, schlenzte die Kugel aber ein paar Zentimeter über den Winkel.

Plötzlich war Tempo im Spiel. Ein schneller Spielzug über rechts führte dazu, dass Franck Ribéry auf links ganz alleine war, beim Abschluss aber sin David Soria seinen Meister fand. Erst zum dritten Mal in den letzten 50 Heimspielen blieb der FC Bayern in der ersten Halbzeit ohne Tor.

Lewandoski vergab kurz nach Wiederanpfiff per Kopf eine gute Möglichkeit auf das 1:0, dann war Sevilla mal wieder am Drücker: Erst scheiterte Joaquin Correa an der Latte, danach setzte Éver Banega einen Distanzschuss nur knapp vorbei.

Robert Lewandowski hatte einen schweren Stand
Robert Lewandowski hatte einen schweren Stand©AFP/Getty Images

Anschließend hatte man über weite Strecken nicht das Gefühl, eine kritische Phase eines Champions-League-Viertelfinals zu verfolgen. Sevilla konnte oder wollte das Risiko nicht hochfahren, Bayern bemühte sich nur halbherzig um eine vorzeitige Entscheidung.

Letztendlich blieb Bayern jedoch ohne Gegentreffer und erfüllte damit die wichtigste Mission des Abends. Für Sevilla endete das Spiel nicht nur mit dem Aus, sondern auch mit einer sehr unschönen Szene, als Joaquín Correa wegen eines rüden Fouls an Javi Martínez des Feldes verwiesen wurde.

Das fiel auf

Schlüsselspieler: David Soria
Auf der Linie musste er nur wenig Glanztaten vollbringen, dafür war er mit seiner Strafraumbeherrschung dafür verantwortlich, dass Bayerns lange Bälle und Flanken immer wieder entschärft wurden.

Thomas Müller konnte sich nicht durchsetzen
Thomas Müller konnte sich nicht durchsetzen©AFP/Getty Images

Strukturelle Probleme
War Bayern zu sehr bedacht darauf, das Ergebnis zu verwalten? Im ersten Durchgang gab es deutliche Anzeichen dafür. Viele lange Bälle, begrenzt durchdachte Angriffe und nur selten ein hohes Pressing. Von einer Mannschaft, die im Mai in Kiew den Titel holen will, könnte man mehr Souveränität erwarten.

Lewandowski in Bedrängnis
Von der ersten Minute an wurde Robert Lewandowski immer wieder hart angegangen. Der Pole bekam fast keine Freiräume und so schaffte es Sevilla, ein Konzept des FC Bayern gut zu unterbinden: Lewandowski konnte nur selten als Wandspieler eingesetzt werden. Kreative Mittel fehlten, erst mit der Einwechselung von Thiago 20 Minuten vor Schluss wurde das Spiel variantenreicher. Der gescholtene Lewandowski, der gefühlt ein Viertel des Spiels liegend verbrachte, war da schon von Heynckes erlöst worden.

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